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Die deutsche U21 hatte nach der EM-Qualifikation allen Grund zur Freude © getty

Vor dem Länderspiel der U-21-Nationalmannschaft gegen Italien erklärt Interimstrainer Horst Hrubesch die EM schon für eröffnet.

Osnabrück - Der Sportdirektor schweigt, der Interimstrainer erklärt dagegen schon die EM für eröffnet:

Rund zwei Wochen nach der Trennung von Trainer Dieter Eilts und wohl kurz vor der Entscheidung über seine endgültige Nachfolge soll bei der deutschen U21 am Dienstag Abend nur der Fußball im Mittelpunkt stehen.

So möchte sich Matthias Sammer, Sportdirektor des deutschen Fußball Bundes (DFB), vor dem letzten Länderspiel des Jahres, in dem es gegen den Nachwuchs von Weltmeister Italien geht (19.15 Uhr LIVESCORES und im DSF), überhaupt nicht zum Thema U21 äußern.

Und der etatmäßige U-20-Coach Horst Hrubesch, der zumindest für dieses Spiel den älteren Jahrgang übernimmt, lenkt die Konzentration mit deutlichen Worten allein auf die 90 Spielminuten in Osnabrück.

Respekt vor der EM

"Die EM fängt jetzt an, nicht erst im Mai", betont der Europameister von 1980 mit Hinblick auf die kontinentalen Titelkämpfe 2009 in Schweden. Mit einem Sieg gegen Italien wolle man "eine Duftmarke" setzen, so der 57-Jährige:

"Wenn wir die Italiener schlagen, haben wir uns schon vor der EM Respekt verschafft. Dann wollen sie nicht zu uns in die Gruppe, und die anderen auch nicht."

Gleichzeitig sieht Hrubesch, der die U19 in diesem Jahr zum EM-Titel führte und damit die 16 Jahre dauernde Durststrecke des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) im Jugendbereich beendete, in der Partie auch ein wichtiges Empfehlungsschreiben für die Spieler.

Chance für Reservisten

Auch oder gerade weil wieder einige Akteure fehlen wie der Mönchengladbacher Shootingstar Marko Marin (Spielerporträt), der im Kader des A-Teams gegen England steht, oder die kurzfristig verletzten Sami Khedira (VfB Stuttgart), Sebastian Boenisch (Werder Bremen) und Florian Fromlowitz (Hannover 96).

"Man muss sehen können, wer unbedingt zur EM will", sagt der Ex-Nationalspieler. Mit Vorgänger Eilts, dem nach mehr als vier Jahren Amtszeit trotz der geglückten EM-Qualifikation "unterschiedliche inhaltliche Auffassungen" zum Verhängnis wurden, hat er sich noch mal kurzgeschlossen, "aber natürlich kenne ich die Mannschaft bestens".

Zum einen, "weil viele Spieler aus dem 87er-Jahrgang kommen, den ich schon betreut habe". Zum anderen, weil er Eilts von Sammer bereits für die Play-off-Spiele gegen Frankreich als Assistent zur Seite gestellt worden war.

"Möglichkeit besteht"

Deshalb sei es "nur die logische Konsequenz gewesen, dass ich dieses eine Spiel erst einmal mache". Wer sieht, mit welchem Feuereifer der frühere Torjäger das angeht und den Blick auf die EM richtet, erkennt jedoch, dass er sich den Job durchaus als Dauerlösung vorstellen könnte.

"Die Möglichkeit besteht theoretisch. Aber das ist alles offen, da gibt es keine Tendenz", beteuert er: "Ich habe nicht gesagt, dass ich es unbedingt machen will oder muss. Nach dem Italien-Spiel werden wir uns zusammensetzen, und dann werden wir sehen."

Hrubesch darf sich durchaus Chancen ausrechnen. Neben U-19-Trainer Heiko Herrlich ist er die Option für die interne Lösung. Gegen ihn spricht, dass er bereits die U20 auf die WM im September in Ägypten vorbereiten muss.

Zudem gilt es als möglich, dass Sammer an einer Überraschung bastelt und einer externen, so genannten "großen" Lösung bastelt. Am Dienstag soll aber erst einmal der Fußball im Mittelpunkt stehen.

Die voraussichtliche deutsche Mannschaftsaufstellung:

Neuer (Schalke 04) - Beck (1899 Hoffenheim), Höwedes (Schalke 04), Schwaab (SC Freiburg), Aogo (Hamburger SV) - Steinhöfer (Eintracht Frankfurt), Castro (Bayer Leverkusen) Jerome Boateng (Hamburger SV) - Kroos (Bayern München), Özil (Werder Bremen) - Dejagah (VfL Wolfsburg)

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