Michael Ballack dürfte sich seit der Veröffentlichung seines folgenschweren "FAZ"-Interviews diverse Male in den Allerwertesten gebissen haben.

Oberflächlich hatte er darin Respekt im Umgang für seinen altgedienten Adjutanten Torsten Frings gefordert und sich bei der einen oder anderen Formulierung im Ton vergriffen.

Der Subtext aber verriet, dass die Degradierung des treuen Weggefährten bei dem 32-Jährigen die Alarmglocken hatte läuten lassen.

Ballack sieht sich von der ehrgeizigen nachrückenden Generation in der DFB-Auswahl nicht mehr wie gewünscht als unumstrittener Chef anerkannt.

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Dass er mit Teammanager Oliver Bierhoff zudem eine maßgebliche Person des Mannschaftsumfelds gegen sich aufgebracht hat, macht die Situation für den Chelsea-Legionär nicht einfacher.

Um bis zur WM 2010, seinem angepeilten letzten Turnier mit der Nationalmannschaft, nicht selbst in Frage gestellt zu werden, hatte er per Vorwärtsverteidigung seine Claims abstecken wollen. Das ist gründlich in die Hose gegangen.

Zwar weiß Bundestrainer Joachim Löw ganz genau, dass die unbestrittenen sportlichen Qualitäten Ballacks der deutschen Auswahl nach wie vor gut zu Gesicht stehen.

Daher hat er auf weitergehende Strafmaßnahmen über den öffentlichen Gang nach Canossa hinaus gerne verzichtet. Doch durch den Vorstoß seines Kapitäns ist viel Porzellan zerschlagen worden, das nur notdürftig gekittet wurde.

Wenn Ballack bei Löw einen Bonus hatte, ist er jetzt restlos aufgebraucht. Will Ballack bei der WM 2010 wieder das volle Vertrauen des Bundestrainers genießen, muss er fortan den Mund halten und spuren.

Seinen Status in der Mannschaft hat er dadurch nachhaltig geschwächt.

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