vergrößernverkleinern
Christoph Daum trainierte zuletzt den türkischen Klub Fenerbahce Istanbul © imago

Christoph Daum, sein langjähriger Wegbegleiter Ballacks, interpretiert Löws aktuelle Aussagen bei SPORT1 auf seine Weise.

München - Die Situation ist schwierig.

Es herrscht weiter Verwirrung um Michael Ballack, der wegen einer Fraktur im Schienbeinkopf voraussichtlich bis Ende Oktober ausfällt.

"Die Zeit läuft weiter, die Entwicklung geht weiter. Neue, junge Spieler rücken nach", hatte Bundestrainer Joachim Löw bemerkt.

In diesem Jahr wird der fast 34 Jahre alte Mittelfeldspieler wohl nicht mehr ins DFB-Aufgebot zurückkehren.

Für die nächsten beiden EM-Quali-Spiele gegen die Türkei (8. Oktober) und in Kasachstan (12. Oktober) fällt er aus (DATENCENTER: EM-Qualifikation).

Und auch für das Freundschaftsspiel des DFB-Teams am 17. November in Schweden reicht die Zeit wohl nicht.

Die Frage ist nun, kehrt der "Capitano" überhaupt noch mal zurück?

Generell gelte laut Löw nicht nur für Ballack: "Irgendwann muss jeder erkennen, dass die Zeit vorbei ist, in der man Top-Leistungen bringen kann."

Christoph Daum, Fast-Bundestrainer und langjähriger Wegbegleiter Ballacks, interpretiert Löws Aussagen im SPORT1-Interview auf seine Weise.

Christoph Daum über...

Löws Statements in der "Badischen Zeitung":

In der Situation, in der sich Michael Ballack befindet, führen diese Aussagen natürlich zu weiteren Spekulationen. Sie helfen im Augenblick nicht, sondern bringen mehr Zündstoff hinein. Man sollte sich zu oder gegen Ballack bekennen. Das hat er verdient.

ein mögliches Comeback von Ballack beim DFB:

Ein Michael Ballack in Bestform wäre eine Riesenverstärkung für die deutsche Nationalmannschaft.

eine "scheibchenweise Entmachtung" Ballacks:

Man weiß nie, wie sich etwas verändert oder wer sich verletzt. Im Augenblick sind Khedira und Schweinsteiger gesetzt, aber auch da kann etwas passieren.

Deswegen wird sich Joachim Löw immer ein Hintertürchen offen lassen, für den Fall, dass Michael Ballack wieder zu seiner alten Form zurückfindet, wovon ich überzeugt bin.

[kaltura id="0_kcgb4yrh" class="full_size" title=" Michael ist entt uscht "]

Ballacks Stellenwert:

Jeder weiß, was er schon für Deutschland geleistet hat. Er hat maßgeblichen Anteil daran, dass Deutschland so einen Aufschwung erlebt hat. Er war zwar bei der WM in Südafrika nicht dabei, aber dass sich die Nationalmannschaft überhaupt qualifiziert hat, war auch ein großer Verdienst von Michael Ballack.

Er hat viele Sympathisanten. Und insofern ist es nicht so einfach zum Kapitän zu sagen: Das war's...

ein fehlendes Bekenntnis von Löw zu Ballack:

Joachim Löw führt klare Kriterien an: Der Spieler muss leistungsfähig sein und besser sein als Schweinsteiger oder Khedira.

Aus der Sicht des Bundestrainers ist das nachvollziehbar, aus der Sicht der Öffentlichkeit bekommt das Ganze jedoch durchaus ein "Geschmäckle". Das hätte man ausräumen können, aber es gibt verschiedene Wege. Und der Weg, der jetzt gegangen wird, ist der Weg der Spekulation.

Ballacks Befindlichkeit:

Michael ist enttäuscht von der ganzen Entwicklung, denn er hat sich schon als einer der Macher in der Nationalmannschaft seit der EM 2004 gesehen.

Er hat sich einen Stellenwert erarbeitet, der aufgrund seiner Verletzung quasi über Nacht wie ein Kartenhaus zusammengebrochen ist, wofür er aber eigentlich nichts konnte. Hinzu kamen weitere Gerüchte und Spekulationen.

Aber die hat er gut verarbeitet und sich zur Nationalmannschaft bekannt. Er ist nach Südafrika geflogen, aber auch das wurde dann wieder merkwürdig interpretiert.

Jetzt hält er sich wieder zurück und konzentriert sich voll auf seine Gesundheit.

Wenn er wieder fit ist, wird er mit Argumenten auf dem Platz antreten und dann werden wir sehen, inwieweit Alter bei den künftigen Nominierungen noch eine Rolle spielt.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel