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Rainer Adrion "kann nicht sagen, ob ich nach der Quali noch im Amt bin" © getty

Der Junioren-Coach spricht nach der Niederlage gegen Island von einem "Horror-Ergebnis". Löw fordert eine baldige Aufarbeitung.

München - Die EM 2011 ist verpasst - die olympischen Spiele 2012 ebenso.

Der deutsche U-21-Nationaltrainer Rainer Adrion ist nach der 1:4-Niederlage auf Island mit sich hart ins Gericht gegangen.

"Ein Horror-Ergebnis. Wir haben unsere Ziele nicht erreicht. Damit habe ich meine Ziele auch nicht erreicht. Ich kann nicht sagen, ob ich nach der Quali noch im Amt bin", zitiert die "Bild" den offenbar vor dem Rauswurf stehenden Trainer.

Zuvor zeigte sich Adrion bezüglich einer Vertragsverlängerung bis 2013 noch optimistisch: "Natürlich würde mich das reizen, ich bin so gestrickt und komme doch auch aus der Ausbildungsbranche."

Auch Joachim Löw war vom Ausscheiden des EM-Titelverteidigers nicht begeistert und sagte: "Das Resultat ist nicht zufriedenstellend und hat alle überrascht und enttäuscht."

Der Bundestrainer forderte eine baldige Klärung der Zukunft der Junioren: "Das werden wir in den nächsten Tagen überarbeiten. Das wird intern beim DFB sicher ein Gesprächsthema sein."

Sammer: Kein Grund zur Hektik

DFB-Sportdirektor Matthias Sammer dagegen will die Aufarbeitung etwas langsamer angehen.

"Wir müssen eine seriöse Analyse der Geschehnisse vom ersten bis zum letzten Tag vornehmen. Dafür muss man sich Zeit nehmen", sagte Sammer nach dem 2:2 der A-Nationalmannschaft gegen Dänemark.

"Erfolge und Misserfolge haben immer gewisse Ursachen. Darüber müssen wir uns ein genaues Bild machen. Wir verfallen aber nicht in Hektik oder Aktionismus", so Sammer weiter.

Zwanziger "mehr als enttäuscht"

Auch Verbandspräsident Theo Zwanziger empfand die deutliche Niederlage gegen Island als "sehr bitter und mehr als enttäuschend".

"Verbandsintern werden wir mit den sportlich Verantwortlichen das Geschehene aufarbeiten, um für den nächsten EM-Wettbewerb wieder eine Trendwende zu erreichen", sagte Zwanziger.

Löw betonte, dass er den Junioren größtmögliche Unterstützung gewährt habe: "Es wurde in den letzten Tagen und Wochen alles investiert."

Keine Rückkehr der A-Nationalspieler

Spieler wie Mats Hummels, Benedikt Höwedes oder Kevin Großkreutz, die allesamt zum U-21-Kader auf Island zählten, "hätte ich gerne in Dänemark dabei gehabt", meinte Löw.

Dass keiner der sechs noch für das Junioren-Team spielberechtigten WM-Spieler für das wichtige Spiel zur U21 beordert wurde, verteidigte Löw dagegen.

"Die waren bei der WM und sind vom Kopf her A-Nationalspieler. Wenn einer sich oben etabliert, dann kommt er nicht mehr zurück", sagte er:

"Es kann nicht sein, dass man der U 21 solche Spieler für ein Spiel zur Verfügung stellt. Das sind jetzt A-Nationalspieler. Sie sind nicht mehr in der Lage, bei der U 21 zu spielen."

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