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Nachdenklich: Joachim Löw hat seit 2006 in der Nationalelf das Sagen © getty

Nach der jüngsten Unruhe um die DFB-Elf kritisiert Bundestrainer Joachim Löw die Berufsauffassung deutscher Fußballer.

Hamburg - Joachim Löw hat einmal mehr die Einstellung der heutigen Fußballprofis in Deutschland kritisiert.

Nach Meinung des Bundestrainers müsse den Spielern möglichst schnell klar gemacht werden, dass sie sich mehr mit ihrem Beruf auseinandersetzen müssen.

Dies gelte insbesondere für die Nationalspieler.

"Was heißt es, Vorbild zu sein?"

"Was heißt es denn, Nationalspieler zu sein? Was heißt es denn, Vorbild für viele Kinder zu sein?", fragte Löw durchaus provokant in einem Interview mit der "Sport Bild".

Und er harkte weiter nach: "Wo liegt das Problem, sich weiterzubilden, Medienschulung zu betreiben? Was heißt eine richtige Karriereplanung? Was heißt es, Teil einer Mannschaft zu sein?"

Seiner Meinung nach sind dies alles wichtige Themen, die in Deutschland viel zu kurz kämen. "Deshalb möchte ich diese Themen angehen. Jetzt, nicht erst in fünf Jahren."

Der Bundestrainer fügte an: "Ich möchte nicht immer das Ausland glorifizieren. Aber wie zum Beispiel bei Arsenal London oder beim AC Mailand gearbeitet wird, das hat eine hohe Professionalität."

Unzufriedenheit nach Konfrontation

Der 48-Jährige erklärte weiter, dass ihm das ein oder andere schon länger nicht passe.

So sei eine Tendenz zu erkennen, dass Spieler "wenn sie mal auf der Bank sitzen, sofort ihrer Enttäuschung Luft machen".

Aber: "Es geht nicht, dass die Spieler die Entscheidungen der Trainer nicht akzeptieren und sich öffentlich beschweren. Das ist ein untragbarer Zustand. Da müssen wir entgegenwirken. Bei Spitzenmannschaften ist es gang und gäbe, dass Top-Spieler auch auf der Bank sitzen", meinte der Bundestrainer.

Er war zuletzt mit seinen Führungsspielern Michael Ballack (zum Spielerportrait ) und Torsten Frings aneinandergeraten.

Schlechtes Licht auf DFB-Elf

Diese öffentlich ausgetragenen Meinungsverschiedenheiten hätten dem Ruf der Nationalmannschaft geschadet.

"Es war schlecht für das Team. Weil es das positive Bild der Nationalmannschaft zumindest vorübergehend beeinflusst oder sogar verändert hat."

Denn vor und nach der WM ist aus Löws Sicht "eine gute Entwicklung" zu erkennen gewesen.

"Wir sind Vize-Europameister und spielen erfolgreich in der WM-Qualifikation. Da ist es bedauerlich, wenn es heißt: 'Was ist denn auf einmal bei der Nationalmannschaft los?."

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