Innerhalb einer Woche hat der Bundestrainer mehrere offene Baustellen beseitigt und ein klares Signal an seine Kritiker gesendet.

Am Donnerstag herrschte ungewohnte Ruhe beim DFB - endlich, zumindest aus Sicht von Joachim Löw.

Denn die anhaltenden Diskussionen der letzten Wochen sind dem Bundestrainer schwer auf die Nerven gegangen.

Doch weil Michael Ballack verletzt war, musste Löw die anhaltenden Spekulationen um die Nationalmannschaft Zähne knirschend hinnehmen.

Die meisten Meldungen wie beispielsweise vom neuen Kapitän Philipp Lahm waren zwar an den Haaren herbei gezogen, doch Löw und Ballack hatten Stillschweigen bis zum Friedensgipfel vereinbart.

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Das Gespräch mit dem Spielführer war dann der erste Dominostein, dem Löw in schneller Folge weitere folgen ließ.

Zunächst teilte der DFB-Coach Jens Lehmann mit, dass ihm das Länderspiel gegen England sportlich zu wichtig ist, um dem Ex-Keeper ein sentimentales Abschiedsspiel zu schenken.

Danach maßregelte er Torsten Frings für dessen öffentliche Kritik so deutlich, dass dieser sich gleich mehrfach kleinlaut entschuldigte.

Und schließlich sorgte er auch noch gemeinsam mit Sportdirektor Matthias Sammer für die Entlassung des wegen seiner defensiven Spielweise in Ungnade gefallenen U-21-Coachs Dieter Eilts.

Über die Art und Weise des Rauswurfs kann man durchaus streiten, aus Sicht des Offensiv-Verfechters Löw ist der Schritt dennoch logisch.

Damit hat Löw innerhalb einer Woche gleich mehrere offen liegende Baustellen beseitigt und zudem ein klares Signal an seine Kritiker gesendet.

All jene, die ihm auch nach der Aussprache mit Ballack einen Autoritätsverlust attestiert hatten, wurden eines Besseren belehrt.

Löw hat die Angriffe auf seine Person von Spielern und Medien für sich genutzt und seine Position als Bundestrainer gestärkt.

Nach dieser Woche des Großreinemachens zweifelt keiner mehr an seiner Richtlinienkompetenz, auch über den Bereich der Nationalmannschaft hinaus.

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