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Torsten Frings (r.) feierte im Jahr 2001 sein Debüt inder DFB-Elf © imago

Die Versöhnung mit Kapitän Michael Ballack war gestern, nun will sich Bundestrainer Joachim Löw auch Torsten Frings vorknöpfen.

München - Mit Michael Ballack sieht Joachim Löw die Chance für einen vertrauensvollen Neuanfang, mit Torsten Frings steht ein klärendes Gespräch noch aus.

Der Bremer muss zum Rapport - in den nächsten zehn bis zwölf Tagen.

Vor dem Länderspiel der DFB-Elf am 19. November in Berlin gegen England gebe es mit Frings "dringend Gesprächsbedarf", sagte Löw und bestätigte.

"Er hat einige Dinge aus der Enttäuschung heraus gesagt, die fehl am Platz waren und die ich nicht akzeptiere."

"Deutliche Ansprache"

Der Bundestrainer will beim Treffen mit dem 31-Jährigen, der zuletzt mit seinem Rücktritt kokettiert hatte, "einige Dinge deutlich ansprechen".

"Ich werde ihm noch einmal sehr klar sagen, dass für seine Perspektiven bei uns seine Leistung entscheidend sein wird."

Löw wird voraussichtlich am 13. oder 14. November sein Aufgebot für das Prestigeduell gegen England bekannt geben.

Mit Ballack im Reinen

Im Konflikt mit Ballack sind dagegen erst einmal alle Wogen geglättet.

"Grundsätzlich haben wir eine Basis geschaffen, um wieder gut zusammenzuarbeiten. Es ist ein Grundvertrauen vorhanden. Die Sache ist damit jetzt für mich auch erledigt", erklärte Löw im Interview mit der "Welt am Sonntag"

Er fühle sich nach der Auseinandersetzung gut, "aber es ging mir nicht um Gewinner oder Verlierer. Mir ging es um den Fußball. Durch diese Art von Kritik wurde ein falsches Bild der Nationalmannschaft gezeichnet", sagte Löw im Kölner "Express".

Kapitän distanziert sich von Kritik

Ballack versicherte dem Bundestrainer beim Treffen am Donnerstag offensichtlich "glaubhaft, dass er nie und nimmer unsere Arbeit kritisieren wollte".

Der England-Legionär vom FC Chelsea habe sich auch inhaltlich von seiner Kritik distanziert "und klar gemacht, dass er meine Entscheidungen respektiert. Er hat sich völlig einsichtig gezeigt. Er weiß nun, dass es einen klaren und fairen Konkurrenzkampf gibt."

Einen Autoritätsverlust sieht der Bundestrainer durch seine Entscheidung nicht. "Da mache ich mir überhaupt keine Gedanken. Ich habe meine Vorstellungen, das wissen alle, und die werden konsequent umgesetzt", verdeutlichte der 48-Jährige.

Löws Autorität bleibt

Auch DFB-Präsident Zwanziger sieht die Autorität seines Bundestrainers nicht beschädigt. "Ich glaube, dass die Position von Joachim Löw noch stärker als bisher ist", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Löw sieht seinen Kapitän derweil weiter in der Pflicht, "seine Meinung oder die Meinung der Mannschaft weiterzugeben. Aber nicht öffentlich."

Es werde sich nun zeigen, "in welcher Form er sich einbringt und die Mannschaft in der Balance hält".

Keine Versäumnisse

Eigene Versäumnisse in der Mannschaftsführung schloss der Bundestrainer aus.

"Es gab keine Anzeichen dafür, zumal wir unsere Position gegenüber den Spielern immer offen und ehrlich kommunizieren. Einige Äußerungen waren für mich deshalb vollkommen unverständlich und überzogen."

Eines sei auch weiterhin klar: "Personalentscheidungen obliegen mir. Ich kann Rücksprachen halten, aber ich muss es nicht. Das werde ich auch in Zukunft so handhaben."

Hat Löw das Richtige getan? Jetzt mitdiskutieren!

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