Der Sieg gegen Aserbaidschan beweist die Stärke des Bundestrainers, findet SPORT1-Chefreporter Thomas Herrmann in seiner Kolumne.

Hallo Fußball-Freunde,

Die "Kleinen" werden nicht mehr unterschätzt - sondern mit Genuss und Spaß "weggeballert".

Kölns "Prinz Poldi" stellt sich dem Druck, kann plötzlich laufen und bringt eine beachtliche Kilometerzahl hinter sich.

Münchnens Klose nimmt bei der Nationalmannschaft fünf Kilo ab und ist auch deshalb bei Bayern wieder gesetzt

Ballack, der Kapitän a.D., kommt freiwillig ins Teamquartier (beachtliche Anreise aus Leverkusen), obwohl die meisten (zurzeit) am liebsten einen großen Bogen um ihn herum machen würden.

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Und Lahm wandert ohne Murren nach links rüber, als ob das selbstverständlich wäre. Und wer macht's möglich?

Jogi Löw hat eine natürliche, unaufgesetzte, selbstverständliche Ausstrahlung, ein Fußballlehrercharisma, dem sich die Profis nicht entziehen können. Löw ist leistungsorientiert, unaufgeregt und absolut kompetent. Die Spieler spüren das und geben selbst gegen Aserbaidschan alles.

Sie kennen sicherlich alle Freunde und Bekannte, denen man nicht böse sein kann, obwohl sie oft Schmarrn machen.

Podolski gehört auch in diese Kategorie. Er wandelt immer auf einem schmalen Grat - links stützt ihn der Kölner Dom und rechts eben Löw.

Es war ein tolles Spiel von ihm - mit dem Adler auf der Brust scheint der sympathische Kölner endlich zu begreifen, dass er sein großes Potenzial nur abrufen kann, wenn die Kilometerzahl stimmt.

Für Löw spricht auch, dass ein vor Selbstvertrauen strotzender Ballack sich freiwillig zum Kaffee bei ihm Löw anmeldet. Das zeigt: Es rumort und wühlt etwas ganz stark im Capitano.

Beim Plausch mit dem Bundestrainer wollte er ausloten: Wie ist die Stimmung? Kann ich ein bisschen "Schön-Wetter" machen?

Er muss einen Schritt auf die Gemeinschaft zugehen. Aber die Gemeinschaft hat noch nicht aufgemacht - deshalb war Ballack auch nicht im Stadion, obwohl das schon Löws Wunsch war.

Für mich ist es nicht nachvollziehbar, dass der offizielle Kapitän nicht kommt, obwohl das Spiel nur wenige Kilometer entfernt war.

Das spricht Bände, macht die Sache jetzt noch komplizierter und sein Comeback selbst bei Höchstleistungen sehr schwierig.

Aber auch das wird "Guru" Löw mit seinem Talent zu unaufgeregten Lösungen bestimmt in den Griff bekommen.

Weiterhin viel Freude am Fußball, wünscht Thomas HerrmannChefreporter SPORT1

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