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Joacdhim Löw musste bei der WM auf den verletzten Michael Ballack (l.) verzichten © getty

Eine Rückkehr Ballacks ins DFB-Team ist für Löw nicht mehr selbstverständlich. Völler und Holzhäuser erteilt er eine klare Ansage.

Frankfurt/Main - Ob Michael Ballack als Kapitän wieder zur deutschen Nationalmannschaft zurückkehren wird, ist weiterhin völlig offen.

Bundestrainer Joachim Löw stellt ihm alles andere als einen Freifahrtschein aus. "Ich plane mit jedem Spieler, der gute Leistungen bringt. Michael war bis zu seiner Verletzung fester Bestandteil der Nationalmannschaft", sagte Löw der "Bild"-Zeitung.

Wichtig für Ballack wird also vor allem sein, wie er sich nach seiner Verletzung in den ersten Spielen mit Bayer Leverkusen präsentiert.

Löw revidiert Ballack-Aussage

Außerdem korrigierte der Bundestrainer eine Aussage des aktuellen DFB-Kapitäns. Ballack hatte erklärt, dass er nach der WM mit Löw telefoniert hatte. Dabei habe ihm der Bundestrainer erklärt, dass er sich seine Zukunft im Nationalteam betreffend keine Sorgen machen solle.

"Das Telefonat fand statt. Aber da wusste ich noch nicht mal, ob ich überhaupt Bundestrainer bleibe. Ich habe zu Michael gesagt: 'Wenn du fit bist und gute Leistungen bringst, warum sollst du dir dann Sorgen machen?'", erklärte Löw.

Ballack fährt Bierhoff über den Mund

Ballack selbst hatte mit Unverständnis auf die anhaltenden Diskussionen um seine Person regiert. Vor allem Aussagen von DFB-Teammanager Oliver Bierhoff, dass der Neu-Leverkusener sicher auch ohne Kapitänsbinde weiter gerne in der Nationalmannschaft spielen würde, stören Ballack.

"Ich weiß nicht, was die Spekulationen vom Manager sollen", hatte der Bundesliga-Rückkehrer Bierhoff entgegnet.

Löw spielt auf Zeit

Ungeachtet aller Diskussionen will Löw den Machtkampf zwischen Capitano Ballack und WM-Kapitän Philipp Lahm um die Spielführerbinde bei der deutschen Nationalelf erst zum Auftakt der EM-Qualifikation am 3. September in Belgien entscheiden.

"Dass spekuliert wird, ist normal. Aber ich habe einen festen Zeitplan, nach dem ich erst im September wichtige Entscheidungen bekannt gebe. Davon weiche ich nicht ab. Ich lasse mich auch nicht treiben, von außen beeinflussen oder in eine Ecke stellen", stellte der 50-Jährige klar.

Klare Ansage an Bayer

Vor allem die Verantwortlichen von Ballacks neuem Klub Bayer Leverkusen hatten die sportliche Führung der Nationalmannschaft wegen des Umgangs mit dem 33 Jahre alten Mittelfeldspieler heftig kritisiert.

Bayer-Boss Wolfgang Holzhäuser sprach sogar davon, dass Löw und Bierhoff den 98-maligen Nationalspieler Ballack demontieren. "Die Nationalelf ist nicht beeinflussbar. Ich wünsche mir, dass sich die Vereine nicht in unsere Belange einmischen. Das machen wir umgekehrt ja auch nicht", sagte Löw.

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