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Bayern Münchens Toni Kroos (r.) absolvierte bisher elf Länderspiele © getty

In Kasachstan wird Toni Kroos im defensiven Mittelfeld auflaufen. Auch bei Bayern wäre das eine Alternative - auch wenn er abwiegelt.

Vom DFB-Team berichtet Martin Volkmar

Berlin/Astana - Eigentlich sieht er sich auf der 10, meistens spielt er aber auf der 8, doch in der Nationalmannschaft glänzte er zuletzt auf der 6.

Die Zahlenspielerei zeigt: Toni Kroos ist offenbar überall einsetzbar, zumindest im Mittelfeld.

Beim 3:0 gegen die Türkei übernahm der Bayern-Profi die Rolle des verletzten Bastian Schweinsteiger als hätte er nie etwas anderes gespielt.

297065(DIASHOW: Das DFB-Team in der Einzelkritik)

Netzer und Löw beeindruckt

Die Experten wie Günter Netzer ("Kroos kann ein wertvoller Mann werden") waren beeindruckt vom souveränen Auftritt des erst 20-Jährigen im Berliner "Hexenkessel". 297064(DIASHOW: Die Bilder des Spiels)

Und auch der Bundestrainer war zufrieden. "Er hat das sehr mutig gemacht. Das spricht für seine Klasse und seine technischen Fähigkeiten", sagte Löw.

Im letzten EM-Qualifikationsspiel des Jahres in Kasachstan (ab 18.30 Uhr im LIVE-TICKER) soll Kroos wieder von hinten heraus das Spiel der DFB-Auswahl ankurbeln. (DATENCENTER: Die Gruppe A)

Wertvoller im defensiven Mittelfeld?

Wenn man gesehen hat, wie schwer er sich in der Offensive zuletzt beim FC Bayern getan hat, könnte man zu der Schlussfolgerung gelangen:

Wenn er das Spiel vor sich hat, ist Kroos mit seiner starken Technik und Übersicht viel wertvoller.

Nur der so Gelobte will davon gar nichts wissen. "Grundsätzlich bin ich ein offensiver Mittelfeldspieler. Das wird sich auch nicht ändern", sagte er kategorisch im Gespräch mit SPORT1.

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Auch bei Bayern eine Alternative

Allerdings haben da natürlich noch seine Trainer ein gewisses Mitspracherecht. Spielt Kroos jedenfalls gegen Kasachstan erneut so wie gegen die Türken, ist er auch für FCB-Coach Louis van Gaal eine ernsthafte Alternative im defensiven Mittelfeld.

Zumal die beiden Platzhalter Schweinsteiger und Mark van Bommel beide fraglich sind für das nächste Bundesligaspiel am Samstag gegen Hannover 96.

Somit könnte van Gaal Kroos schon als Nachfolger für den Kapitän aufbauen, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft.

Oder er tauscht einfach mit Schweinsteiger, den manche Beobachter im offensiven Mittelfeld noch effektiver sehen.

"Bin kein Schweinsteiger-Ersatz"

Trotzdem wehrte der Youngster alle Vergleich ab.

"Ich sehe mich nicht als Schweinsteiger-Ersatz. Ich versuche, es so zu machen wie Toni Kroos und die Position auf meine Art zu interpretieren", erklärte der gebürtige Greifswalder.

Der elfmalige Nationalspieler möchte am liebsten auf seiner Lieblingsposition hinter den Spitzen gesetzt sein, auf der er 2007 zum besten Spieler der U-17-WM gewählt wurde.

Vorteil Flexibilität

Kroos ahnt aber, dass seine Vielseitigkeit auch ein großer Vorteil sein könnte.

"Ich kann mich absolut mit der Position im defensiven Mittelfeld anfreunden. Ich habe in den letzten Wochen fast alle Positionen im Mittelfeld gespielt, auch offensiv. Damit kann man sich arrangieren", sagte er SPORT1.

"Es ist immer gut, wenn man flexibel ist. Die defensive Position erfordert etwas mehr Disziplin, aber trotzdem habe ich auch dort meine Freiheiten nach vorne, die ich ausnutzen kann."

Kein Selbstläufer gegen Kasachstan

Das will Kroos gegen Kasachstan beweisen, auch wenn die Partie gegen den Weltranglisten-126. kurz vor Mitternacht Ortszeit auf Kunstrasen nach seiner Meinung kein Selbstläufer wird.

"Das sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Sonst kann es auch gegen kleinere Gegner Überraschungen geben", warnte er.

"Wir brauchen die gleiche Einstellung wie gegen die Türkei. Es wäre fatal, nach dem optimalen Start etwas herzuschenken. Aber das wird uns nicht passieren."

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