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Dieter Eilts bestritt zwischen 1993 und 1997 31 Länderspiele für Deutschland © getty

Trotz geschaffter EM-Qualifikation muss der Nachwuchstrainer gehen. Grund sind "in den Inhalten unterschiedliche Auffassungen".

Frankfurt - Nach wochenlangen Querelen hat sich der DFB mit sofortiger Wirkung von U-21-Trainer Dieter Eilts getrennt.

Wegen "unterschiedlicher inhaltlicher Auffassungen" wurde der Europameister von 1996 am Mittwoch nur drei Wochen nach der erfolgreichen Qualifikation für die EM-Endrunde 2009 in Schweden von seinen Aufgaben entbunden.

Nicht erst seit dem entscheidenden 1:0-Sieg im EM-Playoff-Rückspiel in Frankreich gab es vor allem zwischen Eilts und DFB-Sportdirektor Matthias Sammer immer wieder Unstimmigkeiten.

Sammer, der gemeinsam mit Eilts 1996 Europameister wurde, bemängelte mehrfach die nicht ausreichend ausgeprägte Siegermentalität der U 21, Eilts beschwerte sich seinerseits über fehlende Rückendeckung.

"Wechsel, der uns nicht leicht fällt"

Entsprechend absehbar war die Entscheidung, die die versammelte Chefetage des Verbandes in der Frankfurter Zentrale traf.

Generalsekretär Wolfgang Niersbach, Bundestrainer Joachim Löw, Sammer und Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff hatten sich zuvor mit Eilts zum Gespräch getroffen.

"Die aktuelle U 21 hat zwar die Endrunde der Europameisterschaft 2009 in Schweden erreicht, doch es bestehen in den Inhalten unterschiedliche Auffassungen", wurden Löw und Sammer in einer DFB-Mitteilung zitiert.

"Deshalb haben wir uns für den Wechsel ausgesprochen, der uns nicht leicht fällt, weil Dieter Eilts sich als Nationalspieler und Trainer enorme Verdienste erworben hat", heißt es weiter.

Differenzen in Philosophie und Arbeitsweise

Die "unterschiedliche Auffassung" beziehe sich auf die "Spielphilosophie und Arbeitsweise", die bei der A-Nationalmannschaft entwickelt worden sei und die auf alle anderen Auswahlmannschaften des DFB "alters- und entwicklungsgerecht übertragen werden soll, damit die Spieler für den Spitzenbereich optimal vorbereitet sind".

Der Bundestrainer und der Sportdirektor legten fest, dass die U 21 beim bevorstehenden Länderspiel gegen Italien am 18. November 2008 in Osnabrück übergangsweise von DFB-Trainer Horst Hrubesch betreut wird.

Der Europameister von 1980, der zuletzt die U 19 zum EM-Titel führte, hatte schon bei den Playoff-Spielen gegen die Franzosen mit auf der U-21-Bank gesessen. Über die endgültige Nachfolge, so hieß es, soll zeitnah entschieden werden.

Eilts hatte beim DFB am 1. Juli 2003 die U-19-Junioren übernommen und war Anfang August 2004 auf Betreiben des damaligen Bundestrainers Jürgen Klinsmann zum Coach der U 21 befördert worden.

Zurückhaltung aufgegeben

Vor allem nach dem entscheidenden 1:0-Sieg in Frankreich äußerte sich der sonst so zurückhaltende Eilts für seine Verhältnisse sehr kritisch gegenüber Sammer und Co.

"Mein Vertrag läuft noch bis zum 30. Juni 2009. Was bis dahin passiert, weiß sowieso niemand. Ich bin jemand, der seine Verträge erfüllt. Wenn andere da andere Gedanken haben, wird man mir das schon sagen", hatte Eilts gesagt.

Schon damals war er sich nicht mehr sicher, ob er die U 21 bei der EM-Endrunde vom 15. bis 29. Juni noch betreuen würde.

"Das haben andere zu entscheiden. Wie bei vielen anderen Dingen habe ich auch da keine Ahnung. Ich weiß nicht, was die Verantwortlichen entscheiden."

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