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Bundestrainer Joachim Löw trainiert seit 2006 die Nationalelf © getty

Nachdem zwei wichtige Fragen vorerst geklärt sind, nennt SPORT1 vor dem EM-Quali-Spiel in Belgien die Baustellen im DFB-Team.

Vom DFB-Team berichtet Thorsten Mesch

Frankfurt/Brüssel ? Die "K-Frage" und die "T-Frage" sind offiziell entschieden, die Nationalmannschaft ist am Donnerstagmittag in Belgien angekommen.

Michael Ballack bleibt vorerst Kapitän, doch weil er nicht im Aufgebot für die beiden ersten EM-Qualifikationsspiele steht, wird Philipp Lahm die Spielführerbinde tragen. Wie bei der WM.

Im Tor wird Manuel Neuer stehen. Auch wie bei der WM.

Nun soll die volle Konzentration dem ersten Spiel der EM-Qualifikation in Belgien (Fr., ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) gelten.

"Intern bereiten wir uns ganz seriös auf Belgien vor", sagte Bundestrainer Joachim Löw am Mittwoch.

Partie birgt durchaus Gefahren

Löw weiß: Die Partie bei den zuletzt international fast nicht einmal mehr zweitklassigen Belgiern birgt Gefahren.

"Es wird nicht ganz einfach", warnte Löw. Womöglich müsse die Mannschaft, die bei der Weltmeisterschaft teilweise überragend spielte, "zum jetzigen Zeitpunkt über sich hinauswachsen."

Löws Sorge ist berechtigt, denn im Gegensatz zur WM sind längst nicht alle seiner Spieler in Hochform, wie die ersten Pflichtspiele in Pokal, Bundesliga und Europacup gezeigt haben.

"Der ein oder andere ist in einem persönlichen Tief", erklärte Löw, der dennoch verkündete: "Wir glauben an sechs Punkte." (DATENCENTER: EM-Qualifikation)

SPORT1 zeigt, welche Baustellen es im DFB-Team gibt.

TOR:

"Wir haben entschieden, dass Manuel die Qualifikationsspiele als Nummer eins bestreiten wird", erklärte Löw am Mittwoch.

Neuer habe in Südafrika "seine Sache großartig gemacht. Und wir gehen davon aus, dass er seine Leistung weiter bringen wird."

Sollte Neuer sich aber einen Patzer erlauben, könnte die "T-Frage" sofort wieder hoch kochen. Rene Adler und Tim Wiese sind "gemeinsam als Nummer zwei, ohne spezielle Rangfolge", erklärte Löw.

Adler leistete sich zuletzt im Verein Patzer. Wie lange Wiese die Füße stillhalten wird, bleibt abzuwarten.

[kaltura id="0_xhy0fzzm" class="full_size" title="Ballack beh lt die Binde"]

ABWEHR:

Der bei der WM herausragende Arne Friedrich fehlt verletzungsbedingt, Löw muss umbauen.

Rückkehrer Heiko Westermann oder Holger Badstuber könnten Friedrichs Platz in der Innenverteidigung einnehmen.

"Ich fühle mich zurzeit wieder topfit, nachdem ich letztes Jahr häufig verletzt war. Ich will immer spielen und bereite mich auch so vor", sagte Westermann im SPORT1-Interview.

Während er Schalke verließ, weil er nicht mehr auf verschiedenen Positionen spielen wollte, hat der neue HSV-Kapitän in der Nationalmannschaft keine Präferenzen.

"Wenn der Bundestrainer will, dass ich auf einer anderen Position auflaufe, dann wäre ich der Letzte, der Nein sagt", betont Westermann.

Wie Westermann ist auch Badstuber flexibel einsetzbar, kann innen und als Linksverteidiger spielen. Doch im Verein blieb der Münchner zuletzt nicht ohne Fehler.

Per Mertesacker zeigte schon während der WM von ihm bis dahin kaum gekannte Unsicherheiten. Mit Werder Bremen kassierte er in den letzten drei Pflichtspielen neun Tore, was nicht für den Innenverteidiger spricht.

MITTELFELD:

Das Mittelfeld ist eigentlich der Mannschaftsteil, um den sich Löw am wenigsten Sorgen machen muss. Bastian Schweinsteiger und Sami Khedira haben bei der WM überzeugt und Ballacks Fehlen mehr als kompensiert.

Mesut Özil spielte sich ins internationale Rampenlicht und wurde wie Khedira mit einem Vertrag bei Real Madrid belohnt.

Spannend wird zu sehen sein, wie die beiden, die bei Reals erstem Pflichtspiel nur als Joker zum Einsatz gekommen waren und zuletzt von Trainer Jose Mourinho wegen angeblicher Anpassungsprobleme kritisiert wurden, sich im DFB-Team präsentieren werden.

ANGRIFF:

"Es ist ein ernsthaftes Problem, dass einige Spieler noch nicht ihren Leistungszenit erreicht haben", sagte Löw. Besonders für den Sturm trifft die Aussage des Bundestrainers zu.

Miroslav Klose, Thomas Müller, Mario Gomez und Lukas Podolski gehören dazu. Bei allen läuft es in ihren Vereinen bisher alles andere als rund.

Podolski traf zwar für Köln, blieb aber ansonsten blass und ging mit dem FC zweimal als Verlierer vom Platz.

Müller, Klose und Gomez kassierten mit dem FC Bayern in Kaiserslautern eine überraschende 0:2-Niederlage. Müller wurde anschließend von Trainer Louis van Gaal gerüffelt, weil er beim Stand von 0:0 eine Großchance vergab und dabei zwei freistehende Mitspieler übersah.

Klose, der im Pokal gegen Windeck ein Tor erzielt und eins vorbereitet hatte, blieb wirkungslos.

Gomez bleibt im Verein weiter nur die Reservistenrolle. Er wurde zweimal spät für Klose eingewechselt und hat daher so gut wie keine Spielpraxis.

Stefan Kießling traf für Leverkusen beim 3:6 gegen Mönchengladbach, klagte aber anschließend über Bandscheibenprobleme und fehlte beim ersten Training des DFB-Teams.

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