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Torhüter Manuel Neuer hat bisher zwölf Länderspiele für Deutschland absolviert © getty

Schon vor den EM-Qualifikationsspielen bestätigt Löw Neuer als Nummer eins. Der Schalker will das Vertrauen nun zurückzahlen.

Vom DFB-Team berichtet Thorsten Mesch

Köln - Was die Lacher im Saal anging, stach Manuel Neuer am Montag sogar den fast immer zu Späßen aufgelegten Lukas Podolski eindeutig aus.

Als ein Journalist, der ihn in einem Drogeriemarkt gesehen hatte, wissen wollte, was Neuer denn gekauft habe und was die Kassiererin gesagt habe, antwortete er trocken:

"Die Frau an der Kasse hat gar nichts zu mir gesagt, außer dass sie das Geld haben wollte. Und ich habe Zahnpasta gekauft, weil ich die in Belgien im Hotel vergessen hatte."

So redet jemand, der vollkommen entspannt ist. Und dazu hat Manuel Neuer momentan auch allen Grund.

Nummer-Eins-Status bestätigt

Neuer ist die klare Nummer eins im Tor der Nationalmannschaft.

Das hat Bundestrainer Joachim Löw vor dem EM-Qualifikationsspiel in Belgien 283060(DIASHOW: Die Bilder des Spiels) festgelegt, und das hat Neuer mit einer sehr guten Leistung in Brüssel bestätigt.

Zweimal bewahrte der Schalker das DFB-Team in der ersten Halbzeit mit seinen Paraden vor einem Rückstand und knüpfte an seine starken Auftritte bei der Weltmeisterschaft an (DATENCENTER: EM-Qualifikation).

"Es gibt keinen Zweifel an seiner Leistung, er hat eine hervorragende WM gespielt", lobt Löw seinen Schlussmann.

Keine Kampfansage von Adler

Mit seinen Auftritten in Südafrika war Neuer der Mannschaft stets ein sicherer Rückhalt. Und will es auch bleiben.

"Ich habe noch viele Turniere vor mir", gibt Neuer seine Planung für die Zukunft aus und kündigt damit seinen Konkurrenten eine schwere Zeit an.

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Rene Adler, den Löw eigentlich als Stammkeeper vorgesehen hatte, der aber kurz vor der WM wegen einer Rippenverletzung absagte, muss sich hinten anstellen.

Am Freitag saß Adler nur auf der Tribüne, am Dienstag gegen Aserbaidschan (ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) darf der Leverkusener sich zumindest als Ersatzmann auf die Bank setzen.

"Wenn man mal die Nummer eins war, will man da auch wieder hin", sagt Adler, "aber es gibt von mir keine verbale Kampfansage".

"Möchte Vertrauen zurückzahlen"

Muss es auch nicht. Neuer weiß, dass er sich anhand der starken Konkurrenz keine Schwächen erlauben kann und es für ihn keinen WM-Bonus geben wird.

"Fakt ist, dass ich Tag für Tag 100 Prozent geben muss. Ich möchte mein Niveau ausbauen und weiter hart an mir arbeiten, so dass ich mich verbesser", sagt der 24-Jährige.

[kaltura id="0_pc1ppp1t" class="full_size" title="Neuer der neue Titan "]

"Es ist alles sehr gut für mich verlaufen", blickt der U-21-Europameister von 2009 auf seinen Aufstieg zurück. "Das Vertrauen, das mir geschenkt wird, möchte ich natürlich auch zurückgeben."

Offen für Kritik

Kritik an seinem Spiel, wie sie vor dem Belgien-Spiel der ehemalige Bayern-Torwart Jean-Marie Pfaff geäußert hatte, begegnet er selbstbewusst.

"Es gibt viele Kritiker. Man muss sich nicht mit allen Dingen auseinandersetzen. Ich stehe seit meinem vierten Lebensjahr im Tor und habe viele Profijahre hinter mir. Ich weiß, was ich zu tun habe."

Trotz seiner Jugend wirkt Neuer immer erstaunlich abgeklärt, fast schon eiskalt. "Es sieht so aus, als würde ich relativ unaufgeregt ins Spiel gehen", erklärt er, "aber es ist trotzdem notwendig, dass ich eine gewisse Anspannung habe."

Rasante Entwicklung

Und so wird er auch in das Spiel gegen Aserbaidschan gehen.

Ob er sich vorstellen könne, für die nächsten zehn Jahre im DFB-Tor zu stehen, fragte ihn die "Bild".

"Vorstellen kann ich mir das. Aber das wird sehr schwer, mit 34 Jahren noch die Nummer eins zu sein. Ich weiß ja nicht, was passiert und wie ich mich entwickle."

Als Torwart hat Manuel Neuer, der als 20-Jähriger den Routinier Frank Rost im Schalker Tor verdrängte und im Juni 2009 sein erstes Länderspiel machte, eine rasante Entwicklung hinter sich.

Als Spaßvogel deutete er am Montag ein gewisses Talent an. Er hat ja auch im Moment gut Lachen.

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