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Sami Khedira absolvierte in Schweden sein 17. Länderspiel © imago

Sami Khedira spricht über das Schweden-Spiel, seine Jahresbilanz, die Aussichten der DFB-Elf und Reals Duell gegen Barcelona.

Vom DFB-Team berichtet Martin Volkmar

Göteborg - Vor einem Jahr war Sami Khedira noch ein Mitläufer in der Nationalmannschaft.

Doch nach der Verletzung von Michael Ballack musste der 23-Jährige, der bis dahin nur ein Länderspiel bestritten hatte, den Kapitän bei der WM ersetzen - und tat das mit Bravour.

Als Belohnung für seine starke Leistung folgte im Sommer der Wechsel vom VfB Stuttgart zu Real Madrid, wo sich der Deutsch-Tunesier auf Anhieb einen Stammplatz erkämpfte.

Auch in der DFB-Auswahl ist der defensive Mittelfeldspieler nicht mehr wegzudenken: 2010 bestritt er 16 von 17 Länderspielen und damit die meisten aller DFB-Akteure.

Mit SPORT1 sprach Khedira über das 0:0 in Schweden, das Potenzial des Teams von Jogi Löw und die Aussichten, seine Bilanz des Jahres und das bevorstehende Duell mit Real gegen den FC Barcelona.

SPORT1: Woran lag es, dass die Mannschaft trotz klarer Feldüberlegenheit nicht über ein 0:0 hinausgekommen ist?

Sami Khedira: Es ist relativ schwierig, auf so einem schwer bespielbaren Platz gegen einen Gegner, der sich nur hinten reinstellt, viele Torchancen herauszuspielen. Man muss auch bedenken, dass wir in dieser Formation noch nie zusammengespielt haben. Trotzdem haben wir das Spiel beherrscht und sind hinten sicher gestanden. Nur das Tor hat leider gefehlt. Aber letztlich muss man sich auch damit mal zufrieden geben.

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SPORT1: War es trotz dieser Abstimmungsprobleme die richtige Entscheidung, so viele Neulinge einzubauen?

Khedira: Absolut. Wenn man es nicht in so einem Spiel macht, wann dann? Wir hatten nach der WM nur ein Testspiel und danach vier relativ wichtige EM-Qualifikationsspiele, speziell gegen Belgien und die Türkei. Da muss man die beste Mannschaft aufstellen und kann nicht experimentieren. Deshalb war es richtig, den Spieler zum Jahresabschluss eine Chance zu geben, die es sich durch gute Leistungen in der Bundesliga verdient haben. Sie haben alle großes Potenzial und werden auch in Zukunft in der Nationalmannschaft eine Rolle spielen.

SPORT1: Wie fällt insgesamt Ihre Bilanz des Länderspieljahres 2010 aus?

Khedira: Auf jeden Fall sehr positiv. Natürlich hätten wir uns sehr über einen Titel bei der WM gefreut, aber Spanien ist ein Team auf noch höherem Niveau. Danach haben wir uns sehr schnell wieder gefunden und sind sehr gut in die EM-Quali gestartet. Man sieht, dass wir als Mannschaft harmonieren. Da müssen wir 2011 weitermachen und dann hoffentlich 2012 mal wieder einen Titel nach Deutschland holen.

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SPORT1: Und wie fällt Ihre persönliche Bilanz aus?

Khedira: Fast identisch mit der der Nationalmannschaft: Sehr, sehr positiv. Ich hatte Anfang des Jahres ein Länderspiel, habe dann fast jedes Spiel gemacht inklusive der WM und gehöre jetzt zum Stamm. Das ist bei dem Potenzial in unserem Mittelfeld nicht selbstverständlich, deshalb bin ich über die Entwicklung sehr, sehr glücklich.

SPORT1: Durch die WM kam auch der Wechsel zu Real Madrid zustande. Welches Zwischen-Fazit ziehen Sie nach den ersten Monaten?

Khedira: Auch da bin ich natürlich sehr glücklich, wie es bis jetzt läuft. Ich spiele regelmäßig, wir gewinnen fast jede Partie und zeigen ansehnlichen Fußball. Jetzt freue ich mich auf die nächste Aufgabe am Samstag gegen Bilbao und dann noch mehr auf das vielleicht schon vorentscheidende Spiel beim FC Barcelona.

SPORT1: Fiebern Sie dem Clasico am 29. November schon entgegen?

Khedira: Natürlich. Das geht auch gar nicht anders. Denn in ganz Spanien gibt es gar kein anderes Thema mehr.

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