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Rückendeckung vom "Kaiser": Beckenbauer hält die K-Frage für überflüssig © getty

Der "Kaiser" hält die K-Frage für überflüssig und bezweifelt, dass Ballack ohne Binde weitermacht. Lahm hätte damit keine Probleme.

Köln - Ballack oder Lahm, alt oder jung?

Im Konflikt um das Kapitänsamt in der deutschen Nationalmannschaft hat sich Franz Beckenbauer einmal mehr eindeutig für Michael Ballack stark gemacht - während Phillip Lahm in seinem Bestreben, Spielführer zu bleiben, offenbar einknickt.

Bayerns Abwehr-Ass hatte die Diskussion ins Rollen gebracht, nachdem er in Vertretung des verletzten etatmäßigen Spielführers Ballack bei der WM das Kapitänsamt inne hatte.

Vor dem Halbfinale Deutschlands gegen Spanien hatte der 26-Jährige noch gesagt , dass er dies auch gerne weiter tun würde.

Lahm knickt leicht ein

Nun allerdings signalisierte Lahm, auch zu akzeptieren, wieder ins zweite Glied zu rücken, falls Bundestrainer Löw sich gegen ihn entschiede.

"Dann würde ich ganz normal weiter Fußball spielen. Und ich würde dann auch ganz normal weiter meine Meinung sagen. Mein Stellenwert würde auch ohne Binde in der Mannschaft nicht geringer werden", so Lahm in der "Bild".

Zuspruch vom Ehrenpräsidenten seines Klubs kann Lahm ("Es ist eine große Ehre, sein Land zu vertreten. Mit diesem Gefühl habe ich die Binde auch bei der Weltmeisterschaft getragen. Ich übernehme gerne Verantwortung") ohnehin nicht erwarten.

Beckenbauer: Diskussion überflüssig

"Ich halte die Kapitäns-Diskussion für überzogen und letztlich auch für überflüssig. Denn wir haben schließlich einen Kapitän", sagte Beckenbauer der "Bild". "Wenn Ballack fit ist und für Deutschland spielt, ist er für mich Kapitän."

Bundestrainer Löw und Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff hatten in den seit Wochen schwelenden Konflikt durch ihre Aussagen weiteren Zündstoff gebracht.

Löw wolle erst mit beiden Spielern sprechen und dann vor dem ersten WM-Qualifikationsspiel am 3. September in Belgien seine Entscheidung bekannt geben. (Löw: Kein Freifahrtschein für Ballack)

Ballack attackiert Bierhoff

Der Coach führte als Argument die mittel- und langfristige Planung für die EM 2012 und WM 2014 an.

Die Aussage Bierhoffs, dass Ballack auch ohne die Binde in der Nationalmannschaft spielen werde, lockte den Mittelfeldstar dann aus der Reserve.

"Ich weiß nicht, was die Spekulationen vom Manager sollen", sagte Ballack, der nach dem Tackling von Kevin-Prince Boateng im FA-Cup-Finale wegen eines Syndesmoserisses auf die WM verzichten musste.

Der Bundestrainer habe ihm versichert, dass er sich "überhaupt keine Sorgen" machen müsse.

Beckenbauer sieht Ballack im Recht

Beckenbauer sieht Ballack, der im Sommer vom FC Chelsea zurück zu Bayer Leverkusen ging, im Recht. Er habe die WM durch eine Verletzung verpasst, ohne eigenes Verschulden.

"Er ist ja in den vergangenen drei Monaten kaum ein schlechterer Fußballer geworden. Warum sollte man ihm die Spielführerbinde wegnehmen?", sagte der "Kaiser".

Dass Lahm "Ansprüche stellt", finde er zwar in Ordnung. "Aber er ist ja noch ein junger Mann, also kann er ja auch noch ein bisschen warten."

"Persönlichkeit hängt nicht von Stück Stoff ab"

Bayer-Chef Wolfgang Holzhäuser hatte Löw heftigst kritisiert, von den Nationalspielern haben sich Bastian Schweinsteiger und Per Mertesacker auch für Ballack positioniert.

Sollte sich Löw für den Jüngeren entscheiden, sieht Beckenbauer die Nationalmannschafts-Karriere von Ballack als beendet an. Schließlich stehe er vor einer schwierigen Frage.

"Sollte er als abgesetzter Kapitän weiter für Deutschland spielen? Ich weiß nicht, ob Ballack sich das gefallen lassen würde."

Für ihn habe das seinerzeit ohnehin nie eine Rolle gespielt. "Persönlichkeit hängt nicht von einem Stück Stoff am Arm ab."

Lahm bereit für ein Gespräch

Auf der ersten Pressekonferenz bei Bayer Leverkusen hatte Michael Ballack ein Gespräch mit Widersacher Lahm angekündigt. Daraus ist bislang noch nichts geworden.

"Nein, wir hatten noch kein Gespräch", sagte Lahm dazu nun. "Aber ich denke, das wäre kein Problem. Wir sind beide kommunikative Typen, wenn's notwendig wäre, würden und werden wir sicher darüber sprechen."

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