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Torsten Frings lief seit 2001 78 Mal im Dress des DFB-Teams auf © getty

"Ich bin nicht dabei", erklärt der Bremer vor der Kader-Verkündung. Als Vorzeichen will er das aber nicht verstanden wissen.

München - Bundestrainer Joachim Löw verzichtet im Länderspiel gegen England am kommenden Mittwoch auf Torsten Frings.

"Wir sind übereingekommen, dass ich nicht dabei bin", erklärte der Bremer Mittelfeldspieler in einem Interview mit dem "kicker", noch bevor Löw am Donnerstagmittag seine Aufstellung für die Partie in Berlin offiziell bekanntgibt.

Nach Frings' Aussage geschieht das in beiderseitigem Einvernehmen: Er habe Löw schon vergangene Woche erklärt, "dass es vielleicht wegen des zuletzt entstandenen Theaters besser sei, wenn ich nicht komme".

"Nun hat Löw mir mitgeteilt, dass er so vorgehen wird, zumal er gegen England einiges ausprobieren möchte", so Frings weiter.

"Ich will noch nicht abtreten"

Die Fortsetzung von Frings' Nationalmannschafts-Karriere stand nach den Querelen um seine öffentliche Kritik an Löw zuletzt auf der Kippe (Die Chronologie des Konflikts).

Sein Aussetzen gegen England will Frings aber nicht als Vorzeichen verstanden wissen, dass seine DFB-Laufbahn vor dem Aus steht.

"Ich bin erst 31 Jahre alt. Ich spiele gerne für Deutschland, habe in der Nationalelf immer meine Leistung gebracht", erklärte er: "Ich will noch nicht abtreten."

"Möchte zur WM 2010"

Frings bekräftigte noch einmal seine Reue über die Attacke gegen Löw: "Die Art und Weise, wie ich vorgegangen bin war falsch. Ich habe mich mit dem Bundestrainer ausgesprochen. Fakt ist, dass ich gerne für Deutschland spiele."

Er habe nach dem EM-Finale ("ein erneuter Höhepunkt") an Rücktritt gedacht, doch mittlerweile geht sein Blick Richtung: "Ich möchte zur WM 2010."

Ballack-Einsatz weiter fraglich

Während Frings' Abwesenheit beim England-Spiel also sicher ist, ist der von Michael Ballack weiter fraglich.

Der DFB-Kapitän ist zwar nach seiner Operation an beiden Füßen wieder ins Training bei seinem englischen Klub FC Chelsea zurückgekehrt, war für das Ligacup-Spiel gegen den FC Burnley am Mittwochabend aber noch nicht vorgesehen.

Chelseas Co-Trainer Ray Wilkins teilte zudem mit, dass nach Meinung des Vereins eine Teilnahme Ballacks am Spiel in Berlin wohl noch zu früh komme.

Sollte der Mittelfeldspieler allerdings am kommenden Samstag wieder zum offiziellen Chelsea-Kader für das Punktspiel in der Premier League bei West Bromwich Albion gehören, kann ihn auch Bundestrainer Joachim Löw in seinen Kader berufen.

Prämienhandel in Berlin

Sollte Ballack nicht einsatzfähig sein, wird er ebenso wie Frings dennoch in der kommenden Woche in Berlin erwartet.

Der Mittelfeldspieler, der seine Differenzen mit Löw zu Beginn des Monats ausgeräumt hatte, soll bei den Verhandlungen zwischen Spielerrat und DFB-Präsidium über die Prämien für die WM-Qualifikation mit am Tisch sitzen.

Zudem will Löw vor einem möglichst großen Kreis von WM-Kandidaten noch einmal die Verhaltensregeln für die Nationalspieler erklären.

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