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Die Schweden belegen in der EM-Qualifikatiosngruppe E den zweiten Platz © imago

Die Sex-Enthüllungen um Carl XVI Gustaf überschatten die wichtige Standortbestimmung der schwedischen Nationalelf gegen das DFB-Team.

Göteborg - Fußball, ja.

Der WM-Dritte Deutschland kommt zum Testspiel nach Schweden. Das ist vielleicht eine kleine Abwechslung.

Denn eigentlich treiben die Einwohner des skandinavischen Königreiches in diesen Tagen ganz andere Sorgen um.

Hat er nun, der Carl XVI Gustaf oder hat er nicht? Offenbar jagt der Monarch ja nicht nur Elche. (EM-QUALIFIKATION: DFB-Team vor Österreich)

"Skandal" schreien die Zeitungen, seit sich eine angebliche Gespielin geoutet hat. Königin Silvia schweigt und manch einer fordert, dass Kronprinzessin Victoria so schnell wie möglich den Thron besteigen möge. Das sind Sorgen.

Zumal es im Spiel gegen das DFB-Nachwuchsteam (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) in Göteborg ja um nichts geht.

Es sei denn, die deutschen Spieler fühlen sich aufgerufen, auf dem Platz die Ehre der deutschen Königs-Gemahlin wiederherzustellen.

Aber das ist doch eher unwahrscheinlich.

Ibrahimovic wird geschont

Schwedens Trainer Erik Hamren muss auch auf einige seiner Stars verzichten, allen voran auf Zlatan Ibrahimovic, dem der Coach eine Ruhepause gönnt.

"Wäre es ein Qualifikationsspiel, würde Zlatan spielen", sagte Hamren.

Dennoch ist das Spiel gegen Deutschland eine wichtige Standortbestimmung für sein Team.

[kaltura id="0_i4sq0ndh" class="full_size" title="Löw testet die Jugend"]

Hamren sorgt für frischen Wind

Der Trainer hat nach dem Scheitern in der Qualifikation für die WM 2010 bei den "Tre Kronor" angeheuert und damit die fast 13-jährige Ära von Lars Lagerbäck bei der Nationalmannschaft beendet.

Mit dem ehemaligen Trainer des norwegischen Rekordmeisters Rosenborg Trondheim kam wieder etwas frischer Wind in ein Team, das seine beste Zeit offenbar hinter sich hatte.

Seit der EM 2000 konnte sich Schweden fünfmal in Folge für ein großes Turnier qualifizieren.

Ein Rekord für das fußballverrückte Land, in dem Fotboll vor Eishockey Sportart Nummer eins ist.

Viele Spiele Ende 20

Der Versuch, auch das Ticket nach Südafrika zu lösen, ging jedoch schief, Schweden scheiterte an Dänemark und Portugal.

Lagerbäck musste gehen und Topstürmer Ibrahimovic kehrte nach einem halben Jahr "Auszeit" im Juli zum Drei-Kronen-Team zurück.

Einen großen Umbruch und "Jugendstil" wie sein deutscher Kollege Löw konnte Hamren jedoch nicht durchziehen.

Zahlreiche Spieler im Kader für das Match am Mittwoch sind bereits Ende 20.

Auch Mellberg und Elmander nicht dabei

Neben Ibrahimovic, der am Montag erneut zum "Fußballer des Jahres" gewählt wurde, fehlt auch der verletzte Abwehrchef Olof Mellberg sowie der erfahrene Angreifer Johan Elmander von den Bolton Wanderers, dessen Frau demnächst ihr zweites Kind erwartet.

Für ihn wurde Alexander Gerndt nominiert, der in der gerade beendeten schwedischen Saison die Torjägerkrone gewonnen hat. Der

24-Jährige von Helsingborgs IF hat noch kein Länderspiel bestritten und wird voraussichtlich zunächst auf der Bank sitzen.

Ibrahimovic könnte von Marcus Berg ersetzt werden, der vom Hamburger SV derzeit an die PSV Eindhoven ausgeliehen ist.

Ziel: Platz zwei hinter den Niederlanden

Schweden hat nach dem Scheitern in der WM-Qualifikation 2010 nur eines von neun Spielen verloren, das aber heftig. In der EM-Qualifikation gab es am 12. Oktober in Amsterdam eine 1:4-Pleite gegen die Niederlande.

Der Vize-Weltmeister scheint in der Qualifikationsgruppe E durchzumarschieren.

Für Schweden geht es deshalb vor allem darum, Platz zwei zu sichern, um über die Ausscheidungsspiele das Endturnier in Polen und der Ukraine zu erreichen.

Selbstvertrauen für den Weg zur EM benötigt

Im Augenblick belegen die Gelb-Blauen mit einem Spiel und sechs Punkten weniger nur Platz drei hinter Ungarn (9).

Die gute Nachricht ist jedoch, dass sie die Ungarn bereits im direkten Duell im Rasundastadion bezwungen haben.

Ein gutes Ergebnis gegen das junge deutsche Team könnte dem 38. der FIFA-Weltrangliste auf dem Weg zur EM somit weiteres Selbstvertrauen und Auftrieb geben.

Und zudem im Königreich mal wieder für eine positive Nachricht sorgen.

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