Bei allem Respekt für die Endspielteilnahme hatte die deutsche Nationalmannschaft bei der EM in Österreich und der Schweiz den Titel nicht verdient.

Schade, es hat nicht gereicht für den letzten Schritt.

Wie schon bei der WM 2006 wurde die DFB-Auswahl auch bei der EM kurz vor dem großen Ziel abgefangen.

Der Unterschied zum "Sommermärchen": Diesmal hatte die deutsche Mannschaft bei allem Respekt für die Finalteilnahme den Titel nicht verdient.

Spanien war unbestritten das beste Team der Endrunde, blieb ungeschlagen und besiegte Titelverteidiger Griechenland, Weltmeister Italien und gleich zweimal Holland-Bezwinger Russland.

Auch im Endspiel war die Seleccion die bessere Elf, was aber nicht nur auf die zweifelsfrei vorhandenen eigenen Stärken, sondern ebenfalls auf die Schwächen des Gegners zurückzuführen war.

Kein deutscher Spieler brachte über das gesamte Turnier und auch im Finale seine absolute Höchstleistung.

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Zahlreichen Stammkräften wie Torsten Frings, Christoph Metzelder oder Miroslav Klose waren lange Verletzungspausen und Formtiefs in den vergangenen Monaten deutlich anzumerken.

Andere wie Mario Gomez oder Per Mertesacker fielen pünktlich zur Euro in ein rätselhaftes Leistungsloch.

Hinzu kam, dass sich Michael Ballack einmal mehr nicht zum absoluten Leader aufschwingen konnte, der eine Mannschaft wie frühere große DFB-Legenden in einer Endrunde zum Triumph führt.

Seine schwache Vorstellung im Finale, gehandicapt durch seine Wadenverletzung, stand exemplarisch dafür.

Angesichts der langen Mängelliste von hinten bis vorne muss man es äußerst positiv werten, dass die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw überhaupt bis zum Ende dabei war.

Die Frage wird nun sein, ob die seit der WM eng zusammengewachsene Mannschaft trotz des zunehmenden Sportler-Alters von Stützen wie Ballack und Frings noch einmal einen Sprung nach vorne machen kann.

Bei der WM 2006 stimmte die Form, diesmal stimmte die Einstellung, hinzu kam bis zum Endspiel das nötige Quäntchen Glück.

Sollte bei der WM 2010 alles zusammenkommen, kann sich die DFB-Elf also berechtigte Hoffnungen machen, auch in Südafrika um den Titel mitzuspielen.

Die EM hat aber auch bewiesen, dass dafür noch viele Defizite abgestellt werden müssen.

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