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Ballack (l.) muss auf eine Entscheidung Löws in der K-Frage weiter warten © getty

Der Bundestrainer lässt Ballack zappeln, "weiß aber, was zu tun ist" und glaubt, dass er auch ohne Binde für den DFB spielt.

München - Joachim Löw lässt Michael Ballack in der K-Frage bei der Nationalmannschaft weiter zappeln.

Nach Teammanager Oliver Bierhoff erklärte auch der Bundestrainer, dass Ballack sicher auch ohne Kapitänsbinde bis zur EURO 2012 in Polen und der Ukraine weiter in der Auswahl der DFB-Auswahl spielen wird.

"Egal wie meine Entscheidung ausfällt - die EM wird er sich nicht entgehen lassen. Da bin ich mir ganz sicher", sagte Löw über Ballack dem "Express".

Rückendeckung bekam Ballack dagegen von Franz Beckenbauer, der die "Kapitäns-Diskussion für überzogen und letztlich auch für überflüssig" hält.

"Wir haben einen Kapitän. Wenn Ballack fit ist und für Deutschland spielt, ist er für mich Kapitän", so der Ehrenpräsident des FC Bayern München:

"Er ist ja in den vergangenen drei Monaten kaum ein schlechterer Fußballer geworden. Warum sollte man ihm die Spielführerbinde wegnehmen?"

"Ich weiß, was zu tun ist"

Bevor Löw seine Entscheidung in der K-Frage Anfang September bekanntgibt, will er aber zunächst mit Ballack und Lahm persönlich sprechen:

"Danach werde ich mit der Mannschaft sprechen und ihr die Entscheidung bekanntgeben. Erst dann äußere ich mich in der Öffentlichkeit. Aber Sie können mir glauben: Ich weiß, was zu tun ist."

Damit stieß Löw in die gleiche Kerbe wie Bierhoff.

Auch der Teammanager hatte zuletzt zum Thema Ballack erklärt:

"Er steht unmittelbar vor seinem 100. Länderspiel und will noch eine starke EM spielen. Ich glaube, das wird er nicht davon abhängig machen, ob er Kapitän bleibt", sagte Bierhoff.

Ballacks sauer auf Bierhoff

"Manchmal ist es sogar gut, dieses Amt nicht zu haben, um sich ganz auf die eigene Leistung konzentrieren zu können, frei von ständigen Diskussionen", fügte der Bierhoff an.

Daraufhin hatte Ballack, für den Bayer Leverkusen ein Testspiel gegen den Drittligisten SV Wehen Wiesbaden abgeschlossen hat, heftige Kritik an Bierhoff geübt.

"Ich weiß nicht, was die Spekulationen vom Manager sollen. Der Bundestrainer hat mir versichert, dass ich mir überhaupt keine Sorgen machen müsse und ganz entspannt bleiben solle", hatte Ballack gesagt.

Auch bei den Bayer-Bossen ist die Verärgerung groß. "Ich bin es einfach leid", sagte Sportchef Rudi Völler am Samstag.

"Für mich wäre das gar kein Thema gewesen, wenn man von Anfang klar Stellung bezogen hätte. Aber es ist anders und jetzt muss man halt Ruhe bewahren."

Hochgepuschte Aussagen

Doch die neuen Aussagen von Löw dürften Ballack erneut bitter aufstoßen.

"Darum geht es doch gar nicht. Personelle Dinge werden mir einfach zu emotional diskutiert und hochgepuscht", sagte Bundestrainer Löw.

Ballack selber dürfte es recht sein, wenn endlich wieder nur seine Leistung auf dem Platz zählt.

Sonntag Comeback nach Verletzung

Am Sonntag lief der Routinier erstmals für seinen alten neuen Klub Leverkusen auf - und zwar als Spielführer, da der etatmäßige Kapitän Simon Rolfes noch nicht mitwirken konnte.

Ballack überzeugte gegen den Drittligisten über weite Strecken. Der 98-malige Nationalspieler wirkte agil, scheint seine Schnellkraft wieder aufgebaut zu haben.

"Michael Ballack ist ein absoluter Weltklassespieler. Er hat in der Reha fantastisch gearbeitet. Ich bin mir sicher, dass er eine ganz starke Saison spielen wird", sagte Bayer-Coach Jupp Heynckes.

Sein erstes Plichtspiel für Bayer wird er voraussichtlich am Donnerstag in der Play-off-Runde der Europa League gegen Tavrija Simferopol absolvieren.

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