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Bald wieder im DFB-Team vereint? Jens Lehmann (l.) und Timo Hildebrand © getty

"Er hat sogar wieder sehr gute Chancen", sagt Löw über den Spanien-Legionär. Mit Unverständnis reagiert Löw auf Lehmanns Schiri-Kritik.

München - Bundestrainer Joachim Löw hat Torwart Timo Hildebrand vom spanischen Pokalsieger FC Valencia überraschend ein Comeback in der deutschen Nationalmannschat in Aussicht gestellt.

"Er hat sogar wieder sehr gute Chancen. Denn er zählt zu den besten deutschen Torhütern", sagte Löw dem "kicker".

Hildebrand war nach zwei Jahren als Nummer zwei im deutschen Tor bei der Nominierung für den 23-köpfigen EM-Kader von Löw nicht berücksichtigt worden.

Gespräch steht an

Nach der Entscheidung über die Zukunft von Stammtorwart Jens Lehmann will sich Löw mit Hildebrand aussprechen.

"Das Gespräch wird geführt. Timo hat absolut das Recht darauf. Nach der EM wollten wir aber erstmal Abstand gewinnen", meinte Löw.

Hildebrand bleibt skeptisch

Hildebrand selbst hatte sich am Wochenende mit Blick auf die WM 2010 in Südafrika noch skeptisch über seine Zukunft in der Auswahl des DFB geäußert.

"Ich bin im Sommer ausgebootet worden, was soll ich da groß erwarten? Ich erwarte gar nichts mehr", erklärte der 29-Jährige am Samstag nach der 2:4-Niederlage mit dem FC Valencia bei Borussia Mönchengladbach.

Lehmann erntet Unverständnis

Mit Unverständnis haben Löw und DFB-Präsident Theo Zwanziger derweil auf die erneute Kritik von Jens Lehmann an EM-Endspiel-Schiedsrichter Roberto Rosetti reagiert.

"Man sollte jetzt nicht nachkarten. Wir haben gegen eine bessere Mannschaft verloren", sagte der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes der "Bild".

"Aber Jens Lehmann ist sehr ehrgeizig. Für ihn wäre es möglicherweise die letzte Chance auf einen Titel mit der Nationalmannschaft gewesen. Vielleicht ist er deshalb noch so verärgert", vermutete Zwanziger.

Löw sieht keine Schiedsrichter-Fehler

Auch Löw, der am Montag ein Gespräch mit Bundestorwarttrainer Andreas Köpke über die Zukunft Lehmanns in der Nationalelf führte, lehnte die Beschuldigungen des Keepers gegen den italienischen Referee ab.

"Wir dürfen den Blick für die Realität nicht verlieren. Sicher hätte es für David Silvas Kopfstoß gegen Lukas Podolski Rot geben müssen.

Sonst habe ich auf dem Video aber nichts Gravierendes gesehen. Und ich weiß nicht, ob wir die Spanier in Überzahl bezwungen hätten. Sie waren an diesem Tag einfach zu stark für uns", sagte Löw dem "kicker".

"Der Schiedsrichter war parteiisch"

Lehmann hatte Rosetti am Sonntag wie schon direkt nach dem Endspiel öffentlich unterstellt, die deutsche Mannschaft bei der 0:1-Niederlage im EM-Finale gegen Spanien verpfiffen zu haben: "Je mehr ich an das Endspiel denke, desto wütender werde ich. Das Mindeste, was man sagen kann, ist: Der Schiedsrichter war parteiisch", sagte Lehmann der "Bild am Sonntag".

Lehmann wiederholte damit seine bereits vor rund einem Monat nach dem Finale in Wien geäußerte Kritik am italienischen Schiedsrichter.

"Er war sehr arrogant. Ich hatte nicht den Eindruck, dass er uns wohlgesonnen ist. Als er uns kurz vor Schluss die Chance wegen eines angeblichen Stürmerfouls abpfiff, wunderten sich sogar die Spanier", hatte der neue Schlussmann des VfB Stuttgart erklärt.

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