vergrößernverkleinern
Klose (r.), hat nun 55 Länderspieltreffer erzielt, Podolski (M.) 41mal getroffen. © getty

Podolski und Klose sind die Helden gegen Aserbaidschan. Mertesackers Verletzung trübt aber die Freude. Ballack ist nicht da.

Vom DFB-Team berichtet Thorsten Mesch

Köln - Es sollte der Abend von "Prinz Poldi" werden. Und er wurde es auch.

Aus den Lautsprechen dröhnte "Viva Colonia", die meisten der 43.751 Zuschauer im Stadion sangen lauthals und schwenkten dazu im Takt schwarz-rot-goldene Fähnchen.

Mit einem Tor, einer Torvorlage, weiteren großen Chancen und vielen guten Aktionen war Lukas Podolski ohne Frage einer der besten Akteure beim lockeren 6:1 (3:0) im EM-Qualifikationsspiel gegen Aserbaidschan.

"Es hat Spaß gemacht. Ich habe ein paar gute Aktionen gehabt, ein Tor gemacht, eins vorbereitet. Das Spiel gibt mir Selbstvertrauen", sagte der Kölner Publikumsliebling 284505(DIASHOW: DFB-Team in der Einzelkritik).

"Podolski war anzumerken, dass er gewillt war, viel Laufarbeit zu absolvieren", fand Bundestrainer Joachim Löw: "Lukas beweist seine Stärke in der Nationalmannschaft immer wieder, allein seine Torquote spricht für ihn."

Doch neben Podolski, der in seinem 81. Länderspiel seinen 41. Treffer erzielte, gab es gleich mehrere weitere Hauptdarsteller.

55. Länderspieltreffer für Klose

Etwa Miroslav Klose, der sogar zwei Treffer erzielte und dadurch seine Bilanz auf 55. Länderspieltore steigerte.

Per Mertesacker, der sich nach wenigen Minuten nach einem Zusammenprall mit einem Gegenspieler verletzte und in der elften Minute ausgewechselt wurde.

[image id="e7917b53-65b3-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Heiko Westermann, der für Mertesacker ins Spiel kam und die Führung erzielte. Und da war Holger Badstuber, ebenfalls Innenverteidiger, der das 3:0 vorbereitete und das 5:1 per Kopf erzielte.

"Beide haben ihre Sache gut gemacht, Badstuber hat zudem aus seinen Freiräumen viel gemacht und hatte gute Aktionen in der Offensive", lobte Löw.284504(DIASHOW: Bilder des Spiels)

"Man sieht ja, dass mir diese Position mehr liegt als auf der Außenbahn", bemerkte der Münchner.

Und nicht zuletzt Michael Ballack, der durch seine Abwesenheit auch irgendwie zu einem Protagonisten wurde.

Dass der nichtnominierte Kapitän das Spiel im Gegensatz zu seinem Leverkusener Vereinskollegen Simon Rolfes nicht im Stadion verfolgte, schlug hohe Wellen.

[kaltura id="0_zfvjlr9d" class="full_size" title="DFB Elf mit perfektem Start"]

"Ich habe Michael Ballack nicht im Stadion gesehen. Ich hatte ihm freigestellt, ob er kommt. Das muss jeder selbst entscheiden", sagte Löw, der über das Fernbleiben des 33-Jährigen nicht gerade erfreut zu sein schien.

Mertesacker fällt wohl vier Wochen aus

Besonders bitter war der Abend für Mertesacker, der in der achten Minute nach einem Zusammenprall zu Boden gegangen war.

Wie sich bei der Röntgenuntersuchung am Abend im Krankenhaus herausstellte, zog sich der Bremer einen Bruch des Augenhöhlenbodens und eine Platzwunde unter dem linken Auge zu.

Nach SPORT1-Informationen wird Mertesacker rund vier Wochen ausfallen und damit Werder auch am Samstag im Bundesligaspiel beim FC Bayern fehlen.

Für Mertesacker rückte Westermann in die Innenverteidigung. Und der Hamburger, der eigentlich als Außenverteidiger erwartet worden war, schaltete sich gegen die tief verteidigenden Gäste sofort mit ins Offensivspiel ein.

Defensive "Wadenbeißer"

"Es ist immer schwer, gegen solche Mannschaften zu spielen. Wir haben es ganz gut gemacht", meinte Westermann, dem die destruktive Taktik des Gegners nicht gefiel.

"Die haben sich auch nach den Toren weiter hinten reingestellt. Mit Fußball hatte das eigentlich wenig zu tun", fand der Defensiv-Allrounder.

"Sie hatten ein paar Wadenbeißer auf uns angesetzt und viel Manndeckung gespielt", ergänzte Thomas Müller. "So war im Zentrum ziemlich viel Platz für unsere Innenverteidiger. Das Musterbeispiel war dann das Tor direkt vor der Halbzeit."

Kloses Dank an die Kollegen

Diesen Raum nutzte nicht nur Westermann, der in der 28. Minute nach Zuspiel von Klose das 1:0 erzielte, sondern auch sein Abwehrkollege Badstuber, der das 3:0 in der Nachspielzeit der ersten Hälfte mit einem Sololauf und einem Pass auf Podolski einleitete.(DATENCENTER: EM-Qualifikation)

Vollenden durfte die Kombination Klose, der nach Podolskis Querpass leichtes Spiel hatte.

"Der Ball lag heute zweimal vor meinen Füßen und ich musste ihn nur noch reindrücken", meinte Klose und ergänzte bescheiden: "Ich kann mich nur bei der Mannschaft bedanken."

Das taten auch die Kölner Zuschauer, denen das DFB-Team im ersten Heimspiel nach der WM eine sehr unterhaltsame und spielerisch überzeugende Vorstellung geboten hatte.

Neuer ärgert sich über Patzer

Die gute Laune konnte den Fans auch der leichte Nieselregen und Manuel Neuers Fehler beim Ehrentreffer der Gäste nicht verderben.

"Das ist schon ärgerlich", sagte der Nationaltorwart, der den Ball nach einer Ecke auf den Rücken eines Aserbaidschaners klatschte. "Man will natürlich immer zu Null spielen, gerade gegen so einen Gegner."

Den guten Gesamteindruck gegen die chancenlosen Gegner konnte der Patzer aber nicht trüben.

Vogts: "Waren zu passiv"

"Wir waren viel zu passiv und haben dumme Gegentore in der Nachspielzeit bekommen", sagte Aserbaidschans Trainer Berti Vogts: "Deutschland spielt in einer anderen Liga."

Im Oktober steht mit dem Spiel gegen die Türkei eine weitaus schwierigere Aufgabe bevor.

"Die Türken haben auch zweimal gewonnen und in Berlin werden viele türkische Fans im Stadion sein", warnte Podolski. Dennoch dürfte auch in der Hauptstadt die Gefolgschaft des "Prinzen" in der Überzahl sein.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel