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Lewis Holtby (r.) war zuletzt Kapitän der deutschen U-21-Nationalmannschaft © getty

Trotz klarer Feldüberlegenheit fehlt dem DFB-Team gegen Schweden Ideen und Durchschlagskraft. Löw bringt gleich vier Debütanten.

Vom DFB-Team berichtet Martin Volkmar

Göteborg - In der Göteborger "Kühltruhe" hat die deutsche Nationalmannschaft einen Sieg zum Abschluss des erfolgreichen WM-Jahres 2010 verpasst.

Immerhin blieb die DFB-Auswahl durch das 0:0 vor nur rund 21.959 Zuschauern im Ullevi-Stadion seit dem 0:1 im WM-Halbfinale gegen Spanien ungeschlagen.

Allerdings war der Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw deutlich die zahlreichen Umstellungen und der Verzicht auf mehrere Leistungsträger anzumerken.

Trotz deutlicher Feldüberlegenheit konnte sie sich auf dem schlechten Rasen und bei Temperaturen um den Gefrierpunkt kaum Torchancen herausspielen, so dass sich die Schweden das Unentschieden am Ende verdienten.

Löw: "Eine engagierte Leistung"

Löw war dennoch nicht unzufrieden. "Es war schnell klar für mich, dass es ein Geduldsspiel werden würde. Die Schweden standen mit zehn Mann hinten drin", sagte der Bundestrainer:

"Aber ich denke, wir haben eine engagierte Leistung gezeigt, gerade wenn man auch bedenkt, wie viele Neulinge im Team standen. Mit ihnen war ich absolut zufrieden."

Schmelzer und Holtby in der Startelf

Löw brachte im Dortmunder Marcel Schmelzer und auch überraschend Lewis Holtby zwei Debütanten in der Startelf, in der zudem die beiden Dortmunder Mats Hummels und Kevin Großkreutz ihr zweites Länderspiel bestritten.

Insgesamt stand somit die jüngste deutsche Nationalmannschaft seit dem Zweiten Weltkrieg auf dem Platz, in der nur noch fünf WM-Teilnehmer dabei waren.

Der Weltranglisten-38. aus Schweden setzte von Beginn an auf kontrollierte Defensive und ließ die Gäste kommen, die phasenweise über 60 Prozent Ballbesitz hatten.

Wenig Ideen nach vorne

Doch gegen die engmaschige Defensive aus meist neun Feldspielern fiel den DFB-Kickern wenig ein.

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Die fehlende Abstimmung aufgrund der neu zusammengesetzten Mannschaft war offensichtlich, zudem machte der schwer bespielbare Untergrund ein schnelles Spiel fast unmöglich.

So hatten die Platzherren nach individuellen deutschen Fehlern sogar die besseren Chancen. Zunächst verschätzte sich der insgesamt unsicher wirkende Schmelzer, Larssons Flanke schoss Wernblom aber über das Tor (27.).

Noch besser war die Ausgangsposition für Toivonen, nachdem Wilhelmsson Boateng auf der linken Flanke einfach stehengelassen hatte, doch die einzige schwedische Spitze trat am Ball vorbei (40.).

Schmelzer mit der besten Chance vor der Pause

Dazwischen besaß Schmelzer nach 36 Minuten bei seiner besten Aktion die einzige nennenswerte Gelegenheit für die Löw-Elf im ersten Abschnitt.

Seinen schöner Schuss von halblinks konnte Keeper Isaksson nur abklatschen, doch Mario Gomez kam nicht an den Abpraller und wurde auch noch zu Unrecht wegen angeblichen Abseits zurückgepfiffen.

Nach der Pause wirkte der WM-Dritte, bei dem Andreas Beck den unter muskulären Problemen leidenden Boateng ersetzte, engagierter.

Beck verhindert Rückstand

Beck musste allerdings in der 52. Minute in letzter Minute vor dem einschussbereiten Toivonen den Rückstand verhindern. Auf der Gegenseite zielte der auffällige Holtby nach Doppelpass mit Marko Marin vom halblinken Strafraumeck nur knapp vorbei (58.).

Kurz darauf nahm Löw Marin, Bastian Schweinsteiger und Sami Khedira aus der Partie und brachte Christian Träsch, Toni Kroos und Cacau.

Auch danach blieb die DFB-Elf am Drücker, konnte sich aber trotz klarer Dominanz weiter kaum zwingende Chancen herausspielen. Fast nie kam der letzte Pass durch das schwedische Abwehr-Bollwerk.

Daher versuchten es die Gäste immer wieder aus der Distanz. Beim 25-Meter-Hammer von Kroos konnte Isaksson gerade noch die Fäuste hochreißen (70.).

Auch Götze und Schürrle kommen zu DFB-Debüt

Nach 77 Minuten kamen für Holtby und Großkreutz in Andre Schürrle und Mario Götze auch die Neulinge drei und vier ins Spiel.

"Das war ein wunderbarer, sehr schöner Tag für alle Debütanten", sagte der Mainzer Schürrle stellvertretend für alle Neulinge. "Ich war sehr aufgeregt. Das war eine wichtige Erfahrung für mich. Ich hatte ziemliches Herzrasen. Aber die Mitspieler haben es mir sehr leicht gemacht", meinte Götze.

Der 18-Jährige ist nach dem auf der Tribüne sitzenden Ehrenspielführer Uwe Seeler der jüngste DFB-Debütant seit dem Zweiten Weltkrieg.

Der Begegnung konnten die Neuen aber keine entscheidende Wendung mehr geben, so dass es am Ende eines bitterkalten Abend beim torlosen Remis blieb.

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