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Die Rebellen Michael Ballack (r) und Torsten Frings erwarten neue Verhaltensregeln © imago

Gegen England will das DFB-Team einen guten Jahresabschluss. Doch nach den Querelen zuletzt gibt's zunächst ein Löw-Machtwort.

München - Unter den Augen von Bundeskanzlerin Angela Merkel will die deutsche Fußball-Nationalmannschaft einen erfolgreichen Jahresabschluss feiern.

Doch vor dem Länderspielklassiker gegen England am Mittwoch in Berlin rückt das Sportliche zunächst in den Hintergrund:

Während bei den Spielern der Poker um die Prämien für die WM 2010 in Südafrika ganz oben auf der Agenda steht, hat für Bundestrainer Joachim Löw nach den Querelen der letzten Wochen am Montag zunächst sein angekündigtes Machtwort Priorität.

"Das wird keine Aussprache, sondern eine Ansprache von meiner Seite aus. Ich will der Mannschaft sagen, was ich mir für die Zeit bis zur WM 2010 vorstelle", sagt Löw nach den Querelen der letzten Wochen und mit Blick auf das Match am Mittwoch (ab 20.15 Uhr LIVE).

"Ein untragbarer Zustand"

Und weiter: "Es ist ein untragbarer Zustand, dass die Spieler die Entscheidungen der Trainer nicht akzeptieren. Das ist eine Frage des Respekts."

Mit seiner 30-minütigen Grundsatzrede will der 48-Jährige am Montag seinen Spielern in Anwesenheit der reuigen Rebellen Michael Ballack und Torsten Frings nach dem im Anschluss an die EM 2008 erlittenen Imageschaden einmal mehr die internen Verhaltensregeln eintrichtern.

"Diese Vorfälle haben die Nationalelf in ein falsches Licht gerückt", sagte Löw der "Bild am Sonntag". Das sieht auch DFB-Präsident Theo Zwanziger so: "Das Image der Nationalmannschaft hat gelitten. Nach der EM und den guten Ergebnissen in der Qualifikation war das nicht notwendig. Ich bedaure das sehr", sagte er der Welt am Sonntag.

Kuranyis Rausschmiss

Denn durch den Streit mit Ballack und Frings sowie durch den Rausschmiss von Angreifer Kevin Kuranyi sind die sportlichen Erfolge der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) im Jahr 2008 fast völlig in Vergessenheit geraten.

Zehn Siege, zwei Remis, nur zwei Niederlagen, der Gewinn der Vizeeuropameisterschaft und der Sprung auf Platz zwei der FIFA-Weltrangliste sind vor dem Länderspiel gegen das Fußball-Mutterland eine hervorragende Bilanz, die durch das Theater der letzten Wochen derzeit kaum noch Würdigung findet.

Zudem kündigte Löw an, dass er im kommenden Jahr wieder die in 2008 etwas zu kurz gekommenen Fitness-Tests durchführen wird.

"Das darf sich nicht wiederholen"

"Das haben wir etwas vernachlässigt. Ich will genau wissen, in welcher körperlicher Verfassung die Spieler sind. Bei der EM waren einige Spieler dabei, die ihre Fitness nicht die ganze Zeit auf einem hohen Level halten konnten. Das darf sich nicht wiederholen", erklärte Löw.

Der Kopfwäsche von Löw, der sich beim 3:2 von Hoffenheim gegen den Wolfsburg ein abschließendes Bild von seinen Neulingen Marvin Compper (Spielerporträt), Tobias Weis (Spielerporträt)/beide Hoffenheim) und Marcel Schäfer (Spielerporträt)/Wolfsburg) machte, folgt am Montag dann der Prämien-Poker zwischen Mannschaftsrat und DFB-Präsidium.

Die für das Spiel gegen die "Three Lions" nicht nominierten Michael Ballack, Torsten Frings und Philipp Lahm werden mit DFB-Präsident Theo Zwanziger und DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach am Verhandlungstisch sitzen, um Einigung über die Prämien für die WM-Qualifikation und die WM 2010 zu finden.

Start zum Prämien-Poker

"Da unser Verhältnis zur Mannschaft absolut intakt ist, glaube ich, dass wir uns wie in der Vergangenheit schnell einig werden", sagte der DFB-Präsident im Vorfeld der Verhandlungen.

Zuletzt hatte Zwanziger sogar eine leichte Anhebung der Prämien in Aussicht gestellt. "Leistung muss anerkannt werden, aber einen Quantensprung wird es nicht geben", sagte er der "BamS". Für die erfolgreiche Qualifikation zur EM 2008 hatte es pro Einsatz im Kader für jeden Nationalspieler 12.500 Euro gegeben.

Maximal 150.000 Euro waren so möglich. Für den EM-Titel 2008 wären 250.000 Euro fällig gewesen. Für Platz zwei hatte jeder Spieler 150..000 Euro erhalten. Und: Bei der WM 2006 hatte der DFB für den Titel die Rekordprämie in Höhe von 300.000 Euro ausgelobt.

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