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Tim Wiese hat gute Aussichten auf sein erstes Länderspiel © getty

Der Test gegen England (Mi., ab 20.15 Uhr LIVE ) ist ein Klassiker. Der Bundestrainer nutzt ihn aber vor allem zum Ausprobieren

Vom DFB-Team berichtet Martin Volkmar

Berlin - Fußball-Legende Franz Beckenbauer hat es wohl am besten auf den Punkt gebracht.

"They call it a Klassiker?", erklärte der "Kaiser" einst die Bedeutung eines Länderspiels zwischen Deutschland und England.

Duelle gegen das Fußball-Mutterland gehören zu den absoluten Höhepunkten der DFB-Geschichte, etwa das WM-Finale 1966, das WM-Halbfinale 1990 oder das EM-Halbfinale 1996.

Allerdings werden sich am Mittwoch (ab 20.15 Uhr LIVE) im ausverkauften Olympiastadion nicht die besten Teams beider Länder gegenüberstehen.

Beide Teams mit zahlreichen Ausfällen

Denn zahlreiche Ausfälle zwingen sowohl Fabio Capello als auch Joachim Löw zum Experimentieren.

Doch der Bundestrainer versucht, das Beste aus dem Fehlen von Michael Ballack, Torsten Frings und Philipp Lahm zu machen. "Es ist angedacht, das Spiel zu nutzen, um etwas für die Zukunft auszuprobieren", sagt Löw.

"Wir können sehen, wie sich noch nicht so etablierte Spieler gegen einen großen Gegner machen, auch mit Blick auf die Qualifikation oder sogar die WM. Aber festlegen werde ich mich erst nach dem Abschlusstraining."

Sport1.de gibt schon vorher einen Überblick, wie die Startelf aussehen könnte.

Tor:

Tim Wiese (Spielerporträt) hat gute Aussichten auf sein erstes Länderspiel. "Das wäre denkbar", erklärt Löw. Für den 26-Jährigen aus Bremen wäre es "die Krönung meiner Laufbahn. Ich wäre überglücklich".

Dafür spricht neben seinen ordentlichen Leistungen im Verein die Tatsache, dass sich Wiese nach der EM problemlos mit seiner Rolle als Ersatzmann im Nationalteam arrangiert hat und dafür belohnt werden könnte.

Dagegen spricht aber, dass gerade erst Rene Adler als neue Nummer eins eingesetzt wurde und daher weitere Spielpraxis benötigt. Zumal genau mit diesem Argument Jens Lehmann ein Abschiedsspiel verwehrt wurde.

"Ich kann mir nicht vorstellen, dass man nach zwei so guten Spielen etwas ändert", sagte Co-Trainer Hansi Flick dem "kicker". Gut möglich scheint daher eine Arbeitsteilung mit Adler vor und Wiese nach der Pause.

Abwehr:

In einem Qualifikationsspiel hätte Löw nach den Ausfällen der Linksverteidiger Lahm, Marcell Jansen und Christian Pander vermutlich Heiko Westermann auf links versetzt und Serdar Tasci zentral spielen lassen.

So aber wird wohl Neuling Marcel Schäfer (Spielerporträt) vom VfL Wolfsburg zu seinem Debüt kommen. "Links haben wir eine Lücke", bestätigt Löw. "Mal sehen, wie sich Marcel im Training zeigt."

In der Innenverteidigung werden daher Westermann und Per Mertesacker weitere gemeinsame Spielpraxis sammeln, nachdem es beim 2:1 gegen Russland in der Schlussphase einige Probleme gab.

Und auf der rechten Seite ist Hertha-Kapitän Arne Friedrich, zumal vor heimischem Publikum, gesetzt.

Mittelfeld:

Offen ist, ob Löw in Abwesenheit von Ballack auf Schweinsteiger als Spielmacher setzt oder den Münchner aufgrund seiner Schienbeinprobleme lieber schont.

In diesem Fall würde Piotr Trochowski wohl nach rechts rücken und Gladbachs "Zauber-Zwerg" Marko Marin auf links zu seinem vierten Länderspiel kommen.

Als sicher gilt die Besetzung des zentralen Mittelfelds mit dem Leverkusener Simon Rolfes und dem Schalker Jermaine Jones, der den Vorzug vor dem formschwachen Stuttgarter Thomas Hitzlsperger erhält.

"Ich möchte etwas anderes auf dieser Position ausprobieren", hatte Löw schon nach dem Verzicht auf Frings erklärt.

Sturm:

Miroslav Klose ist im Sturm gesetzt. Der mit 30 Jahren älteste und mit 86 Länderspielen erfahrenste Spieler wird das Team auch als Kapitän aufs Feld führen.

Daneben spricht vieles für einen Einsatz von Patrick Helmes, der damit den berechtigten Lohn für seine starke Form in Leverkusen erhalten würde. Lukas Podolski dagegen wird wohl nicht spielen, was nicht zuletzt an seinen eben erst überwundenen Rückenproblemen liegt.

"Poldi" kann sich aber wie die meisten Reservisten Hoffnung auf einen Einsatz in der zweiten Halbzeit machen. Das gilt auch für die anderen beiden Neulinge neben Schäfer, die Hoffenheimer Marvin Compper und Tobias Weis.

Die voraussichtliche deutsche Startelf:

Adler - Friedrich, Mertesacker, Westermann, Schäfer - Schweinsteiger (Marin), Rolfes, Jones, Trochowski -Klose, Helmes

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