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Matthias Sammer hat 51 Länderspiele für den DFB bestritten © getty

Ist die Ära von Matthias Sammer beim DFB beendet? Der DFB-Sportdirektor weist entsprechende Meldungen zurück.

München - Matthias Sammer hat Spekulationen um eine Amtsmüdigkeit dementiert.

"Wenn ich irgendwann das Gefühl habe, woanders hingehen zu wollen, werde ich mit dem Präsidenten (Theo Zwanziger, d. Red.) und dem Generalsekretär (Wolfgang Niersbach, d. Red.) sprechen. Ich habe bei beiden jedoch weder einen Termin, noch um einen solchen gebeten", sagte der DFB-Sportdirektor der "Bild".

"Ich habe beim DFB einen Vertrag bis 2013."

Zuvor hatten Medienberichte darauf hingedeutet, dass Sammer am Ende des Jahres beim Verband aufhören wolle.

Nach Informationen des Kölner "Express" werde Sammer spätestens Ende des Jahres hinschmeißen.

"Sammer wird aufhören", zitiert die Zeitung einen namentlich nicht genannten hochrangigen DFB-Funktionär, "er will nicht mehr." 297064(DIASHOW: Die Bilder des DFB-Spiels gegen die Türkei)

Einige Fragen offen

"Es ist schon erstaunlich und fahrlässig, dass man sich auf eine anonyme Quelle beruft", erklärte Sammer am Sonntagnachmittag verärgert dazu.

Der Vertrag des 43-Jährigen läuft noch bis 2013. Fragen nach einem möglichen Rücktritt beantwortete Sammer ausweichend.

"Es gibt sicher einige Fragen, die ich beantworten muss", sagte der Europameister von 1996 im "Express"-Interview. Welche fragen das genau seien, dazu wolle er sich "jetzt nicht öffentlich äußern."

Seine Aufgabe als DFB-Sportdirektor sei äußerst reizvoll. "Ob mich irgendwann etwas anderes reizt, ist jetzt nicht vorherzusehen", so Sammer: "Mich haben immer Aufgaben gereizt, in denen ich inhaltlich arbeiten konnte. Mir ging es nie um die Position."

Beim VfB Stuttgart gehandelt

Zuletzt wurde Sammer mit dem krisengeschüttelten VfB Stuttgart, wo Chefcoach Christian Gross in die Schusslinie geraten ist, in Verbindung gebracht. Sammer wurde 1992 mit dem VfB Deutscher Meister.(DATENCENTER: Die EM-Quali-Gruppe A)

Außerdem stand der gebürtige Dresdner bereits in der Saison 2004/2005 als Coach in Diensten der Schwaben.

"Spekulationen interessieren mich nicht. Mein Vertrag beim DFB läuft bis 2013", betonte er.

Niederlage im Kompetenzgerangel

Sammer hatte im Kompetenzgerangel um die Weiterbeschäftigung von U-21-Coach Rainer Adrion den Kürzeren gezogen.

Der DFB hielt trotz des Scheiterns der Nachwuchs-Europameister in der EM- und Olympia-Qualifikation an dem Coach fest, der von Bundestrainer Joachim Löw gestützt wird.

Zwanziger hofft auf direkten Kontakt

"Es wurde erneut festgestellt, dass Löw den U-21-Trainer benennen kann und dies - wie auch bisher - in enger Abstimmung mit Sammer tun wird", hatte DFB-Präsident Theo Zwanziger nach Bekanntgabe der Entscheidung pro Adrion Ende August erklärt.

Zwanziger hatte zuvor verärgert auf den Konflikt Sammer/Löw, der vornehmlich über die Medien ausgetragen wurde, reagiert. "Es wäre viel wichtiger, dass die beiden direkt miteinander reden und nicht den Weg über die Medien suchen", betonte Zwanziger: "Da sind mir zu viele Sensibilitäten im Spiel."

Sammer, dessen Kompetenzen eindeutig eingeschränkt wurden, machte keinen Hehl aus seiner Enttäuschung.

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Sammer: "Position geschwächt"

"Fakt ist: Seit 2009 stagnieren wir im U-Bereich. Wir sind von dem gemeinsamen, stringenten Weg der Führung durch die Denkweise im Hause abgekommen", hatte Sammer in der "Sport Bild" erklärt.

Er hatte hinzugefügt: "Die U 21, gerade Europameister, sollte ein Stück weit wieder autonomer arbeiten, ich sollte mich ein bisschen kümmern. Damit wurde erstens der Sportdirektor geschwächt und zweitens Glaubwürdigkeit verloren im gesamten U-Bereich."

Die Unterstützung von Franz Beckenbauer hatte Sammer nicht geholfen: "Man sollte Matthias die U 21 komplett übergeben. Joachim Löw und Oliver Bierhoff haben doch gar keine Zeit dafür."

Nötiger Ernst und Ehrgeiz?

Unter Sportdirektor Sammer, der seit April 2006 im Amt ist, hatte die DFB-Nachwuchsteam große Erfolge gefeiert. Die U 17, U 19 und U 21 waren gleichzeitig Europameister.

Das Scheitern der U-21-Europameister erwies sich jedoch als herber Rückschlag, auch in anderen U-Auswahlen konnte der Erfolgsweg nicht weiter beschritten werden.

Sammer hatte Fehler konstatiert, die "wir gemacht haben. Wir müssen uns fragen, ob wir danach mit dem nötigen Ernst und dem nötigen Ehrgeiz weitergemacht haben".

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