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Bastian Schweinsteiger (l.) und Sami Khedira waren zuletzt ein eingespieltes Duo © imago

Nach den Ausfällen muss Joachim Löw für das Türkei-Spiel schnell einen Nachrücker finden. Auch Nachnominierungen sind möglich.

Vom DFB-Team berichtet Martin Volkmar

München/Berlin - Nächste Absage für Joachim Löw:

Nur wenige Stunden nach dem Ausfall von Bastian Schweinsteiger sagte auch Kevin Großkreutz dem Bundestrainer für das wichtige Länderspiel gegen die Türkei ab.

Dies entschied Löw nach einem Telefonat mit dem Youngster am Dienstagmorgen.

Der 22-Jährige von Borussia Dortmund muss wegen einer Grippe beim EM-Qualifikationsspiel am Freitag (ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) in Berlin passen.

Bei guter Genesung könnte Großkreutz möglicherweise nachreisen und bei der nächsten Partie am kommenden Dienstag in Kasachstan wieder zum Aufgebot gehören.

Nur noch 16 Feldspieler

Nachdem zuvor bereits Marcell Jansen wegen einer Virusinfektion absagen musste, umfasst das DFB-Aufgebot nun nur noch 19 Spieler, davon drei Torhüter.

"Das sind Dinge, die nach einer WM passieren", blieb Löw in einer ersten Reaktion zumindest äußerlich gelassen.

"Die Spieler hatten nur eine kurze Pause, eine kurze Vorbereitungszeit, das erhöht die Verletzungsgefahr natürlich. Auch die Spanier haben viele Probleme mit Verletzungen."

Nachnominierungen, die er zunächst ausgeschlossen hatte, könnten nun doch noch mal aktuell werden.

Holtby, Schürrle, Hummels oder Bender?

Die Mainzer Lewis Holtby und Andre Schürrle gelten als erste Kandidaten für die Offensive. Sollte der DFB-Chefcoach eher Wert auf die Defensive legen, wären die Dortmunder Mats Hummels oder Sven Bender eine Alternative.

Dagegen stehen die Routiniers Michael Ballack, Thomas Hitzlsperger (beide verletzt) und Simon Rolfes, der nach seiner langen Pause bislang nur zu Kurzeinsätzen kam, nicht zur Verfügung.

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So reißt der Ausfall von Schweinsteiger, bei der WM unumstrittener Führungsspieler der Nationalmannschaft, ein großes Loch.

"Er ist für uns eminent wichtig. Er kann mit seiner Sicherheit, seiner Ausstrahlung und seinem Tempo eine Mannschaft führen. Aber wir werden eine Lösung finden", sagte Löw.

Der 26-Jährige war beim 0:2 des FC Bayern bei Borussia Dortmund umgeknickt und hatte einen Kapselbandanriss im rechten Fußwurzelbereich erlitten.

Gerade im emotionsgeladenen Duell im ausverkauften Olympiastadion, in dem rund 30.000 Türken erwartet werden, wäre die Routine des 83-fachen Nationalspielers enorm wichtig gewesen.

Khedira Chef - drei Kandidaten für Schweinsteiger-Rolle

Stattdessen muss nun Sami Khedira mit gerade 23 Jahren die Chefrolle in der DFB-Auswahl übernehmen. Gut möglich, dass Löw ihm deshalb den 27-jährigen defensiveren Heiko Westermann an die Seite stellt.

Wahrscheinlich fällt die Entscheidung aber zwischen dem Münchner Toni Kroos und dem Stuttgarter Christian Träsch, obwohl beide derzeit mit ihren Vereinen in der Krise stecken.

Offen ist auch noch die Besetzung der linken Abwehrseite, wo sich Jerome Boateng nach überstandener Knieverletzung Hoffnungen auf einen Einsatz in seiner Heimatstadt macht.

"Ich bin noch nicht bei hundert Prozent. Aber ich werde mir die Fitness beim DFB wiederholen",, sagte der 22-Jährige von Manchester City, der auch bei der WM links in der Viererkette gespielt hatte.

Helmes sauer über Nicht-Nominierung

Probleme bereitet auch das Formtief aller Stürmer. Entsprechend verständlich war daher die Kritik, die der nicht berufene Patrick Helmes übte, der im Gegensatz zu den DFB-Konkurrenten am Wochenende getroffen hatte.

"Ich weiß nicht, warum ich nicht nominiert wurde. Vielleicht ist es auch besser so, Aber acht Pflichtspieltore für Bayer sind offenbar zu wenig", meinte der Leverkusener.

Löw vertraut seinen WM-Teilnehmern und will sich trotz der Rückschläge nicht entmutigen lassen. "Es ist eine große Herausforderung und ein Spiel von enormer Wichtigkeit", erklärte er.

Ehrung durch den Bundespräsidenten

Die volle Konzentration wird aber wohl erst ab Mittwoch eintreten, denn am Dienstag stand die Ehrung der Nationalmannschaft durch den Bundespräsidenten im Vordergrund.

Der WM-Dritte wird im Schloss Bellevue Spieler für Leistung und Auftreten in Südafrika mit dem Silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet.

Löw erhält zudem von Christian Wulff das Bundesverdienstkreuz.

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