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Die Zusammenarbeit zwischen Löw (l.) und Sammer ist weiter nicht konfliktfrei © imago

Der Dauerzwist um Kompetenzen zwischen dem Sportdirektor und dem Bundestrainer ist noch lange nicht beendet. Sammer ist sauer.

München - Es herrschen Unstimmigkeiten.

Der Streit zwischen Bundestrainer Joachim Löw und DFB-Sportdirektor Matthias Sammer, wer bei der U 21 das Sagen hat, geht weiter.

Sammer ist sauer auf Löw, weil sich dieser in einem Interview trotz der verpassten EM-Qualifikation schon jetzt für U-21-Trainer Rainer Adrion ausgesprochen hatte.

Sammer sagte bei einer "sky"-Veranstaltung in München: "Das hat mir überhaupt nicht gefallen."

Sein Anspruch: "Wir können uns über den Trainer austauschen - alles andere entscheide ich."

Unterstützung vom "Kaiser"

Unterstützung bekam Sammer von Franz Beckenbauer.

"Man sollte Matthias die U 21 komplett übergeben. Joachim Löw und Oliver Bierhoff haben doch gar keine Zeit dafür", sagte der "Kaiser".

Beckenbauer ließ kein gutes Haar an der jetzigen Arbeit in der U 21:

"Es war ein Kunststück, sich in dieser Gruppe nicht zu qualifizieren. Man kann gegen Italien 1:4 verlieren - aber nicht gegen Island."

Löw stärkt Adrion

Rückendeckung von Löw hatte indes Adrion erhalten.

"Natürlich sind Erfolge in der U 21 schön, aber im Fokus steht die Förderung der A-Mannschaft. Und da glaube ich schon, dass Rainer Adrion der richtige Mann ist", sagte Löw dem "kicker".

"Er hat über viele Jahre beim VfB in der Nachwuchs-Ausbildung sehr gute Arbeit geleistet."

Sammer: "Deutliche Worte finden"

Sammer will zunächst das "klägliche Scheitern" der U-21-Auswahl, die mit einer 1:4-Pleite in Island die letzte Chance auf die EM 2011 und Olympia 2012 verspielt hat, analysieren.

"Es ist jetzt wichtig Ruhe zu bewahren, denn es sind eine ganze Menge Dinge aufzuarbeiten und dabei müssen wir deutliche Worte finden", so Sammer.

In der vergangenen Woche war beim DFB vereinbart worden, dass ein Vierer-Gremium, bestehend aus Präsident Theo Zwanziger, Generalsekretär Wolfgang Niersbach, Bundestrainer Löw und Sportdirektor Sammer, diese Analyse durchführen soll.

Dreimal Europameister

Vor der Blamage in der Qualifikation war die Lage im deutschen Nachwuchs glänzend: U 17, U 19 und U 21 waren gleichzeitig Europameister.

"Das wird es in Europa nie wieder geben, da bin ich mir sicher", so Sammer:

"Aber wir haben in diesem Erfolg Fehler gemacht. Wir müssen uns fragen, ob wir danach mit dem nötigen Ernst und dem nötigen Ehrgeiz weitergemacht haben."

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