Die DFB-Auswahl hat nach dem Sieg gegen die Türkei die EM-Teilnahme fast sicher. Der Bundestrainer kann sich an die Feinarbeit machen.

Der deutsche Sieg sei verdient, aber zu hoch ausgefallen, beklagten der türkische Nationalcoach Guus Hiddink und seine Spieler nach dem 0:3 unisono.

Man kann das auch anders sehen. Denn mit einer konsequenten Chancenverwertung hätte die Partie auch 4:0 oder 6:1 für die klar überlegene DFB-Auswahl ausgehen können.

Doch auch so hat die Mannschaft von Joachim Löw mit dem deutlichen Erfolg über den EM-Halbfinalisten von 2008 ein weiteres Ausrufezeichen gesetzt.

Und das unter erschwerten Bedingungen: Schweinsteiger verletzt, fast alle Spieler in ihren Klubs im Nach-WM-Formtief und dann noch angesichts von rund 40.000 türkischen Fans im Berliner Olympiastadion fast ein Auswärtsspiel.

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Umso höher war die Top-Leistung speziell der zuletzt so massiv kritisierten Bayern-Profis und des von den türkischen Zuschauern permanent ausgepfiffenen Mesut Özil zu werten.

Die Partie hat einmal mehr gezeigt: Der Bundestrainer hat seine Mannschaft absolut im Griff, und die zahlt dem Bundestrainer das Vertrauen mit Leistung zurück.

Auch wenn erst drei Qualifikationsspiele gespielt sind, müsste es nach den Siegen in Belgien und nun gegen die Türkei schon mit dem Teufel zugehen, wenn die DFB-Elf sich nicht für die EM-Endrunde 2012 qualifizieren würde.

Ob es dann in Polen und der Ukraine endlich zum seit 1996 schmerzlich vermissten großen Titel reicht, kann im Moment noch niemand seriös beantworten.

Aber die Vorstellung am Freitagabend hat die durch die WM genährten Hoffnungen noch einmal bekräftigt.

Die deutsche Mannschaft hat sich absolut in der Weltspitze etabliert, gerade weil junge Akteure wie Özil, Khedira, Neuer, Müller oder Badstuber noch lange nicht an ihrem Limit angekommen sind.

Auf diesem Fundament kann Löw sich nun in aller Ruhe an die Feinarbeit machen und in den nächsten Monaten Alternativen für die Schwachstellen suchen, etwa auf der linken Abwehrseite.

Alternativen gibt es in der Bundesliga ja genug wie die Shootingstars aus Mainz und Dortmund zuletzt gezeigt haben.

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