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Michael Ballack (rechts) spielt seit 1999 für die deutsche Nationalmannschaft © getty

Der Bundestrainer nominiert den Leverkusener nicht für die kommenden Spiele der EM-Quali und schiebt die Kapitänsfrage auf.

Frankfurt/Main - Punktsieg für Herausforderer Philipp Lahm, Rückschlag für Platzhirsch Michael Ballack.

Bundestrainer Joachim Löw verzichtet zum Auftakt der EM-Qualifikation aufgrund mangelnder Fitness auf den "Capitano" und geht der heiklen K-Frage in der deutschen Nationalmannschaft damit weiter aus dem Weg.

Gegen Belgien am 3. September in Brüssel und vier Tage später gegen Aserbaidschan in Köln wird wie bei der WM in Südafrika der Münchner Verteidiger Lahm die Kapitänsbinde tragen. Das teilte Löw Ballack unter der Woche in einem Telefonat mit.

"Es war ein gutes und vertrauensvolles Gespräch. Michael ist drei Monate nach seiner schweren Verletzung auf einem guten Weg und alle sind mit dem Genesungsprozess zufrieden. Wichtig wird nun sein, dass er in den nächsten Wochen in Leverkusen zu seiner optimalen Form zurückfindet", sagte Löw.

Die endgültige Entscheidung in der Kapitänsfrage war ursprünglich für Anfang September angekündigt.

Ballack wird Wunsch verwehrt

Durch das Fehlen von Ballack gegen Belgien und Aserbaidschan kann sich der Bundestrainer nun aber noch bis Oktober Zeit lassen, ehe er entscheidet, ob Lahm auch in Zukunft weiter die Spielführerbinde in der DFB-Auswahl überstreifen darf.

Ballack hatte nach seinen ersten beiden Pflichtspielen für seinen neuen Klub Bayer Leverkusen zuletzt bekundet, dass er eine Nominierung für die beiden ersten Spiele in der Qualifikation für die EURO 2012 in Polen und der Ukraine sehr begrüßen würde, um weiter Spielpraxis zu sammeln.

"Alle Augen würden sich nur auf ihn richten"

Allerdings hatte auch der frühere DFB-Teamchef Rudi Völler seinem Leverkusener Schützling Ballack zum aktuellen Zeitpunkt von einer Teilnahme an der Länderspielreise abgeraten.

"Alle Augen würden sich nur auf ihn richten. Michael muss doch praktisch den Eckball schießen, schnell reinrennen und dann den Ball ins Tor köpfen, damit der Beweis erbracht ist, dass er wirklich fit ist - abgesehen davon, dass der Schiedsrichter das Tor nicht anerkennen würde", meinte Bayer-Sportchef Völler.

Adler derzeit nur die Nummer drei

Löw nominierte insgesamt 17 WM-Fahrer für den Auftakt der EM-Qualifikation. Zudem gehören Heiko Westermann, Christian Träsch und Sascha Riether dem Kader an. Seine Rückkehr ins DFB-Team feiert erwartungsgemäß Leverkusens Schlussmann Rene Adler, der wegen einer Rippenverletzung seine WM-Teilnahme absagen musste.

Adler geht mit Blick auf die EURO 2012 in Polen und der Ukraine derzeit hinter den ebenfalls berufenen Manuel Neuer und Tim Wiese ins Rennen um die Nummer eins im deutschen Tor.

"Es war für uns eine Selbstverständlichkeit, dass Rene Adler zurückkehrt. Nach seiner Operation hat er in seinen bisherigen Einsätzen im Verein unter Beweis gestellt, dass er in guter Form ist", sagte Löw, der mit zwei Siegen starten will: "Wir streben natürlich einen erfolgreichen Start in die EM-Qualifikation an und wollen in beiden Begegnungen an unsere Leistungen bei der WM anknüpfen."

Auch Tasci nicht nominiert

Aus dem 23-köpfigen WM-Aufgebot fehlen die verletzten Arne Friedrich, Jerome Boateng, Piotr Trochowski, Dennis Aogo und Thomas Hitzlsperger, der beim 2:2 in Dänemark die DFB-Notelf als Kapitän aufs Feld geführt hatte.

Innenverteidiger Serdar Tasci, der beim VfB Stuttgart derzeit nur auf der Bank sitzt, wurde wegen fehlender Spielpraxis nicht nominiert.

"Wir streben natürlich einen erfolgreichen Start in die EM-Qualifikation an und wollen in beiden Begegnungen an unsere Leistungen bei der WM anknüpfen", sagte Löw, für den mit den Spielen gegen Belgien und Aserbaidschan eine neue "Zeitrechnung" beginnt: "Nach dem Saisonauftakt mit dem Länderspiel in Dänemark, das aus terminlichen Gründen unter besonderen Vorzeichen stand, starten wir nun mit unserem Team in eine neue Etappe.

So schön die Lobeshymnen auf unsere WM-Auftritte waren - für alle beginnt der nächste Abschnitt mit interessanten Herausforderungen." -

Das Aufgebot der deutschen Nationalmannschaft für die EM-Qualifikationsspiele gegen Belgien (3. September) und Aserbaidschan (7. September)

Tor: Manuel Neuer (Schalke 04), Tim Wiese (Werder Bremen), Rene Adler (Bayer Leverkusen)

Abwehr: Philipp Lahm, Holger Badstuber (beide Bayern München), Marcell Jansen (Hamburger SV), Per Mertesacker (Werder Bremen), Sascha Riether (VfL Wolfsburg), Heiko Westermann (Hamburger SV) Mittelfeld: Bastian Schweinsteiger, Thomas Müller, Toni Kroos (alle Bayern München), Marko Marin (Werder Bremen), Mesut Özil, Sami Khedira (beide Real Madrid), Christian Träsch (VfB Stuttgart)

Angriff: Cacau (VfB Stuttgart), Mario Gomez, Miroslav Klose (beide Bayern München), Stefan Kießling (Bayer Leverkusen), Lukas Podolski (1. FC Köln)

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