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Joachim Löw benannte Philipp Lahm (l.) als Kapitän für das Spiel gegen Belgien © getty

Vorm EM-Quali-Spiel in Belgien mahnt Löw zur Vorsicht. Die Gefahr lauert auch in den eigenen Reihen. Nicht zuletzt wegen der Bayern.

Vom DFB-Team berichtetThorsten Mesch

Brüssel - Die Vorbereitung war unruhig, kurz und durch die Kapitänsfrage überschattet:

Nun muss die volle Konzentration dem Auftaktspiel der EM-Qualifikation in Belgien (ab 20.15 Uhr im ) gelten.

"Wir haben einen Marathon vor uns und wissen, welche Gefahren gleich gegen Belgien auf uns lauern", mahnt Bundestrainer Joachim Löw vor dem ersten Pflichtspiel seit der Weltmeisterschaft zur Vorsicht.

Belgien dürfe man "auf keinen Fall unterschätzen. Sie befinden sich in einem Neuaufbau und wollen sich unbedingt mal wieder für ein großes Turnier qualifizieren", erklärt Löw. (DATENCENTER: EM-Qualifikation)

"Wollen guten Start erwischen"

"Für die WM können uns wir nichts kaufen", warnt auch Löws Assistent vor dem Duell bei den "Roten Teufeln" und Erben des großen Vincenzo "Enzo" Scifo, die darauf brennen, dem DFB-Team den Start zu vermiesen.

Südafrika war gestern, was zählt ist heute: Und dass es schwer wird, an die Leistungen der WM anzuknüpfen, das weiß auch der Bundestrainer.

"Große Mannschaften haben sich nach guten Turnieren oft schwergetan. Deshalb müssen wir jetzt über uns hinauswachsen, denn wir wollen unbedingt einen guten Start erwischen", fordert Löw.

Wilmots wittert Chance

Belgiens Co-Trainer Marc Wilmots sieht in Deutschlands "Kaltstart" nach der WM eine Chance für seine Mannschaft. "Manchmal ist es sehr schwer, die Maschine wieder in Gang zu bringen nach so guten Leistungen", sagt der Ex-Schalker im SPORT1-Interview.

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Während Wilmots zusammen mit Chefcoach Georges Leekens die belgische Mannschaft in Ruhe vorbereiten konnte, hatten Löw und Flick ihre Spieler nur drei Tage zusammen.

Nicht viel Zeit, zumal viele der WM-Teilnehmer noch weit von ihrer Bestform entfernt sind.

Bayern-Fraktion als Sorgenkind

"Es ist ein ernsthaftes Problem, dass einige Spieler noch nicht ihren Leistungszenit erreicht haben", schildert Löw die Lage. Besonders die Bayern-Fraktion bereitet ihm Sorgen.

Abgesehen von Bastian Schweinsteiger sind die Profis des deutschen Rekordmeisters noch nicht richtig in Tritt gekommen.

Philipp Lahm, der die deutsche Mannschaft in Abwesenheit des von Löw wegen Leistungsrückstands nicht nominierten Michael Ballack in beiden Partien aufs Feld führen wird 239581(DIASHOW: Die deutschen Kapitäne), Thomas Müller, Miroslav Klose, Mario Gomez, Holger Badstuber und Toni Kroos hatten nach der WM mit Startproblemen zu kämpfen.

[kaltura id="0_wc146urm" class="full_size" title="L w hebt den Zeigefinger"]

Der Rhythmus fehlt

"Wir sind zwar nicht müde, aber natürlich fehlt uns noch Wettkampfpraxis", erklärt Lahm. "Es kann noch nicht alles so funktionieren, wie bei der Weltmeisterschaft gegen England oder Argentinien."

Der 26-Jährige stellt sich bereits auf ein zähes Ringen ein: "Heutzutage werden die Spiele anders entschieden. Man muss einen Gegner auch mal 60, 70 Minuten bearbeiten. Und dann zuschlagen."

"Es ist klar, dass wir den Rhythmus noch nicht haben", meint auch Flick und erinnert an den holprigen Start in die vergangene WM-Qualifikation.

Im September 2008 reichte es nach dem Erreichen des EM-Finales und einem 6:0-Sieg in Liechtenstein nur zu einem 3:3 in Finnland.

Jansen startet wohl auf links

"Wir müssen gewarnt sein und dürfen nicht denken, dass es so weitergeht wie bei der WM", sagt ebenso Heiko Westermann im SPORT1-Interview.

Der neue Kapitän des Hamburger SV ist nach der verletzungsbedingt verpassten WM wieder fit und wird voraussichtlich in der Innenverteidigung den verletzten Arne Friedrich ersetzen.

Sein Vereinskollege Marcell Jansen hat gute Chancen, auf der linken Außenbahn zu starten.

Ein Remis in Belgien wäre zwar kein Beinbruch, aber doch zu wenig.

Sechs Punkte als Ruhekissen

"Wir als Deutschland können uns nicht mit einem Unentschieden anfreunden", betont Westermann. "Wir wollen in Belgien unbedingt gewinnen, damit wir direkt Ruhe haben."

Am Dienstag geht es in Köln mit der Partie gegen die von Berti Vogts trainierte Mannschaft aus Aserbaidschan weiter.

Mit sechs Punkten in die nächsten Partien gegen die Türkei und in Kasachstan zu gehen, käme dem Bundestrainer sehr gelegen.

Denn im Oktober wird er sich wieder mit der Frage beschäftigen müssen, ob Michael Ballack in die Mannschaft zurückkehrt.

Voraussichtliche Aufstellungen:

Belgien: Bailly - Alderweireld, van Buyten, Kompany, Vermaelen - Verthongen, Simons - Hazard, Fellaini, Dembele - LukakuDeutschland: Neuer - Lahm, Mertesacker, Westermann, Jansen - Schweinsteiger, Khedira - Müller, Özil, Podolski - KloseSchiedsrichter: Terje Hauge (Norwegen)

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