vergrößernverkleinern
Sami Khedira feierte 2009 sein Debüt für die A-Nationalelf © getty

Der Ex-Stuttgarter will erbittert um seinen Platz im DFB-Team und bei Real kämpfen. Mourinhos Anwürfe sieht er gelassen.

Vom DFB-Team berichtetThorsten Mesch

Brüssel - Seit Mitte Mai hat sich viel verändert im Leben des Sami Khedira.

Nachdem sich Michael Ballack im englischen Pokalfinale am 17. Mai durch ein Foul von Kevin-Prince Boateng verletzte und für die Weltmeisterschaft ausfiel, sprang der damalige Stuttgarter in die Bresche und übernahm Ballacks Part in der Nationalmannschaft.

Die Rolle im Mittelfeld füllte der 23-Jährige in Südafrika überzeugend aus, was half, ihm wenige Wochen später einen Vertrag bei Real Madrid einzubringen.

"Die letzten Wochen und Monate waren sehr spannend", sagte Khedira am Donnerstag auf der Pressekonferenz vor dem ersten EM-Qualifikationsspiel des DFB-Teams in Belgien (Fr., ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER).

"Die Leute erwarten wieder einiges"

In Brüssel soll Khedira wie schon in Südafrika zusammen mit dem Bastian Schweinsteiger die Fäden im defensiven Mittelfeld ziehen.

Ballack wurde indes von Bundestrainer Joachim Löw noch nicht berücksichtigt und trainiert in Leverkusen für sein Comeback (DATENCENTER: EM-Qualifikation) .

"Die Leute erwarten wieder einiges nach der erfolgreichen Weltmeisterschaft", weiß Khedira, der mit guten Leistungen seinen Stammplatz in der DFB-Auswahl behaupten und auch für die Startelf in Madrid empfehlen will.

"Wir sind nicht geholt worden, um Statisten zu sein", spricht Khedira für sich und seinen Nationalmannschaftskollegen Mesut Özil.

Gelassenheit in Sachen Mourinho

Beide waren am vergangenen Sonntag bei Reals Liga-Auftakt auf Mallorca erst in der Schlussphase eingewechselt worden.

"Ich habe bisher in dieser Saison erst ein Spiel über 90 Minuten gemacht, ich muss jetzt möglichst schnell meinen Rhythmus finden", sieht Khedira deshalb keinen Grund zur Besorgnis.

[image id="73c69cd4-65b4-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Auch die Kritik von Real-Trainer Jose Mourinho, die beiden Deutschen hätten sich in Spanien bisher überhaupt nicht integriert und könnten die Sprache nicht, sieht er gelassen.

Ein Lehrer soll helfen

"Mourinho hat mir nichts gesagt", erklärte er. Es wäre "auch ein Wunder", wenn er "in solch kurzer Zeit schon perfekt Spanisch spräche", so der Deutsch-Tunesier.

Elementare Begriffe der Trainingsarbeit wie Farben oder Richtungen könne er schon verstehen, "nur wenn es schnell wird, habe ich noch Probleme", schilderte Khedira die Arbeit mit dem portugiesischen Starcoach.

Nach den Länderspielen werde er sich "einen privaten Spanisch-Lehrer nehmen und sicher dreimal in der Woche Unterricht nehmen". Das sei aber schon vor Mourinhos Kritik so geplant gewesen.

[kaltura id="0_k3698imw" class="full_size" title="Khedira mit selbstbewussten T nen"]

"Komplett anderer Fußball"

An die Spielweise in Madrid müsse er sich erst einmal gewöhnen, gab Khedira zu. "Das ist ein komplett anderer Fußball", berichtete der Mittelfeldmann.

Mit dem Ball am Fuß nach vorn zu laufen sei bei Mourinho nicht gefragt: "Mein Job ist es, den Ball zu halten und das Spiel zu beruhigen."

In der Nationalmannschaft darf und soll er jedoch seine Stärken in der Offensive ausspielen.

Das ist es, was Löw von ihm sehen will und was er bei der WM zur höchsten Zufriedenheit des Bundestrainers tat.

K-Frage "perfekt" gelöst

Doch einen Stammplatz im DFB-Team kann er sich nur sichern, wenn er auch im Verein regelmäßig zu Einsätzen in der Startaufstellung kommt.

"Ich werde alles dafür tun, damit der Trainer nicht an mir vorbeikommt", versprach der Ex-Stuttgarter.

Dass Ballack in der Kapitänsfrage den Vorzug gegenüber Philipp Lahm bekam, findet er "selbstverständlich. Aber es ist auch die perfekte Lösung, dass das Leistungsprinzip Priorität hat." 239581(DIASHOW: Die deutschen Kapitäne)

Nicht nur Ballack ist Konkurrent

Ballack darf die Binde nämlich erst wieder tragen, wenn er sich seinen Platz im DFB-Team zurückerkämpft hat.

Dieses Vorhaben wird Khedira dem 33-Jährigen so schwer wie möglich machen.

Doch er weiß, dass Ballack nicht der einzige Konkurrent ist.

"Es gibt nicht nur Michael Ballack, sondern mehrere Konkurrenten für diese Position im Mittelfeld", sagte Khedira. "Wenn einer besser sein sollte als ich, dann muss der spielen."

"Immer neu beweisen"

Khedira hat die Messlatte sehr hoch gelegt, will sich aber nicht auf den Taten des WM-Sommers ausruhen.

"Mein Wechsel nach Madrid war das Ergebnis jahrelanger Arbeit. Man muss viel dafür tun", betonte er: "Man muss sich im Fußball immer neu beweisen."

Am besten schon am Freitagabend in Brüssel.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel