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Thomas Müller wurde bei der WM Torschützenkönig und zum besten Jungspieler gekürt © imago

Vor der EM-Quali gegen Belgien spricht Thomas Müller im SPORT1-Interview über den neuen Stil im DFB-Team und seine Ansprüche.

Von Mathias Frohnapfel

München - Die Bilanz ist überragend: In seinen vergangenen sechs Länderspielen hat Thomas Müller fünfmal getroffen.

Damit eroberte der Bayern-Profi bei der WM den Titel des Torschützenkönigs und wurde zum besten jungen Spieler gekürt.

Diesen Lauf will Müller nun auch in der EM-Qualifikation fortsetzen - am besten gleich gegen Belgien (Fr., ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER).

Zudem geht es für ihn darum, sich im Konkurrenzkampf zu behaupten und seine vergebene Großchance beim 0:2-Liga-Spiel gegen Kaiserslautern vergessen zu machen. "Ich denke, ich habe bewiesen, was ich kann und wozu ich imstande bin", meint der 20-Jährige kess gegenüber SPORT1.

K-Frage uninteressant

Weniger interessiert Müller indes die nun nur scheinbar beigelegte K-Frage um Michael Ballack und Bayern-Teamkollege Philipp Lahm.

Es habe ihn gar nicht so interessiert, erklärte er unter anderem nun in der "tz".

Und in der "Bild" meint er: "Es gibt auch keinen Kapitän mehr im klassischen Sinne. Es gibt viele Führungsspieler und einen Bindenträger. Wir sprechen hier bei der Nationalmannschaft daher von der flachen Hierarchie."

Binde mittlerweile unbedeutend

Und weiter: "Also davon, dass es viele Spieler gibt, die Verantwortung übernehmen. So gesehen ist diese Binde nicht mehr so bedeutend wie früher."

Im SPORT1-Interview spricht Müller über die WM, den neuen Stil der Nationalmannschaft und seine Ansprüche für die EM-Qualifikation. (DATENCENTER: EM-Qualifikation)

SPORT1: Herr Müller, für Deutschland wird es jetzt in der EM-Qualifikation ernst. Die WM und Platz drei sind Geschichte. Ist eigentlich der Titel des WM-Torschützenkönigs Ihre schönste Erinnerung an die Zeit in Südafrika?

Thomas Müller: Im Endeffekt vielleicht schon. Wobei eigentlich die gesamte Arbeit mit dem Team und das ganze Drumherum für mich eine Riesenerfahrung war. So etwas vergisst man natürlich nicht.

[kaltura id="0_xhy0fzzm" class="full_size" title="Ballack beh lt die Binde"]

SPORT1: Im März haben Sie Ihr Länderspiel-Debüt gegeben, bei der WM waren Sie dann Stammkraft. Wie ist Ihnen dieser Blitzstart gelungen?

Müller: Ich war gar nicht mal so überrascht, dass ich bei der WM von Anfang gespielt habe. Wenn du aus einem Champions-League-Finale kommst, heißt das, dass du eine gewisse Qualität hast. Und nicht viele Nationalspieler können sagen, sie haben Champions League gespielt. Außerdem war meine Position auf rechts noch offen. Es war quasi die einzige, hinter der noch ein Fragezeichen stand. Also habe ich mir schon etwas ausgerechnet. Auch im Verein hatte ich ja gute Spiele und Tore gemacht.

SPORT1: Was sind aus Ihrer Sicht die Erkenntnisse aus der WM?

Müller: Man hat gesehen, dass wir nicht nur erfolgreich gespielt, sondern auch guten Fußball gezeigt haben. Wir haben viele junge Spieler, die sehr gut mit dem Ball umgehen können und ein gutes Spielverständnis besitzen. Es ist nicht mehr diese deutsche Mannschaft, die nur über den Kampf kommt.

SPORT1: Sondern?

Müller: Natürlich ist viel Einsatzbereitschaft und Laufbereitschaft da. Wenn man die Werte anschaut, gehören wir in der Welt zu den Top5, was die Laufbereitschaft anbetrifft. Wir haben aber auch Fußball gespielt. Das Schöne war, dass die ganze Welt gesagt hat: "Hoppla, Deutschland spielt ja schönen Fußball!". Da war es eine Ehre, ein Teil dieser Mannschaft gewesen zu sein.

EURO 2012 .

SPORT1: Gehört Deutschland angesichts des jungen und entwicklungsfähigen Teams automatisch zu den Favoriten der EM 2012?

Müller: Wir können auf dieser Basis aufbauen. Und auch wenn Deutschland nicht immer zu den Favoriten zählte, hat es allein in den letzten zehn Jahren eine super Statistik vorzuweisen. Die letzten Turniere liefen nicht so schlecht (lacht).

SPORT1: Die Aussichten stehen also gut.

Müller: Die Europameisterschaft ist noch etwas anspruchsvoller als die WM. Es sind nicht so viele Teams dabei, aber diejenigen, die sich qualifizieren, haben sehr hohe Qualität. Wenn wir uns so finden können wie bei der WM, rechnen wir uns natürlich Chancen aus.

SPORT1: Sehen Sie sich nach Ihrer starken WM im Nationalteam gesetzt?.

Müller: Das muss der Trainer entscheiden. Ich denke, ich habe bewiesen, was ich kann und wozu ich imstande bin.

SPORT1: In der EM-Qualifikation wartet zum Auftakt Belgien, im weiteren Verlauf gibt es auch das Duell mit Österreich. Motiviert Sie diese Begegnung als Oberbayer besonders?

Müller: Natürlich ist das für mich als Oberbayer einen Tick interessanter, als wenn man gegen Aserbaidschan spielt. Die Begegnung gegen Österreich hat schon einen besonderen Reiz, spätestens seit Cordoba. Ich freu mich auf alle Spiele, in denen es um was geht.

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