Der Sieg in Belgien lässt keine Fragen offen, findet SPORT1-Chefreporter Thomas Herrmann. Die K-Frage habe der Bundestrainer souverän gelöst.

Hallo Fußball-Freunde,

Der Ehrenspielführer Lothar Matthäus hat durchaus auch weise Sprüche nach seinen 150 Länderspielen von sich gegeben . So sagte der Rekordnationalspieler: "Ein gutes Pferd springt nur so hoch wie es muss - nicht immer so hoch wie es kann."

Könnte gut sein, dass Jörg Wontorra im SPORT1-Doppelpass sofort 3 Euro fürs Phrasenschwein verlangt hätte, aber der Satz passt wie angegossen auf den 1:0 -Sieg in Belgien.

Ein perfektes Ergebnis, ein perfekter Start - dass es kein perfektes Spiel war, interessiert heute nicht einmal mehr Michael Ballack, der zu Hause lauert und sich vielleicht die Frage stellt: "Wie hoch kann denn das Pferd überhaupt springen?"

Der Weg war nicht das Ziel - sondern nur das Ergebnis. Hätten die fleißigen Belgier das Spiel noch gekippt, wären sofort Fragen in den Mittelpunkt gerückt.

Hat der Wechsel nach Madrid den beiden Hoffnungsträgern Özil und Khedira schon leicht den Kopf verdreht? Ist Friedrich in der Innenverteidigung überhaupt zu ersetzen?

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Ist Podolski auf links nicht eine Nummer zu unscheinbar und wirkungslos? Fehlte auf dem Platz nicht ein Alphatier, ein Leader, ein Agressiv-Leader, wie Ottmar Hitzfeld es immer so schön nannte?

Fehlte da nicht so ein Ballack - OH NEIN! Das alles bleibt uns dank des Sieges erspart - und das ist verdammt gut so.

Diese Partie, in diesem Saisonstadium, gibt überhaupt keinen Anlass irgendetwas in Frage zu stellen, über irgendetwas länger zu meckern, irgendwelche Konsequenzen zu fordern.

Ein wunderbarer Sieg, der noch Gold wert ist, wenn die Konkurrenten Türkei und Österreich in Belgien dann höchstwahrscheinlich Federn lassen.

Der Bayern-Block hat einwandfrei funktioniert und beim Zusammenspiel von Schweinsteiger, van Buyten, Müller und Klose konnte sich van Buyten von seinen bayerischen Wurzeln nicht lösen und hat konstruktiv beim Siegtor mitgewirkt (Der Rote mit seinen Roten).

Das WM-System von Jogi Löw steht - ich kann mir nicht vorstellen, dass er bis zur EM von seinem 4-2-3-1 System abweicht - es sei denn, Klose und Gomez spielen bei Bayern im Sturm zusammen und schießen im Minutentakt eine Bude nach der anderen .

Ach ja, und was machen wir denn mit dem Kapitän - mit dem Kapitän a.D. Neben dem Pferdespruch gibt es noch einen klugen: "In der Ruhe liegt die Kraft."

Diese K-Geschichte hat der Bundestrainer souverän gelöst. Es ist doch eine ganz logische Sache - spielt Ballack in Leverkusen in den nächsten Wochen groß auf, läuft er zu seiner Topform auf, spielt er auch als Kapitän in der Nationalmannschaft und plötzlich werden alles sagen: "Oh, ist doch toll, dass der 'Alte' wieder da ist".

Wenn nicht, wird Ihn keiner mehr vermissen. Die Karawane zieht weiter - wer noch aufspringt ist Willkommen, wer nicht, dem wird nicht hinterher gejammert .

Dienstag, 20.45 Uhr wartet Berti Vogts mit Aserbaidschan auf uns. Größte Gefahr gegen den Ex-Bundestrainer: Auf die leichte Schulter nehmen, nur Halb-Gas gegen den Fußballzwerg.

Da sich aber unter Jogi Löw keiner mehr so eine Einstellung leisten kann (Achtung Ballack lauert ) wird das bestimmt ein gemütlicher und entspannter Fußballabend.

Beste Grüße - Viel Spaß, wünscht Thomas HerrmannChefreporter SPORT1

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