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Franz Beckenbauer (r.) kann sich für Joachim Löws Nachfolger-Debatte wenig erwärmen © getty

Der Bundestrainer erntet für seine Nachfolger-Vorschläge vor allem von Beckenbauer Kritik. Auch Stoke City ist sauer auf Löw.

Von Philipp Langer

München ? Nach dem erfolgreichen Abschneiden bei der Weltmeisterschaft in Südafrika herrscht Gelassen- und Zufriedenheit beim Deutschen Fußball Bund (DFB). Eigentlich.

Doch jetzt eröffnete ausgerechnet Bundestrainer Joachim Löw die Diskussion um seinen möglichen Nachfolger - und schürt plötzliche Unruhe.

Der 50-jährige Badener hatte in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" dafür Dortmunds Jürgen Klopp und Mainz-Coach Thomas Tuchel ins Gespräch gebracht.

Das überraschte nun nicht nur die Verantwortlichen beim DFB.

Zwanziger versteht es nicht

"Joachim Löw ist fachlich und charakterlich ein ausgezeichneter Trainer, mit dem wir noch lange zusammen arbeiten wollen. Deshalb mache ich mir überhaupt keine Gedanken über einen möglichen Nachfolger", ließ DFB-Präsident Theo Zwanziger durchblicken, über die von Löw angezettelte Debatte nicht gerade glücklich zu sein.

Zumal Löws Vertrag noch bis zur EURO 2012 in Polen und der Ukraine läuft.

Eine vorzeitige Vertragsverlängerung hatte der Bundestrainer wie auch Teammanager Oliver Bierhoff zuletzt allerdings kategorisch ausgeschlossen.

Beckenbauer: "Klopp viel zu jung"

Wenig Verständnis für Löws Vorpreschen bringt auch Franz Beckenbauer auf - Gleiches gilt für die vorgeschlagenen Kandidaten Klopp und Tuchel:

"Klopp sollte lieber noch zehn Jahre im Bundesliga-Tagesgeschäft bleiben. Für den Bundestrainer-Job ist er viel zu jung", meinte der Ehrenpräsident des FC Bayern, einst selbst DFB-Teamchef, via "Bild".

Tuchel hält Beckenbauer dabei komplett für ungeeignet: "Ein Bundestrainer braucht internationale Erfahrung ? ob als Spieler oder Trainer. Da sehe ich Klopp eher im Vorteil gegenüber Tuchel."

Gerüchte um Löw-Job bei den Bayern

Was nicht zuletzt auch erwähnenswerte Fakten sind: Klopp und Tuchel sind noch langfristig an ihre Vereine gebunden. Klopp verlängerte beim Herbstmeister BVB erst vor wenigen Tagen bis 2014 ? Tuchels Vertrag läuft in Mainz ein Jahr früher aus.

Dennoch: Löw hat zwischen den Jahren eine Menge Staub aufgewirbelt - und ein Gerüchte genährt, wonach es heißt: Es sei kein Zufall, dass die Vertragslaufzeiten von Löw beim DFB und von Trainer Louis van Gaal bei Bayern zum gleichen Zeitpunkt im Sommer 2012 enden.

Mancher fragt sich deshalb: Landet Löw am Ende bei den Bayern?

Huth zurück in die Nationalelf?

Gegenwind bläst Löw auch aus anderer Richtung entgegen: Tony Pulis kritisierte den 50-Jährigen dafür, Robert Huth für die deutschen Nationalelf zu ignorieren.

"Wenn Robert in der Bundesliga spielen würde, wäre er schon längst wieder Nationalspieler", motzte der Coach von Premier-League-Klub Stoke City, bei dem Huth eine starke Saison spielt, bereits vier Tore erzielt hat.

"Aber wenn Huth so weiter macht, wird Herrn Löw schon irgendjemand sagen, dass einer der besten Verteidiger der Premier League bei uns spielt", meinte Pulis weiter.

Liverpool wohl interessiert

Zumindest in England ist Huth offenbar begehrt: Der FC Liverpool hat längst Interesse an der "Berliner Mauer" signalisiert. (322717DIASHOW: Internationale Wechselbörse)

Sein letztes von 19 Länderspielen bestritt Huth am 2. Juni 2009 beim 7:2 in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

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