Joachim Löw lobt sein Team für ein erfolgreiches Jahr. Doch das riesige Potenzial lässt nun auch die Erwartungen steigen.

Selbst ein Gegentor der Schweden hätte Joachim Löw vermutlich an diesem Abend nicht die Laune verderben können.

Man sah dem Bundestrainer nach dem Abpfiff des Länderspieljahres deutlich an, dass er sich seine Gesamtbilanz nicht von diesem 0:0 im eisigen Göteborg schmälern lassen wollte.

So sprach er von einem "fantastischen Jahr" für die Nationalmannschaft und von "Qualitäts-Fußball made in Germany".

[image id="b377cd9b-65ab-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Beim Blick auf die sportliche Bilanz kann man dem Trainer des WM-Dritten kaum widersprechen. Zumal die Rahmenbedingungen alles andere als einfach waren.

Gerade mal ein gutes Jahr liegt der Tod von Robert Enke zurück.

2010 begann mit der geplatzten Vertragsverlängerung der sportlichen Leitung samt öffentlichem Rosenkrieg mit der DFB-Führung und völlig unklarer Zukunft.

Dem folgten vor der WM sportliche Rückschläge wie der Ausfall von Kapitän Michael Ballack und Torwart Rene Adler sowie der Formkrise von Stammkräften wie Miroslav Klose und Lukas Podolski.

Doch bei der Endrunde in Südafrika waren alle Sorgen plötzlich vergessen. Die junge DFB-Auswahl begeisterte mit ihrem Offensiv-Fußball Fans und Experten.

Bis dahin international kaum bekannte Profis wie Mesut Özil, Sami Khedira oder Thomas Müller spielten sich in die Weltklasse, das neue Sommermärchen endete erst im Halbfinale gegen den späteren Weltmeister Spanien.

Diese Entwicklung ist vorrangig Löws Verdienst, der konsequent und gegen alle Widerstände in Verband und Öffentlichkeit seinen Kurs durchgezogen hat.

Vor allem seine lange umstrittene Personalpolitik wurde bei der WM vollumfänglich bestätigt.

Entsprechend viel Vertrauen genießt der Bundestrainer nun, dessen Vertrag natürlich nach der Endrunde zu seinen Bedingungen verlängert wurde.

Nun hat Löw freie Hand, aus den fast perfekten Rahmenbedingungen bis zur EM 2012 ein Team zu formieren, das auch den letzten Schritt geht.

Nachrücker wie Lewis Holtby, Mats Hummels oder Mega-Talent Mario Götze erhöhen den Druck auf die WM-Helden ebenso wie Routiniers wie Ballack oder Simon Rolfes.

Die einzige Gefahr ist die durch dieses riesige Potenzial enorm gestiegene Erwartungshaltung.

Denn alles andere als der EM-Titel in Polen und der Ukraine würde vermutlich als Niederlage aufgefasst.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel