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Ilkay Gündogan kam 2009 vom VfL Bochum zum 1. FC Nürnberg © imago

Nicht nur die "Red Devils" pokern um das Nürnberger Super-Talent, das mit der U 21 im Testspiel auf England trifft.

Frankfurt/Wiesbaden - Manchester United lockt, die Vergleiche mit WM-Star Mesut Özil schmeicheln - doch Nachwuchstalent Ilkay Gündogan verliert bei aller Lobhudelei nicht die Bodenhaftung.

"Wenn man sein Gesicht in der Zeitung sieht und ManU steht drüber, dann ist es nicht leicht, das komplett auszuschalten", meinte der 20-jährige Gündogan vom 1. FC Nürnberg und lächelt vielsagend: "Aber ich bekomme das ganz gut hin."

Am Dienstag will der technisch versierte Mittelfeldspieler im Länderspiel-Klassiker der deutschen U-21-Nationalmannschaft gegen England in Wiesbaden (ab 17.45 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und LIVESCORES) wieder die ein oder andere Duftmarke setzen.

Das verjüngte deutsche Team will unter Trainer Rainer Adrion die positive Entwicklung nach der verpassten EM-Qualifikation und der Neuformierung des Teams fortsetzen.

In der Neuauflage des EM-Endspiels von 2009, das deutsche Team damals mit 4:0 gewann, will sich einmal mehr Gündogan in den Blickpunkt spielen.

Wie schon mehrfach in dieser Saison.

Gündogan besser als Özil?

Das veranlasste FCN-Kapitän Andreas Wolf jüngst sogar zu einer forschen Einschätzung: Gündogan könne sogar besser als Nationalspieler und Real-Madrid-Profi Özil werden.

"Illy ist ein anderer Spielertyp als Özil. Gündogan ist dynamischer, nach vorne wie nach hinten. Damit kann er, meine ich, mehr erreichen", erklärte Wolf in der "Welt am Sonntag".

Die bislang gute Bilanz des Tabellenzehnten aus Nürnberg (18 Punkte in 12 Spielen) ist nicht zuletzt Verdienst von Abiturient Gündogan (4 Treffer) und seinem kongenialen Offensiv-Partner Mehmet Ekici (2 Tore).

Gemeinsamer Handy-Tarif mit Ekici

Die beiden Deutschen-Türken harmonieren aber nicht nur auf dem Rasen hervorragend. Der Beweis: Sogar ihren Handytarif haben der gebürtige Gelsenkirchener Gündogan und der gebürtige Münchner Ekici aufeinander abgestimmt.

Gut möglich allerdings, dass sich die Wege des Franken-Traumpaares schon nach der Saison wieder trennen.

[kaltura id="0_i4sq0ndh" class="full_size" title="L w setzt auf die Jugend"]

Während Ekici eine Leihgabe des FC Bayern ist und beim deutschen Rekordmeister unter ständiger Beobachtung steht, hat der Poker um Gündogan längst begonnen.

Vertreter von Manchester United und Arsenal London sind regelmäßige Besucher im Nürnberger Stadion.

Hohe Ablöse im Sommer winkt

"Gute Spieler wecken nun einmal Begehrlichkeiten", meinte FCN-Manager Martin Bader zu den Wechselgerüchten.

Der Club befindet sich dabei in der Zwickmühle.

Da Gündogan, dessen Fußballschuhe eine deutsche und eine türkische Flagge zieren, noch einen Vertrag bis 2012 besitzt, könnten die Franken bei einem Verkauf des Dribblers im nächsten Sommer noch einmal richtig abkassieren.

Absage an Hoffenheim und Leverkusen

Bereits vor dieser Spielzeit soll 1899 Hoffenheim für Gündogan, der im Januar 2009 zum Billigtarif von 50.000 Euro vom VfL Bochum an die Noris gewechselt war, sieben Millionen Euro geboten haben.

Auch Bayer Leverkusen wollte das Talent verpflichten. Damals blieben die Nürnberger Verantwortlichen noch hart. Und bislang haben sie es noch nicht bereut.

"Es war die absolut richtige Entscheidung, Gündogan zu halten. Auch wenn es uns aus wirtschaftlicher Sicht schwergefallen ist", bekannte Bader.

ManUnited als "Traumverein"

Glaubt man Gündogan, dann hat der Club im Transferpoker gute Chancen.

"Der 1. FC Nürnberg ist gut für meine Entwicklung", betonte der Schüler des Berthold-Brecht-Gymnasiums in Langwasser, einer Partnerschule des Sports.

Er sagt aber auch: "Manchester United wäre natürlich ein Traumverein."

Hecking tauft Gündogan Horst

Bleibt zu hoffen, dass Trainer Dieter Hecking den für sein Alter erstaunlich stoisch wirkenden Gündogan nicht "verschreckt".

Nach dem Kopfballtor des 20-Jährigen gegen den 1. FC Köln (3:1) zauberte Hecking einen neuen Spitznamen für Gündogan aus dem Hut:

Horst - in Anlehnung an das frühere Kopfballungeheuer Hrubesch.

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