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Andre Schürrle (l.) und Lewis Holtby spielten bereits in der U 21 erfolgreich zusammen © imago

Der Test in Göteborg wird für DFB-Trainer Löw zum Debütantenball. Protagonisten sind die Youngster aus Mainz und Dortmund.

Frankfurt/München - Das letzte Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft im WM-Jahr 2010 wird zur Bühne für die Bundesliga-Himmelsstürmer.

Für die Partie in Göteborg gegen Schweden am kommenden Mittwoch nominiert Bundestrainer Joachim Löw einige Neulinge.

Mit den Mainzer Shootingstars Lewis Holtby und Andre Schürrle sowie dem Dortmunder Supertalent Mario Götze und dessen Teamkollege Marcel Schmelzer sind gleich vier Spieler ohne Länderspielerfahrung sicher dabei.

Zudem erhalten die mit Mats Hummels und Kevin Großkreutz zwei weitere Dortmunder eine weitere Bewährungschance beim WM-Dritten.

Bis auf Schmelzer bestätigte Löw dies der "Bild".

Auch Schmelzer offenbar dabei

Der Linksverteidiger berichtete dann aber nach dem BVB-Training vom Anruf des Bundestrainers:

"Natürlich ist die Nationalmannschaft etwas ganz Großes. Dass ich dabei bin, ehrt mich", sagte Schmelzer über das Telefonat mit Löw:

"Er hat gesagt, dass wir in Dortmund sehr guten Fußball spielen und durchaus Erfolg haben und dass er sich das mal genauer ansehen will."

Kein Schnupperkurs

Schon vor der offiziellen Bekanntgabe seines Kaders am Donnerstag machte Löw jedoch deutlich, dass es sich für die sechs Nachwuchshoffnungen beim Spiel in Schweden nicht um einen reinen Schnupperkurs handelt.

"Die Spieler haben mich zuletzt sehr beeindruckt, sie sind sehr entwicklungsfähig. Aber meine Ansprüche und meine Messlatte sind sehr, sehr hoch", sagte Löw.

"Ob sie den Ansprüchen genügen und bei der Nationalmannschaft eine tragende Rolle spielen werden, ist erst in einigen Monaten, vielleicht auch Jahren zu beantworten."

Löw kontert Kritik - Philosophie entscheidend

Während Holtby, Schürrle,Götze und Schmelzer erstmals im DFB-Aufgebot stehen, haben Hummels und Großkreutz bereits ein Länderspiel auf dem Konto.

Zudem konterte Löw, zuletzt einige Tage in Florida und am Todestag von Robert Enke an dessen Grab in Empede, die fortwährende Kritik, er würde zu viele junge Spieler zu schnell zu Nationalspielern machen.

"Die Argumente, dass man früher über zwei, drei Jahre gute Leistungen bringen musste, bevor es zur Nationalelf ging, zählen bei mir nicht", erklärte er.

"Wenn ich das Gefühl habe, ein Spieler passt zu unser Philosophie, werde ich ihn berufen. Das kann auch schon mal nach wenigen Wochen passieren."

"Nicht unzählig viel Talente"

Das ändert jedoch nichts daran, dass Löw gerne ein noch größeres Reservoir an Nachwuchskräften hätte. Denn der Bundestrainer sieht in Deutschland "nicht unzählig viele Talente".

Besonders auf der linken Abwehrseite bestehe weiterhin ein großes Vakuum.

Da sehe er "keine unendlich hohe Zahl", sagte Löw. Eine Chance also für Schmelzer.

Auch im Angriff rückt nach Angaben des Bundestrainers zu wenig Qualität nach.

Adrion als Leidtragender

Leidtragender der Experimente von Löw zum Jahresabschluss wird nichtsdestotrotz U-21-Nationaltrainer Rainer Adrion sein.

Beim Länderspiel der Junioren gegen England am kommenden Dienstag in Wiesbaden wird Adrion nur ein Teil seines Stammkaders zur Verfügung stehen.

Doch nach der verpassten EM-Teilnahme der U 21 gilt derzeit das ganze Augenmerk auf der Entwicklung der A-Nationalmannschaft im Hinblick auf die EM 2012 in Polen und der Ukraine.

Am nächsten großen Turnier des A-Teams wollen natürlich auch die Mainzer Shootingstars Schürrle und Holtby teilnehmen, deren Formkurve bei den Rheinhessen zuletzt aber leicht nach unten zeigte.

Holtby: "Ein Traum wird wahr"

"Mit einer Nominierung für die Nationalmannschaft wird ein Traum wahr", sagte Holtby, der in dieser Saison bereits sieben Tore vorbereitete und zwei Treffer selbst erzielte.

Der 20-Jährige hätte aufgrund seines englischen Vaters auch für die "Three Lions" spielen können, entschied sich aber für das Geburtsland seiner Mutter.

Schürrle meinte: "Mit den besten Spielern Deutschlands gegen andere Länder anzutreten, das habe ich mir als Kind immer ausgemalt. Die Nationalmannschaft ist der Traum eines jeden Fußballers."

Weiter ohne Klose und Kießling

Verzichten muss Löw beim letzten Länderspiel des Jahres auf die beiden verletzten Stürmer Miroslav Klose und Stefan Kießling.

Der Münchner Klose laboriert an einem Muskelfaserriss, der Leverkusener Kießling fällt mit einer Sprunggelenkverletzung weiter raus.

Zudem fehlen weiter die Langzeitverletzten Michael Ballack und Arne Friedrich.

Voraussichtlich werden weitere Nationalspieler aus dem WM-Aufgebot geschont.

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