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Lukas Podolski wird am Dienstag in Köln zum 81. Mal das DFB-Trikot tragen © getty

Lukas Podolski ist vor dem Spiel gegen Aserbaidschan nicht mehr unumstritten. Der Kölner gibt sich aber kämpferisch.

Vom DFB-Team berichtet Thorsten Mesch

Köln - Lukas Podolski hat Grund zur Freude. Wenn er gegen Aserbaidschan sein 81. Länderspiel absolviert, hat er mehr Einsätze auf dem Konto als sein Chef.

"Ich bin froh, dass ich Wolfgang Overath überholen werde", sagte Podolski am Montag auf der abschließenden Pressekonferenz vor dem Spiel am Dienstag (ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

Overath, Kölner Fußball-Legende und Präsident von Podolskis Heimatverein 1. FC Köln, hatte zuvor gescherzt, er werde "den Poldi für die nächsten fünf Jahre nicht mehr für die Nationalelf freigeben", denn es könne doch nicht sein, "dass er mehr Spiele hat als der Präsident."

Der Welt- und Europameister wird auf der Tribüne des Kölner Stadions sitzen, wenn sein Schützling versucht, seine nicht mehr unumstrittene Position im Nationalteam zu behaupten.

Selbstkritisch und kämpferisch

"Ich weiß selber, dass es gegen Belgien nicht optimal lief und ich besser spielen kann", gab Podolski mit Blick auf seine überschaubare Leistung beim 1:0-Sieg am Freitag 283060(DIASHOW: Die Bilder des Spiels) zu.

"Aber ich denke, dass es sehr schwer wird, an mit vorbeizukommen, wenn ich wieder meine normale Form habe."

Vor den Augen der Kölner Fans will Podolski wieder sein wahres Können zeigen. Und das muss er auch, denn seine Leistung beim 1:0 in Belgien ließ viele Wünsche offen.

Defizite bei der Fitness

"Er hat gegen Belgien nicht in seiner besten Verfassung gespielt", erklärte Bundestrainer Joachim Löw: "Er hat seine Defensivaufgaben ordentlich erfüllt, aber in der zweiten Halbzeit haben die Akzente in der Offensive gefehlt."

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Podolskis Leistung habe mit seinem noch nicht optimalen Fitnesszustand zu tun gehabt, so die Analyse des Bundestrainers.

"Die erste Halbzeit gegen Belgien war okay, danach lief es nicht mehr so gut", räumte Podolski ein. "Dass ich deshalb wieder so kritisiert werde, kann ich nicht nachvollziehen."

Nach 70 Minuten ging der 25-Jährige vom Platz und wurde durch Toni Kroos ersetzt 283051(DIASHOW: Das deutsche Team in der Einzelkritik). Der Bayern-Profi sitzt dem Kölner im Nacken.

Kroos lauert auf seine Chance

Bei der Weltmeisterschaft hatte Podolski die Nase gegenüber Kroos vorn, doch der 20-Jährige, der in bisher zehn Länderspielen nur 318 Minuten Einsatzzeit hatte, drängt in die Startelf.

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"Der nächste Schritt muss es sein, die Zeiten zu steigern, die man auf dem Rasen steht", sagte Kroos dem "kicker".

Die besondere Wertschätzung des Bundestrainers für Podolski, der trotz schwacher Leistungen im Verein regelmäßig für die Nationalelf nominiert wurde, sieht Kroos als Ansporn für seine eigene Zukunft. (DATENCENTER: EM-Qualifikation)

"Lukas hat sich das erarbeitet. Er hat 80 Länderspiele, eine tolle Torquote und mehrere gute Turniere gespielt. Da muss ich hinkommen."

"Er genießt großes Vertrauen"

Auch Löw hob am Montag Podolskis Verdienste für das DFB-Team hervor. "Er genießt bei uns ein großes Vertrauen, weil er in der Nationalmannschaft immer gute Leistungen bringt. Er trifft immer, das spricht für ihn."

Dennoch muss Podolski schnell zu seiner Bestform finden, sonst droht im möglicherweise schon bald der Verlust seines Stammplatzes.

Löw nennt Alternativen

"Toni Kroos ist auf verschiedenen Positionen einsetzbar und gefällt mir sehr gut. Er ist auch sehr reif für sein Alter", sagte Löw.

Während Kroos ein Stratege mit guter Übersicht und starken Standards ist, liegen die Stärken von Marko Marin im Spiel eins gegen eins.

"Marko Marin kann eine Mannschaft mit seinen Dribblings vor Probleme stellen", erklärte Löw und brachte auch die Namen der Nachwuchstalente Marco Reus (Gladbach) und Mario Götze (Dortmund) ins Spiel.

"Wir haben einen starken Kader und gute Leute im Hintergrund", sagte Podolski zum Konkurrenzkampf in der Nationalmannschaft.

Schweinsteiger setzt auf "Poldi"-Tor

"Ich habe bei den letzten Turnieren immer gezeigt, dass man auf mich zählen kann, und das wird auch in Zukunft so sein."

Gegen Aserbaidschan kann er seinen Kritikern die Antwort auf dem Platz geben. 40 Tore hat "Prinz Poldi" in seinen 80 Länderspielen erzielt. Und Nummer 41 soll folgen.

"Ich gehe davon aus, dass er am Dienstag ein Tor macht", glaubt sein Teamkollege und langer Weggefährte Bastian Schweinsteiger.

Belohnung für das Kölner Publikum

"Das erste Spiel vor eigenem Publikum ist in Köln, da freue ich mich besonders drauf", meinte Podolski.

"Wir haben hier leider in der vergangenen Saison mit dem FC nur dreimal gewonnen. Wenn wir den Fans ein gutes Spiel zeigen, haben die Kölner wieder etwas, über das sie sich freuen können."

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