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Mario Gomez (l.) erzielte im Nationaltrikot bislang 14 Tore © getty

Der Bundestrainer kann sich die Ladehemmung der deutschen Bundesliga-Angreifer nicht erklären. Hoffnung macht ihm ein Leverkusener.

München - Trotz der Drei-Tore-Gala von Mario Gomez mit Bayern Munchen in der Champions League hat Bundestrainer Joachim Löw wegen der Ladehemmung der deutschen Stürmer in der Bundesliga Alarm geschlagen.

"Ehrlich gesagt habe ich dafur keine plausible Erklärung. Es war ja schon in den letzten Jahren so, dass meistens ein Ausländer Torschützenkönig wurde", sagte Löw dem "kicker".

Er bezeichnete den Angriff sowie die linke Abwehrseite als Problem-Positionen der Nationalmannschaft.

Rückendeckung bei der öffentlichen Schelte an seiner Abteilung Attacke bekam Löw vom früheren Schalker Top-Torjäger Klaus Fischer.

Fischer: "Ausbeute besorgniserregend"

"Ich kann seine Kritik absolut nachvollziehen. Die Ausbeute der deutschen Stürmer in der Liga ist besorgniserregend. Vielleicht will niemand auf dem Platz mehr dorthin, wo es weh tut", sagte Fischer und fügte hinzu:

"Wenn Stürmer in der Liga nur zwei- oder dreimal treffen und dann in der Nationalmannschaft spielen mussen, ist das sehr bedenklich."

Fischer ist mit 268 Toren der zweiterfolgreichste Schütze in der Bundesliga nach "Bomber" Gerd Muller (365 Treffer) und war 1976 Bundesliga-Torschützenkönig. 307015(DIASHOW: Gerd Müller wird 65.)

Gomez mit aufsteigender Tendenz

In der Bundesliga liegen Mario Gomez und Andre Schürrle vom Tabellenzweiten FSV Mainz 05 als beste deutsche Profis nach zehn Spieltagen mit jeweils vier Treffern auf Platz zwölf der Torschützenliste.

Gomez hat in den vergangenen Wochen aber wieder aufsteigende Form gezeigt und die Bayern am Mittwoch mit einem Dreierpack beim 4:0-Sieg in der Champions League beim rumänischen Double-Gewinner CFR Cluj vorzeitig ins Achtelfinale gefuhrt.

"Gomez ist nach wie vor mit unheimlich viel Qualität ausgestattet. Er ist ein Stürmer von internationalem Format. Wenn er regelmäßig spielt, wird er diese Stärken auch zeigen", sagte Löw uber den Bayern-Stürmer.

Hoffen auf Helmes

Hoffnungen setzt Löw zudem auf Patrick Helmes von Bayer Leverkusen. "Ich halte auf ihn große Stücke, denn er verfügt uber eine unheimliche Abschlussstärke", erklärte Löw.

Helmes befindet sich nach seinem Kreuzbandriss zu Beginn der vergangenen Saison auf dem Weg zu alter Stärke.

Verzichten muss Löw beim letzten Länderspiel dieses Jahres am 17. November in Göteborg gegen Schweden auf die beiden verletzten Sturmer Miroslav Klose und Stefan Kießling. Klose laboriert an einem Muskelfaserriss, Kießling fällt mit einer Sprunggelenkverletzung weiter raus.

Fischer: Taktik ein Grund

Löw sieht mittelfristig keinen neuen deutschen Top-Torjäger nachrücken. "In der U 21, U 20 und der U 19 sind auch nicht die ganz überragenden Sturmer zu finden", erklärte Löw.

Als "äußerst bedenklich" bezeichnete Fischer die Situation um die deutschen Stürmer. Der Vize-Weltmeister von 1982, der auf dem Fußball-Platz unter anderem fur seine Fallruckzieher berüchtigt war, sieht einen Grund fur die Torflaute der Angreifer aber auch in dem taktischen System mit nur einer echten Spitze.

"Ich persönlich bevorzuge ja ein System mit zwei Stürmern. Allein im Strafraum hat man es als Angreifer nunmal auch schwerer", sagte Fischer, der einst vor allem von den Flanken seines Schalker Teamkollegen Rüdiger Abramczik profitierte.

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