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Heiko Herrlich ist wahrscheinlichster Kandidat für die Eilts-Nachfolge © getty

Als neuer U21-Chefcoach kommt Hrubesch nicht in Frage, wohl aber als EM-Übergangslösung. Danach könnte Heiko Herrlich übernehmen.

Osnabrück - Horst Hrubesch wird bei der deutschen U 21 nicht zur Dauerlösung, vielleicht aber zum langfristigen Interimscoach.

"Horst Hrubesch weiß, dass wir einen Trainer suchen und er es nicht wird", sagt DFB-Sportdirektor Matthias Sammer am Tag nach dem 1:0 (0:0)-Erfolg beim Debüt des etatmäßigen U-20-Coachs gegen Italien.

Allerdings schloss Sammer ein Engagement Hrubeschs bis einschließlich der EM im Juni 2009 in Schweden nicht aus: "Es ist klar, dass die Möglichkeit besteht, dass Horst das Turnier macht."

Das sei davon abhängig, wer neuer Trainer werde und ab wann dieser verfügbar sei.

Sammer will sich nicht selbst blockieren

"Es kann sein, dass wir eine Organisationsform finden, egal ob mit einer internen oder externen Lösung, die erst im Sommer greift. Ich werde mich da in keiner Weise selbst blockieren", meint Sammer.

Für eine Entscheidung werde man sich noch "ein paar Tage Zeit lassen, aber sie wird sicher in absehbarer Zeit fallen". Als wahrscheinlichste Lösung für die Nachfolge des entlassenen Dieter Eilts gilt nun Heiko Herrlich. Auch wenn Sammer das nicht kommentieren will.

Herrlich soll die U 19 zur EM im Juli 2009 in der Ukraine führen und könnte nach der Endrunde zur U 21 aufrücken. Die zweite Qualifikationsrunde ist noch nicht terminiert, wird aber erst im März oder April ausgetragen.

"Ich warte ab, was passiert"

Weil Hrubesch zudem mit der U 20 die WM im September in Ägypten spielen wird, scheint sogar nicht ausgeschlossen, dass ein externer Coach die U 21 zur EM führt und danach Herrlich übernimmt.

Hrubesch bezeichnete Sammers Äußerungen als "vollkommen in Ordnung".

"Das war alles im Vorfeld so abgesprochen", sagte er, "man hat in Fragestellungen immer versucht, mir ein bisschen die Karten zuzuspielen. Natürlich habe ich da gesagt, ich kann mir alles vorstellen. Aber ich habe auch immer gesagt: Ich warte ab, was passiert, und man muss sehen, was zeitlich möglich ist."

Lob von Sammer

Nach dem Sieg gegen Italien hatte Hrubesch gesagt: "Das ist eine tolle Mannschaft, und es macht Riesenspaß, sie zu trainieren."

Unter Umständen könne er sich vorstellen, das Team zu übernehmen.

Sammer erklärte, diese Aussagen seien "nicht kontraproduktiv. Horst Hrubesch ist ein absoluter Typ. Und wenn ich sehe, wie heiß er auf die Aufgabe mit der U 21 war - in dem Wissen, es vielleicht nur für dieses eine Spiel zu machen - welche Freude er vermittelt hat und welche Identifikation er mit dem DFB zeigt, dann kann ich ihm nur absolute Hochachtung zollen."

Kroos genervt trotz Traumtor

Den Sieg gegen den Nachwuchs des Weltmeisters hatte Ausnahmetalent Kroos mit einem Traumtor (48.) gesichert. Die Diskussionen um seine Zukunft und ein mögliches Leihgeschäft in der Winterpause wegen zu geringer Einsatzzeiten bei Meister Bayern München gingen dem 18-Jährigen aber offenbar auf die Nerven.

"Ich muss nirgendwo lesen, wo ich hingehe. Ich weiß selbst, wie es um mich steht", meinte der beste Spieler der U-17-WM 2007 (Spielerporträt).

Ob er auch in der Rückrunde noch beim Double-Sieger spielen wird, sei "noch nicht entschieden", versicherte Kroos: "Aber ob ich bleibe, liegt an mir. Und zuletzt habe ich meine Situation etwas verbessert gesehen."

"Gebt ihm noch ein, zwei Jahre"

Beim ersten U-21-Spiel seit zwölf Jahren in Osnabrück tauchte Kroos über weite Strecken unter - und bewies dennoch, dass er Deutschlands größtes Talent ist.

Denn im Spiel zweier EM-Teilnehmer des Jahrgangs 1986 sorgte der 1990 geborene Spielmacher mit einem Lattenschuss (31.) und seinem Traumtor in den Winkel für die beiden außergewöhnlichsten Szenen und machte so den Unterschied aus.

"Gebt ihm noch ein, zwei Jahre, dann haben wir in Deutschland wieder einen richtigen Klassespieler", meinte Hrubesch.

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