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Joachim Löw (r., hier mit Lukas Podolski) ist seit 2006 Bundestrainer © imago

Vorm Schweden-Spiel entfacht der Bundestrainer den Konkurrenzkampf neu. Zwei Spieler müssen indes verletzt passen.

Frankfurt/Main - Erfolgreiche Vergangenheit, hoffnungsvolle Zukunft:

Bundestrainer Joachim Löw hat vor dem letzten Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft im WM-Jahr 2010 am Mittwoch (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) gegen Schweden in Göteborg ein positives Fazit gezogen und gleichzeitig mit Blick auf die EURO 2012 den Konkurrenzkampf angeheizt.

"Meine Ansprüche und meine Messlatte sind sehr, sehr hoch. Aber die beste Situation für einen Trainer ist doch, wenn es Spieler gibt, die auf Khedira, Özil, Podolski oder Badstuber Druck ausüben. Heute kann ein 19-Jähriger Druck auf einen 23-Jährigen machen", sagte Löw.

Beleg dafür: Für die Partie beim Weltranglisten-32. verzichtet er auf Stammspieler wie WM-Torschützenkönig Thomas Müller und nominierte stattdessen gleich sechs Nachwuchsleute.

Zwei Absagen

Am Montagmorgen reist Löw mit seinem 20-köpfigen Aufgebot nach Göteborg.

Zuvor hatten am Sonntag dem Bundestrainer der Kölner Lukas Podolski wegen Knöchelbeschwerden und der Wolfsburger Sascha Riether (Innenband) telefonisch abgesagt.

Gegen die Schweden um Stürmerstar Zlatan Ibrahimovic werden Stars wie Müller oder WM-Kapitän Philipp Lahm geschont, dafür erhalten die Himmelsstürmer der Bundesliga eine Bewährungschance.

Vom derzeitigen Spitzenreiter Borussia Dortmund, der keinen einzigen deutschen WM-Teilnehmer in seinen Reihen hat, wurden Supertalent Mario Götze, Marcel Schmelzer, Kevin Großkreutz und Mats Hummels nominiert.

Vorab-Lob für Dortmunds Götze

Auch die derzeit schwächelnden Mainzer Lewis Holtby und Andre Schürrle stehen in der Nationalmannschaft vor ihrer Feuertaufe.

"Die Spieler haben mich zuletzt sehr beeindruckt, sie sind sehr entwicklungsfähig. Ob sie den Ansprüchen genügen und bei der Nationalmannschaft eine tragende Rolle spielen werden, ist erst in einigen Monaten, vielleicht auch Jahren zu beantworten", sagte Löw.

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Den erst 18 Jahre alten Mario Götze bezeichnete Löw aber bereits als eines der "größten Talente, das wir im deutschen Fußball in den letzten Jahren hatten".

"Neue, andere Generation"

Mit der Nominierung der Dortmunder und Mainzer Shootingstars, die auch von ihrer Art her genau ins Anforderungsprofil von Löw passen, treibt der Bundestrainer die Entwicklung der Nationalmannschaft mit Blick auf die EM in Polen und der Ukraine in 19 Monaten voran.

Löw spricht bei Götze und Co. von einer "neuen, anderen Generation", die Einzug in die Elite des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) erhält.

"Das sind Spieler, bei denen man das Gefühl hat, dass sie ihren Beruf und ihre Karriere sehr, sehr ernst nehmen", sagte der 50-Jährige der "Welt am Sonntag".

Holtby und Schürrle vor Feuertaufe

Löw bezeichnet die Nominierung der Nachwuchsstars als einen "Meilenstein. Sie sind ehrgeizig, gewissenhaft und haben klare Vorstellungen davon, wie es mit ihnen in ihrem Leben weitergehen soll".

Die Jungprofis selbst sind ganz heiß auf ihr Debüt in der Nationalmannschaft.

Vor allem den Mainzern Holtby und Schürrle wird die Reise nach Göteborg einen Schub verleihen, nachdem sie zuletzt mit dem FSV nicht mehr an die zu Saisonbeginn gezeigten Leistungen herankamen.

"Schwierige Phase wird noch kommen"

Löw gab ohnehin zu bedenken: "Die schwierige Phase, die Spieler wie etwa Lukas Podolski oder Bastian Schweinsteiger in jungen Jahren erlebt haben, die wird noch kommen."

Dagegen erhalten gesetzte Nationalspieler wie der derzeit mental ausgebrannte Müller, Lahm, Spielmacher Mesut Özil von Real Madrid und der Bremer Torwart Tim Wiese von Löw zum Jahresabschluss eine Verschnaufpause.

Verletzungsbedingt fehlen DFB-Kapitän Michael Ballack, die Angreifer Stefan Kießling und Miroslav Klose sowie die Verteidiger Arne Friedrich und Holger Badstuber.

Löw will positiven Jahresabschluss

Nichtsdestotrotz zollte Löw seinem ganzen Team nach dem äußerst anstrengenden WM-Jahr 2010 und dem beeindruckenden sowie perfekten Start in die EM-Qualifikation ein großes Lob.

"Für uns geht mit dem Spiel gegen Schweden ein positives und erfolgreiches Jahr zu Ende", sagte Löw.

Und weiter: "Wir wollen uns mit einer guten Leistung in die Winterpause verabschieden, bevor dann am 9. Februar 2011 mit dem Klassiker gegen Italien in Dortmund gleich eine besonders reizvolle Herausforderung auf dem Terminkalender steht."

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