1815 wurde Napoleon südlich von Brüssel geschlagen. Zehn Kilometer weiter scheitert ein SPORT1-Redakteur auf bei der Taxi-Suche.

Eine 40-minütige Bahnfahrt für drei Euro - in Deutschland unvorstellbar, in Belgien ganz normal.

Deshalb entscheide ich mich bei der Wahl des Transportmittels zur Pressekonferenz der deutschen Mannschaft in La Hulpe für die Schiene.

Schließlich hat Belgien eins der dichtesten Eisenbahnnetze der Welt.

30 Kilometer sind es vom Fußballstadion bis ins kleine Städtchen im Südosten Brüssels. Doch das Hotel "La Dolce" liegt noch ein paar Kilometer außerhalb.

"Dann nehme ich ein Taxi", denke ich. Doch am Bahnhof angekommen, findet sich weit und breit keins.

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Nach 15-minütigen Fußmarsch in den Ort, der nur zehn Kilometer von Waterloo entfernt ist, wo Napoleon 1815 eine vernichtende Niederlage einstecken musste, ist immer noch kein Taxistand in Sicht.

Frust kommt auf. Ich überlege kurz, ob ich die PK sausen lasse und mir bei "Coiffeur Joachim" in der Rue Genval eine Löw-Frisur verpassen lassen soll, verwerfe die Idee aber wieder.

Schließlich warten Hansi Flick, Philipp Lahm und Sami Khedira. Doch wie komme ich hin?

"40 Minuten", sagt mir der nette Herr in einem Schreibwarengeschäft, nachdem er für mich bei der Taxizentrale, vermutlich in Brüssel, angerufen hat. "Es sind aber nur noch zwei Kilometer bis zum Hotel."

Ein paar hundert Meter weiter frage ich noch einmal an einer Tankstelle nach. "Ach. So drei Kilometer sind es bestimmt noch. Versuchen Sie es doch per Anhalter."

Gesagt, getan. Und gleich das erste Auto hält. Nicolas nimmt mich mit. Doch dann das nächste Problem: Baustelle! Umleitung!

Nicolas' Navi spielt verrückt. Er fährt mit seinem Golf-GTI durch ein Wohngebiet - mit 120 Sachen! Mir wird fast schlecht, doch ich lasse mir nichts anmerken.

Nach 15-minütiger Zickzack-Fahrt sind wir am Ziel. Nassgeschwitzt gehe ich zur PK.

Gescheitert. Auf der Suche nach einem Taxi.

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