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Mesut Özil (r., hier mit Thomas Müller) steht vor seinem 20. Länderspiel in der A-Nationalmannschaft © imago

Die Bundesliga-Spieler im DFB-Kader stecken im Formtief. Deshalb müssen die Legionäre vorangehen. Mesut Özil rückt in den Fokus.

Vom DFB-Team berichtet Martin Volkmar

Berlin - Wenn man nur allein die Formkurven der deutschen Nationalspieler als Maßstab nimmt, muss einem Angst und Bange werden.

Denn ausgerechnet vor dem Gipfeltreffen der EM-Qualifikationsgruppe A gegen die Türkei (Fr., ab 20.15 Uhr im LIVE-TICKER) gehen die meisten DFB-Akteure auf dem Zahnfleisch.

Alle acht Bundesligaprofis der voraussichtlichen Anfangself haben einen Fehlstart in die Saison hingelegt, allen voran die Spieler des FC Bayern.

"So kaputt war ich noch nie", gibt Kapitän Philipp Lahm zu.

Hinzu kommt die Tatsache, dass das ausverkaufte Berliner Olympiastadion wohl mindestens zur Hälfte mit türkischen Fans gefüllt sein wird.

Löw gelassen

Doch Joachim Löw bleibt gelassen. "Sorgen habe ich nicht. Ich bin sicher, dass sich alle der Wichtigkeit des Spiels bewusst sind", sagte er im Interview mit SPORT1.

"Und auswärts haben wir immer gute Spiele gemacht."

Hoffnung macht dem Bundestrainer der Blick zurück. Vor genau einem Jahr reiste sein Team unter ähnlich schweren Voraussetzungen zum entscheidenden WM-Qualifikationsspiel nach Moskau und gewann nach starker Leistung 1:0.

Klose soll es wieder richten

Matchwinner war damals Miroslav Klose, der im Verein nur zweite Wahl war. Auch herrscht bei Klose ebenso wie bei seinen Sturmkollegen in der Liga Flaute.

Doch im DFB-Trikot hat der 32-Jährige, der mit seinem 104. Länderspiel Franz Beckenbauer überholt, immer getroffen. Zuletzt beim 1:0 zum Qualifikations-Auftakt vor einem Monat in Belgien.

Eine ähnliche Bilanz im Nationalteam hat Lukas Podolski, den Rest sollen die beiden neuen Real-Stars Sami Khedira in der Defensivorganisation und Mesut Özil im Spiel nach vorne richten.

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"Türkei gehört zur europäischen Spitze"

"Die Türkei gehört zur europäischen Spitze. Da müssen wir schon eine sehr gute Leistung abliefern, um sie zu schlagen", warnt Löw zwar, ergänzt aber:

"Die Mannschaft ist seit Wochen und Monaten sehr selbstbewusst. Deshalb bin ich sehr, sehr zuversichtlich, dass wir gewinnen."

SPORT1 hat die Fakten zum Spiel:

Personal:

Die Position hinten links in der Viererkette wird der Hamburger Heiko Westermann übernehmen, Jerome Boateng sitzt zunächst auf der Bank.

Der verletzte Bastian Schweinsteiger wird im defensiven Mittelfeld durch Bayern-Kollege Toni Kroos ersetzt werden.

Bei den Türken fehlt der verletzte Spielmacher Arda Turan, für den der Dortmunder Nuri Sahin in der Startelf steht.

Auch Bayern-Profi Hamit Altintop kann spielen, sein Zwillingsbruder Halil findet sich ebenfalls in der Anfangsformation.

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Spieler im Fokus: Mesut Özil

Alle Augen sind auf Mesut Özil gerichtet. "Natürlich ist es ein besonderes Spiel, denn es geht gegen meine Freunde", sagt der Sohn türkischer Einwanderer, der sich 2009 endgültig für den DFB entschied.

Seitdem ist der 21-Jährige durch die WM und seinen Wechsel zu Real Madrid zum Topstar geworden, der auch in der Heimat seiner Eltern populär ist.

Gespannt sein darf man daher darauf, wie die zahlreichen türkischen Fans im Olympiastadion auf Özil reagieren werden.

Bilanz:

Die Bilanz gegen die Türkei ist positiv: In 18 Länderspielen gab es zwölf Siege, drei Unentschieden und drei Niederlagen (Torverhältnis 43:12).

Zuletzt trafen beide Teams im EM-Halbfinale 2008 in Basel aufeinander, die DFB-Elf gewann dank Philipp Lahms Last-Minute-Treffer mit 3:2.

Die letzte Niederlage kassierte die deutsche Mannschaft im Spiel davor: Genau vor fünf Jahren gab es in Istanbul eine 1:2-Niederlage.

Das sagen die Trainer:

Joachim Löw: "Das ist natürlich ein sehr wichtiges Spiel, aber kein Endspiel. Es ist erst das dritte Spiel der Gruppe und deshalb noch nicht alles entscheidend."

Guus Hiddink: "Natürlich ist es eine besondere Partie. Das Duell der Gruppenfavoriten, auf das ganz Europa schaut. Meine Mannschaft wird immer auf den Platz gehen, um zu gewinnen."

Aufstellungen:

Deutschland: Neuer - Lahm, Mertesacker, Badstuber, Westermann - Kroos, Khedira - Müller, Özil, Podolski - Klose

Türkei: Demirel - Erdogan, Belözoglu, Hamit Alt?ntop, Gönül, Hurmac?, Aurelio, Sahin, Alt?ntop, Sar?o?lu

Schiedsrichter: Webb (England)

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