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Mario Götze wurde 2009 mit der U-17-Mannschaft des DFB Europameister © imago

Mario Götze kann gegen Schweden zweitjüngster DFB-Debütant seit dem Zweiten Weltkrieg werden. SPORT1 stellt den Dortmunder vor.

Vom DFB-Team berichtet Martin Volkmar

Göteborg - Mario Götze ist Phänomen und Fantom zugleich.

Für viele kam der Dortmunder Shootingstar wie aus dem Nichts, und nach getaner Arbeit verschwindet er auch gerne wieder dorthin.

Der Bundesliga-Spitzenreiter hat seinem Juwel nämlich größte Zurückhaltung in der Öffentlichkeit auferlegt, um ihn "zu schützen", wie es im Fachjargon heißt.

"Wir wollen ihm keinen Rucksack voller Erwartungen aufsetzen und tun gut daran, nicht in Superlativen zu schwelgen", mahnt Sportdirektor Michael Zorc.

Dabei gehört auch er zum immer größer werdenden Kreis von Fachleuten, die in dem 18-Jährigen den möglichen nächsten Weltstar aus Deutschland sehen.

"Eigentlich kann Mario alles"

"Eigentlich kann Mario alles. Er ist schnell, dribbelstark, ausdauernd - und seine Spielintelligenz ist beispiellos", erklärt Zorc, der daher Götzes Vertrag vor wenigen Wochen bis 2014 verlängerte. (EM-QUALIFIKATION: DFB-Team vor Österreich)

Schließlich wollen sie beim BVB noch lange Zeit Spaß am Mittelfeldspieler haben, an dem unter anderem Real Madrid, der FC Arsenal und Manchester United Interesse bekundet haben sollen.

Was angesichts der Vorgeschichte wenig verwundert: Im Mai 2009 U-17-Europameister im eigenen Land, ein halbes Jahr später mit 17 Jahren und fünf Monaten Profi-Debüt in Dortmund als neuntjüngster Bundesliga-Spieler aller Zeiten.

[kaltura id="0_djfyxeqi" class="full_size" title="L w im Interview"]

Maßgeblichen Anteil am Dortmunder Höhenflug

Es folgten noch vier Kurzeinsätze, doch in dieser Spielzeit hat sich der gebürtige Memminger einen Stammplatz erkämpft und bislang maßgeblichen Anteil am Höhenflug der Schwarz-Gelben.

Daher hat kaum jemanden die Berufung fürs Länderspiel in Schweden (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) verwundert. Auch Zorc nicht: "Die Nominierung kommt zwar außergewöhnlich früh, aber Mario ist auch ein außergewöhnlicher Spieler."

Nur Uwe Seeler war jünger

Das zeigt auch ein Blick auf den illustren Kreis, in den er mit einem Einsatz beim Spiel in Göteborg treten würde: Mit 18 Jahren und 167 Tagen wäre er der zweitjüngste DFB-Debütant seit dem Zweiten Weltkrieg - nur Uwe Seeler war jünger.

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Und Bundestrainer Joachim Löw traut ihm ebenso wie DFB-Sportdirektor Matthias Sammer eine ähnlich große Karriere zu. Beide sprechen von "einem der größten Talente, das wir je hatten".

Sammer ergänzt: "Er ist ein außergewöhnlicher Spieler, hat eine gute Schnelligkeit, ist enorm kreativ und verfügt über herausragende technische Fähigkeiten."

Lars Ricken: "Er hat eine fast göttliche Gabe"

Noch weiter geht Lars Ricken, der Götzes Entwicklung als BVB-Jugendkoordinator hautnah miterlebt hat.

"Er hat die fast göttliche Gabe, unter Druck besser zu werden. Das war bei der U-17-EM so und scheint sich in der Bundesliga zu wiederholen."

Nur Trainer Jürgen Klopp hielt sich mit öffentlichen Lobeshymnen lange zurück. Nach Götzes Gala beim 2:0 gegen Mainz 05 musste aber auch er zugeben:

"Er ist schnell, taktisch gut, technisch überragend. Es gibt nicht viele 18-Jährige, die das so beeindruckend auf den Platz bringen."

Um dann ironisch hinzuzufügen: "Wir sind Marios Vater sehr dankbar, dass er damals aus dem Allgäu nach Dortmund gezogen ist."

Das lag 1998 allerdings nicht am Fußball, sondern an der Professur des Vaters für Datentechnik an der Technischen Universität Dortmund.

Keine Starallüren

Drei Jahre später wechselte der Sohn zum BVB, danach ging es immer nur aufwärts mit dem Super-Talent. Doch Starallüren muss man bei Götze junior nicht befürchten.

"Wichtig ist, dass es in meiner Familie und beim BVB genügend Menschen gibt, die dafür sorgen, dass ich fest auf dem Boden bleibe. Ich neige aber sowieso nicht zum Abheben", hat er SPORT1 in einem seiner wenigen Interviews vor ein paar Wochen erklärt.

Und weiter: "Das Lob freut mich natürlich und ist für mich auch eine große Ehre. Vor allem ist es aber Motivation, alles zu tun, um den hohen Erwartungen gerecht werden zu können."

Der Dortmunder "Maulkorb" ist offensichtlich unbegründet: Auch verbal scheint Götze auf dem besten Weg, ein echter Profi zu werden.

Wechsel kein Thema: "Der BVB ist mein Verein"

Und die Lockrufe aus England und Spanien müssen den BVB trotz Götzes erklärtem Vorbild Cristiano Ronaldo ebenfalls (noch) nicht fürchten.

"Der BVB ist mein Verein", sagte er SPORT1.

"Ich bin in Dortmund aufgewachsen, fühle mich hier sehr wohl und bin sportlich und emotional bestens aufgehoben."

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