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Stürmer Mario Gomez (M.) erzielte das Tor zum 2:0 © getty

Der Erfolg in Kasachstan beschert Oliver Bierhoff Arbeit, die er gerne angeht. Der DFB-Teammanager lobt die deutsche Offensive.

Aus Astana berichtet Gregor Derichs

Astana - Der Spruch, den Philipp Lahm in der Umkleidekabine der "Astana Arena" dem Teammanager Oliver Bierhoff an den Kopf warf, war nicht ganz ernst gemeint.

"Jetzt kannst du schon einmal ein Quartier für die Europameisterschaft suchen", rief der Kapitän.

Bierhoff brauchte den Hinweis nicht unbedingt, er hatte sich seine Gedanken schon während des 3:0 der deutschen Nationalmannschaft gegen Kasachstan gemacht.

298686(DIASHOW: Die Bilder des Spiels)

"Wir gehen die Sache langsam an und werden uns in diesem Jahr noch einige Hotels anschauen. Als Turnierstandort favorisieren wir Polen", sagte Bierhoff.

Gelungener Start in die Qualifikation

Für seine WM-Planung erhielt der 42-Jährige viel Lob.

Die Logistik für die Europameisterschaft, die vom 8. Juni bis 1. Juli 2012 in Polen und der Ukraine über die Bühne geht, soll ein weiteres organisatorisches Glanzstück von ihm werden.

Vier Siege mit 13:1 Toren in vier Spielen hat die Nationalmannschaft nach dem WM-Turnier errungen und eine für möglich gehaltene Ermüdung nach dem immensen Kraftakt in Südafrika nicht zugelassen.

Die Schützenhilfe von Ex-Bundestrainer Berti Vogts, der mit Aserbaidschan das regionale Prestigeduell gegen den großen Bruder Türkei überraschend mit 1:0 gewann, machte den Sieg bei der Nachtvorstellung von Astana doppelt wertvoll.

(DATENCENTER: Die Gruppe A)

[kaltura id="0_jaur3301" class="full_size" title="DFB Team siegt in Kasachstan"]

"Müssen noch einige Spiele gewinnen"

In der Tabelle der Gruppe A beträgt der Vorsprung nun schon sechs Punkte auf den angeblich stärksten Rivalen aus der Türkei.

Nach den Siegen in Belgien (1:0), gegen Aserbaidschan (6:1), die Türkei (3:0) und bei den noch punkt- und torlosen Kasachen sind im kommenden Jahr noch sechs Spiele zu bestreiten, darunter beide gegen den Tabellenzweiten Österreich.

"Wir haben einen sehr komfortablen Vorsprung. Aber einige Spiele müssen wir noch gewinnen", sagte Bundestrainer Joachim Löw und versuchte, die Euphorie etwas zu dämpfen.

Mit Spanien im Gleichschritt

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Nur Vize-Weltmeister Niederlande ist so souverän wie das Löw-Team gestartet. Ohne Punktverlust sind auch noch Weltmeister Spanien und Norwegen (jeweils drei Spiele).

"Man kann nicht jeden Tag eine Gala erwarten", sagte Löw und sprach selbstkritisch an, dass der Vize-Europameister keinen Glanz versprüht hatte.

"Das war Ganze war vom Kopf schwierig. Die Reise war strapaziös. 6000 km für ein Auswärtsspiel zu fliegen, ist nicht normal. Auch der Kunstrasen nicht und die Halle, in die kein bisschen frische Luft kommt", sagte Manuel Neuer. "Richtig leicht wurde es uns nicht gemacht."

Kein Problem mit dem Jetlag

Den Vier-Stunden-Sprung in eine andere Zeitzone und die Anstoßzeit von 23 Uhr hatte der DFB mit seinem "Anti-Jetlag-Plan", einfach weiter nach der deutschen Zeit zu leben, schlicht ignoriert.

Bis 13.30 Uhr hatten die Spieler wie Neuer im Bett gelegen und präsentierten sich zehn Stunden später buchstäblich ausgeschlafen.

Die Plastikwiese war etwas gewöhnungsbedürftig, aber kein Hindernis. Dass es lange ein zähes Spiel blieb für den WM-Dritten lag am Kampfgeist der Kasachen, die auf Platz 126 der Weltrangliste liegen und die Partie als die größte ihrer Länderspielgeschichte bezeichneten.

Bierhoff lobt Stürmer

"Es freut uns besonders, dass mit Klose, Podolski und Gomez die Stürmer treffen, die häufiger kritisiert wurden. Sie konnten mit den Erfolgserlebnissen Selbstvertrauen tanken", sagte Bierhoff.

Auf Miroslav Klose, der sechs der 13 Qualifikationstore erzielte, traf dies nicht zu.

"Ich weiß noch nicht genau, was ich habe", sagte der Münchner, der sich wohl eine Muskelverletzung im Oberschenkel zuzog und wahrscheinlich beim FC Bayern ausfällt.

Mario Gomez, der Klose ablöste, sprach von einem "sehr schönen Erlebnis", nachdem er endlich wieder einmal ein Tor geschossen hatte.

Neue Gesichter in Göteborg

"Was die Mannschaft in den letzten Monaten geleistet hat, ist sensationell", sagte Löw.

Sie habe große Fortschritte gemacht. Nun will der 50-Jährige am 17. November in Göteborg gegen Schweden neue Gesichter sehen.

Andre Schürrle, Lewis Holtby (beide Mainz), Kevin Großkreutz und eventuell Mario Götze (beide Dortmund), dazu Marco Reus (Gladbach), eventuell die Verteidiger Mats Hummels (Dortmund) und Benedikt Höwedes (Schalke) können auf eine Berufung hoffen.

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