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Heiko Westermann (l., mit Ballack) erzielte in 19 Länderspielen zwei Tore © getty

Bei SPORT1 spricht Heiko Westermann über die K-Frage, seine DFB-Team-Rückkehr, den HSV und die EM-Qualifikation in Belgien.

Von Thorsten Mesch

Frankfurt - Fit, von der Sonne gebräunt und voller Freude auf die vor ihm liegenden Aufgaben - so präsentiert sich Heiko Westermann bei seiner Rückkehr in die Nationalmannschaft.

Nach dem verletzungsbedingten WM-Aus ist der Abwehr-Allrounder "froh, wieder dabei zu sein".

Im Verein hat für Westermann nach seinem Wechsel von Schalke nach Hamburg der Neuanfang bestens geklappt.

"Beim HSV ist nach meinem Wechsel ja alles gut für mich gelaufen", erklärt er.

Dass er bei seinem neuen Klub gleich zum Kapitän ernannt wurde, war für den 27-Jährigen "sehr überraschend, denn ich bin neu dazu gekommen und wir haben viele erfahrene Spieler."

Das Thema "K-Frage" im DFB-Team hält er für "ziemlich hochgespielt". (DATENCENTER: EM-Qualifikation)

Bei SPORT1 spricht Heiko Westermann dennoch drüber - sowie über seine Rückkehr, den Wechsel zum HSV und das EM-Qualifikationsspiel in Belgien (Fr., ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER).

SPORT1: Heiko Westermann, die WM haben Sie durch eine Verletzung kurz vor dem Turnier verpasst. Wie haben Sie das weggesteckt?

Heiko Westermann: Die ersten zwei Wochen waren hart. Ich hatte einen Liegegips und konnte nichts machen. Dann habe ich mich mit der Situation abgefunden und bin zum Fan geworden.

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SPORT1: So richtig mit Grillparty?

Westermann: Klar. Man hat sich mit Freunden getroffen und die Spiele zusammen geschaut.

SPORT1: Hat es dabei ab und zu nicht doch wehgetan?

Westermann: Nein. Ich habe den Jungs die Daumen gedrückt und gehofft, dass sie ins Finale kommen. Ich hatte auch schon den Flug zum Endspiel gebucht, aber die Spanier haben uns leider wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht.

SPORT1: Jetzt geht es um den nächsten Titel, beziehungsweise um die Qualifikation für die EM. Für Sie persönlich ein Neuanfang. Wie ist es, wieder zum Team zu gehören?

Westermann: Ich bin erst einmal froh, wieder dabei zu sein. Beim HSV ist nach meinem Wechsel ja alles gut für mich gelaufen. Ich habe alle Spiele mitgemacht.

SPORT1: Nach Ihrer Verletzung und dem Ausfall von Michael Ballack und Simon Rolfes haben sich bei der WM viele junge Spieler ins Rampenlicht gespielt. Wie schwer wird es für Sie, wieder in die Mannschaft zu kommen?

Westermann: Ich war immer ein fester Teil der Mannschaft. Darüber mache ich mir jetzt keine Gedanken. Ich kann nur durch Leistung überzeugen. Was in Zukunft passiert, ist von mir selber abhängig.

SPORT1: Bei Schalke mussten Sie auf vielen Positionen spielen und waren dann, so schien es, nicht mehr gewollt.

Westermann: Was heißt nicht mehr gewollt? Ich habe in der vergangenen Saison sehr viel Kraft gelassen, da ich ständig die Position gewechselt habe. Ich wollte das einfach nicht mehr machen und habe deshalb den Schritt nach Hamburg gemacht.

SPORT1: Sprich: Festlegung auf die Position in der Innenverteidigung.

Westermann: Genau. Ich fühle mich zurzeit wieder topfit, nachdem ich letztes Jahr häufig verletzt war, und sehe es als neue Herausforderung. Ich will immer spielen und bereite mich auch so auf jedes Spiel vor.

SPORT1: Ihre Vielseitigkeit erhöht bei diesem Vorhaben sicher Ihre Chancen beim Bundestrainer. Oder wollen Sie auch im DFB-Team nur noch in der Innenverteidigung spielen?

Westermann: Wenn der Bundestrainer will, dass ich auf einer anderen Position auflaufe, dann wäre ich der Letzte, der Nein sagt.

SPORT1: Wie haben Sie sich in Ihrem neuen Verein eingewöhnt?

Westermann: Hamburg ist eine tolle Stadt. Das Stadion, die Fans und das gesamte Umfeld sind enorm. Ich freue mich auf diese Aufgabe. Wir haben eine super Mannschaft. Wichtig ist, dass wir unsere Vorstellungen auch umsetzen können. Wir haben einen guten Start hingelegt und ich bin zuversichtlich, dass wir in den nächsten Monaten eine gute Rolle spielen.

SPORT1: War es für Sie eine Überraschung, dass Ihr Trainer Armin Veh Sie zum Kapitän ernannt hat?

Westermann: Es war für mich sehr überraschend, denn ich bin neu dazu gekommen und wir haben viele erfahrene Spieler. Es ist eine Ehre, die Spielführerbinde zu tragen.

SPORT1: Wie ist Ihre Meinung zur Kapitänsfrage in der Nationalmannschaft?

Westermann: Das Thema wurde ziemlich hochgespielt, auch jetzt wieder. Ich habe es ja damals nicht verstanden, wieso Philipp Lahm das vor dem WM-Halbfinale gemacht hat. (Lahm hatte sinngemäß erklärt, er wolle den Kapitänsposten nach der WM nicht ohne Weiteres zurückgeben, Anm. d. R.). Ich habe mich dazu schon geäußert. Während meiner Zeit bei der Nationalmannschaft war Michael Ballack immer der Kapitän.

SPORT1: Momentan ist es Lahm. Wenn Ballack wieder in Form und in die Mannschaft kommt, soll er aber wieder Kapitän sein. So hat es Joachim Löw gesagt. Also würde es für Ballack klar nach dem Leistungsprinzip gehen.

Westermann: Anders funktioniert es sowieso nicht im Fußball. Wenn ich jedes Wochenende schlecht spielen würde, was sollte ich dann in der Nationalmannschaft?

SPORT1: Die Mannschaft hat sich bei der WM durch dieses Thema nicht beunruhigen lassen. Wie wichtig ist es, dass alle an einem Strang ziehen?

Westermann: Das wird immer wichtiger. Und da haben wir ein riesiges Plus gegenüber anderen Nationen. Wir haben ein sehr gutes Klima im Team. Die Mannschaft ist das Wichtigste.

SPORT1: Müssen aus den beiden Spielen in Belgien und gegen Aserbaidschan sechs Punkte geholt werden, oder könnten Sie sich in Belgien auch mit einem Remis anfreunden?

Westermann: Wir als Deutschland können uns nicht mit einem Unentschieden anfreunden. Wir wollen in Belgien unbedingt gewinnen, damit wir direkt Ruhe haben. Das wird schwer, weil es das erste Spiel nach der WM ist und vielleicht noch nicht alle hundertprozentig fit sind. Wir müssen gewarnt sein und dürfen nicht denken, dass es so weitergeht wie bei der WM. Wir haben wahrscheinlich die spielstärkste Mannschaft, die Deutschland je hatte. Das müssen wir aber jetzt wieder

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