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Sami Khedira (r.) absolvierte unter Joachim Löw 14 Länderspiele © imago

Nach Schweinsteigers Ausfall soll Sami Khedira gegen die Türkei die Chefrolle übernehmen. Bundestrainer Löw lobt bei SPORT1 ihn und Özil.

Vom DFB-Team berichten Martin Volkmar und Tobias Hlusiak

Berlin - Joachim Löw ist mal wieder als Tüftler gefragt.

Denn die deutsche Nationalmannschaft geht mit großen Sorgen ins enorm wichtige EM-Qualifikationsspiel gegen die Türkei am Freitag (ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER).

Der Ausfall von Bastian Schweinsteiger am Montagabend war ein Schock.

Übertüncht wurde er nur durch die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Dienstag, doch nach der Ehrung beim Bundespräsidenten tritt der Blick auf die Probleme der DFB-Auswahl umso deutlicher zu Tage.

"Dieser Ausfall tut uns weh", gab Kapitän Philipp Lahm offen zu.

Formkrise fast aller Stammkräfte

Denn neben Schweinsteigers Fehlen muss das Team auch die Formkrise fast der gesamten Stammelf kompensieren.

Sowohl die Bayern-Profis als auch weitere Führungskräfte wie Manuel Neuer, Per Mertesacker, Lukas Podolski oder Cacau stecken mit ihren Klubs im Tief.

Umso mehr setzt Löw im ausverkauften Berliner Olympiastadion auf sein verbliebenes Erfolgs-Duo: Mesut Özil und Sami Khedira, übernehmen Sie!

Khedira übernimmt Chefrolle

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Während der Deutsch-Türke gegen das Geburtsland seiner Eltern das Spiel nach vorne machen soll, muss Khedira die Chefrolle und die Organisation der Defensive übernehmen.

Löw ist überzeugt, dass beide dieser Aufgabe trotz ihrer erst 21 (Özil) bzw. 23 Jahre gewachsen sind.

Gegenüber SPORT1 zeigt sich der Bundestrainer regelrecht begeistert, wie seine WM-Stars den Wechsel zu Real Madrid bislang gemeistert haben.

"Real Madrid gehört zu den renommiertesten Klubs der Welt. Das ist der Druck natürlich besonders groß, weil das Team mit Weltstarts gespickt ist", sagt Löw:

"Gerade angesichts der kurzen Vorbereitung haben beide dort bisher unglaublich viel Positives geleistet."

Hrubesch über Entwicklung begeistert

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Auch ihr großer Förderer Horst Hrubesch, der dank Kapitän Khedira und Topspieler Özil 2009 mit der deutschen U-21 Europameister wurde, ist voll des Lobes für seine beiden ehemaligen Schützlinge.

"Beide verfügen über außergewöhnliches Talent und haben sich in den letzten zwei Jahren enorm weiterentwickelt", erklärt der DFB-Coach im Gespräch mit SPORT1.

"Mesut ist für die genialen Dinge zuständig"

"Sami ist ein Arbeiter, ein unauffälliger Spieler, der ein Team auch führen kann. Mesut ist hingegen mehr für die genialen Dinge zuständig. Er hat aber mittlerweile gelernt, im Spiel mitzuarbeiten. Das ist der entscheidende Faktor in seiner Entwicklung."

Daher ist er sich mit Experten wie etwa Paul Breitner einig: "Wenn beide ihren Weg so weitergehen, kann Deutschland sich über Top-Spieler freuen, die eine große Zukunft vor sich haben."

Hrubesch ist aber auch davon überzeugt, dass das Duo bereits gegen die Türkei die Mannschaft führen kann. "Das traue ich ihnen ohne Probleme zu", meint der Ex-Nationalspieler mit Verweis auf die U-21-EM und die WM:

Zuversichtlich trotz Drucksituation

"Ich glaube ganz einfach, dass die jungen Spieler mit dem Druck umgehen können und diese Spiele sogar gerne haben. Sie wissen einfach, dass sie die nötige Qualität haben. Deswegen gehe ich davon aus, dass Deutschland mit der jungen Mannschaft das Spiel gewinnen wird."

Wie Hrubesch erwartet auch Löw nicht, dass der Druck speziell bei Özil in diesem besonderen Duell zu groß sein konnte. "Natürlich spielen Mesuts türkische Wurzeln am Freitag eine Rolle. Aber da mache ich mir keine Sorgen", sagte er SPORT1.

"Bei ihm ist zu spüren, dass er mental schon sehr weit ist in jungen Jahren. Den Druck bei der WM hat er hervorragend bewältigt. Jetzt hat Özil auch die Aufgabe gemeistert, bei Real Madrid eine wichtige Rolle im Mittelfeld zu übernehmen."

Löws optimistisches Fazit: "Ich denke, dass er sich von Drucksituationen freimacht und in dem Spiel gegen die Türkei eine besonders gute Leistung zeigen wird."

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