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Toni Kroos debütierte im März 2010 gegen Argentinien für die A-Nationalmannschaft © imago

Toni Kroos steht an der Schwelle zum Stammspieler. Gegen Aserbaidschan droht ihm die Bank, doch der Bayern-Profi will mehr.

Vom DFB-Team berichtet Thorsten Mesch

Köln - Erst einmal durfte er bisher in einem Länderspiel über die vollen 90 Minuten spielen.

Am 11. August, einen Monat nach dem Ende der Weltmeisterschaft in Südafrika, stand Toni Kroos in Dänemark in der Startelf und spielte durch.

"Ich denke, es war ein ordentliches Spiel von mir", sagte Kroos damals, der in Kopenhagen die zentrale Mittelfeldrolle von Mesut Özil ausfüllte.

Beim 2:2 gegen die Dänen fehlten im DFB-Team viele Stammspieler, weil sie sich in ihren Vereinen auf die Saison vorbereiten wollten. Neben Özil waren auch Kroos? Kollegen vom FC Bayern auch Lukas Podolski nicht dabei.

Kampfansage an Podolski

Der Kölner ist einer der Nationalspieler, denen Kroos im Nacken sitzt. Beim 1:0 in Belgien wurde er in der 70. Minute für Podolski eingewechselt. (DATENCENTER: EM-Qualifikation)

Auch gegen Aserbaidschan (ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) will er nun natürlich wieder dabei sein.

"Konkurrent ist jeder Spieler, der da spielt, wo ich spielen kann. Es ist kein Geheimnis, dass ich links spielen kann", sagte der 20-Jährige danach im "kicker".

Lob vom Bundestrainer

"Toni Kroos ist ein Spieler, der auf verschiedenen Positionen einsetzbar ist und der mir persönlich auch von seinen fußballerischen Fähigkeiten enorm gefällt", lobte Bundestrainer Joachim Löw am Montag seinen Mittelfeld-Allrounder:

"Er ist auch reif für sein Alter. Als er bei der WM in einigen Spielen rein kam, hat er gespielt, als wäre er schon immer dabei."

Kroos strahlt trotz seines jungen Alters eine unglaubliche Abgeklärtheit aus. Er hat die Übersicht und Spielintelligenz eines echten Strategen und besticht zudem durch gefährliche Standards.

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Von Klinsmann verkannt

Nur Jürgen Klinsmann schienen diese Fähigkeiten nicht überzeugen zu können. Der ehemalige Bayern-Trainer setzte Kroos auf die Bank.

Nachdem er eineinhalb Jahre an Bayer Leverkusen ausgeliehen war, will er sich in dieser Saison beim FC Bayern einen Stammplatz erkämpfen und auch in der Nationalmannschaft den Durchbruch schaffen.

"Wenn man das Gefühl hat, seinen Aufgaben gewachsen zu sein, dann will man auch spielen. Es ist doch normal, dass man so ehrgeizig ist", erklärte der gebürtige Greifswalder.

Starkes Jahr in Leverkusen

Mit diesem Ehrgeiz und seinen spielerischen Fähigkeiten wurde Kroos in der vergangenen Saison in Leverkusen zur festen Größe. Von 33 Spielen, einmal fehlte er gelbgesperrt, absolvierte er 20 über die vollen 90 Minuten.

[kaltura id="0_09rjgmxd" class="full_size" title="Problemfall Podolski"]

Sein damaliger Trainer Jupp Heynckes hätte ihn gern noch länger in der Mannschaft behalten und appellierte an seinen alten Freund und Bayern-Boss Uli Hoeneß:

"Toni und der FC Bayern wären gut beraten, wenn er noch ein Jahr bei Bayer dranhängen würde. Hier könnte er seine Entwicklung abschließen." Doch die Bayern ließen sich nicht erweichen und Trainer Louis van Gaal erklärte, er plane mit Kroos.

Kroos ist Optimist

"Ich denke, Louis van Gaal sieht mich in der Zentrale", erklärte Kroos und ergänzte: "Aber ich bin flexibel. Das weiß der Trainer."

Beim Auftaktsieg gegen Wolfsburg wurde Kroos vom Niederländer allerdings in der 73. Minute ausgewechselt, beim 0:2 in Kaiserlautern fand er sich sogar zunächst auf der Bank wieder. Angst, ihn können das gleich Schicksal ereilen wie seinerzeit unter Klinsmann, hat er aber deshalb nicht.

"Mal abwarten, was in München passiert. Ich bin absolut überzeugt davon, dass es positiv weitergeht."

"Ich muss jede Minute nutzen"

Während sein Vereinskollege Holger Badstuber gegen Aserbaidschain wieder in der Startformation steht, muss Kroos erneut mit der Rolle des Ergänzungsspielers leben.

"Ich muss halt sehen, dass ich jede Minute nutze. Dann werden es schnell mehr."

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