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Jens Lehmann (l.) bestritt insgesamt 61 Länderspiele für die Deutschland © getty

Auf die Entscheidung von Bundestrainer Löw, Jens Lehmann nicht mehr spielen zu lassen, reagiert Schweinsteiger mit Unverständnis.

München - Bastian Schweinster hat mit Unverständnis auf die Ausbootung von Jens Lehmann reagiert.

Der Bayern-Profi kann die Entscheidung von Bundestrainer Joachim Löw gegen ein Abschiedsspiel für den ehemaligen Nationaltorwart offenbar nicht nachvollziehen.

"Für Jens wäre es etwas Großes gewesen, wenn er aufgrund seiner Vergangenheit gegen England nochmal hätte spielen können", erklärte Schweinsteiger vor dem Abflug der Bayern zum Chamions-League-Spiel beim AC Florenz am Mittwoch.

"Ich hätte mich gefreut, wenn er nochmal zum Einsatz gekommen wäre."

"Entscheidung liegt beim Trainer"

Der Mittelfeldspieler wollte seine Aussagen aber nicht als Kritik an Bundestrainer Löw verstanden wissen.

Schweinsteiger stellte klar, dass er mit seiner Meinung nicht in die Fußstapfen der zuletzt als Nationalmannschafts-"Rebellen" in die Kritik geratenen Kevin Kuranyi, Torsten Frings und Michael Ballack treten wolle.

"Die Entscheidung liegt beim Trainer, und die muss man akzeptieren", sagte der 24-Jährige.

Löw hatte am Montag nach langem Hin und Her Lehmanns Hoffnungen auf ein inoffizielles Abschiedsspiel endgültig eine Absage erteilt. Der 38-Jährige wäre beim Länderspiel am 19. November gegen England gerne noch einmal für die DFB-Auswahl aufgelaufen.

Spielpraxis für Adler

Da die neue deutsche Nummer eins Rene Adler bislang erst zwei Länderspiele absolviert hat, soll sich der Leverkusener aber weiter einspielen.

"Wir müssen unsere Länderspiele dazu nutzen, damit unsere jüngeren Torhüter möglichst viel Spielpraxis in der DFB-Auswahl auf internationaler Ebene sammeln können", sagte Löw.

"Sicher wäre es für ihn schön gewesen, nochmals im Nationaltrikot aufzulaufen. Gerade gegen England, wo er fünf Jahre für Arsenal gespielt hat, und auch im Berliner Olympiastadion, wo wir ihm gegen Argentinien das Weiterkommen im Elfmeterschießen zu verdanken hatten."

Legendäres WM-Viertelfinale

Der Schlussmann vom VfB Stuttgart hatte die DFB-Auswahl am 30. Juni 2006 im WM-Viertelfinale gegen Argentinien mit zwei Paraden im Elfmeterschießen ins Halbfinale geführt.

Berühmt wurde anschließend der von Torwarttrainer Andreas Köpke für Lehmann handgeschriebene Spickzettel mit Informationen über die Schützen der argentinischen Mannschaft.

Nach Lehmanns Rücktritt rund einen Monat nach der Niederlage im EM-Finale gegen Spanien (0:1) hatte Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff dem WM-Dritten und Vize-Europameister noch große Hoffnungen auf das Abschiedsspiel gegen England gemacht.

"Ich kann mir nicht vorstellen, dass Jens in der Nationalmannschaft mit der Niederlage im EM-Finale aufhören will. Es gibt die Möglichkeit, dass er zum Abschied in einem Freundschaftsspiel zum Einsatz kommt."

"Würde gerne gegen England spielen"

Zuletzt hatte Lehmann selbst Interesse an einem Abschiedsspiel bekundet. "Ich würde gerne gegen England spielen, der Gegner ist nach meinen Jahren in London ja naheliegend", hatte der 38-Jährige erklärt.

Damit beschränken sich Lehmanns Auftritte auf internationalem Parkett derzeit auf die UEFA-Cup-Spiele mit dem VfB Stuttgart.

Seine Karriere als Profi will der 61-malige Nationalspieler allerdings noch nicht beenden, schließlich hat er weiterhin die "Königsklasse" im Blick: "Die Champions League wäre sicher noch mal ein Anreiz."

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