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Angreifer Miroslav Klose brennt auf sein 45. Tor im DFB-Dress © imago

Kein Beckham, kein Ballack - vor dem 31. Klassiker zwischen Deutschland und England gehen die Meinungen weit auseinander.

Vom DFB-Team berichtet Martin Volkmar

Berlin - Vor dem 31. Klassiker zwischen Deutschland und England gehen die Meinungen weit auseinander.

Denn im Berliner Olympiastadion werden sich ein ersatzgeschwächtes DFB-Team und eine englische B-Elf gegenüberstehen.

Doch trotz der Ausfälle von zahlreichen Stammspielern bei den Gästen und dem Fehlen von Michael Ballack und Philipp Lahm sind beide Mannschaften heiß auf die Begegnung.

"Ich kann versichern, dass diese Partie für uns Spieler eine sehr hohe Bedeutung hat", erklärte Englands Kapitän John Terry.

"Ich weiß, dass wir viele Ausfälle haben. Aber die Mannschaft ist hierher gekommen, um zu gewinnen."

Ähnlich äußerte sich Bastian Schweinsteiger. "Leider fehlen bei den Engländern wichtige Spieler genauso wie bei uns, so dass nicht die beiden Topteams aufeinander treffen", sagte er dem "Tagesspiegel".

"Schweini" als Spielmacher

"Trotzdem werden wir die Angelegenheit sehr ernst nehmen und richtig heiß in das Spiel gehen."

Kurz vor dem Anpfiff (ab 20.15 Uhr LIVE) hat Sport1.de die Fakten zusammengefasst.

Personal:

Nach dem Verzicht auf Ballack, Lahm, Torsten Frings und Marcell Jansen musste Löw keine weiteren Absagen hinnehmen.

Einige Positionen in der Startelf sind noch offen. Als sicher gilt inzwischen der Einsatz von Rene Adler, der in der zweiten Halbzeit für Tim Wiese Platz machen könnte.

Auch einem Auftritt von Bastian Schweinsteiger steht trotz dessen Schienbeinproblemen nichts mehr im Wege. Der Münchner soll als Spielmacher die Verantwortung übernehmen.

"Bastian ist eine erste Alternative zu Michael Ballack, falls der mal fehlt. Unsere Trainer haben bemerkt, dass Bastian auf dieser Position viel Gutes bewegen kann", sagte Teammanager Oliver Bierhoff.

Neu ins Team kommen Debütant Marcel Schäfer links hinten, Jermaine Jones und Simon Rolfes im Mittelfeld sowie wahrscheinlich Patrick Helmes im Sturm.

Bei den Engländern hagelte es dagegen Absagen. Als letzter von insgesamt neun Stammspielern verletzte sich Arsenal-Jungstar Theo Walcott.

Der Stürmer kugelte sich im Abschlusstraining am Dienstagabend die rechte Schulter aus und muss voraussichtlich mehrere Wochen pausieren.

Der Gegner:

Die Engländer haben unter Fabio Capello das schmachvolle Verpassen der EM-Endrunde binnen einen Jahres vergessen gemacht. Unter dem Italiener gewannen die "Three Lions" alle vier WM-Qualifikationsspiele.

Umso mehr dürfte den Nationalcoach die Ausfälle von Walcott, Steve Gerrard, Frank Lampard, Ashley und Joe Cole, Rio Ferdinand, Wayne Rooney, Emile Heskey und Ersatztorhüter Joe Hart ärgern.

Trotzdem schloss sich Capello nicht der Empörung der britischen Medien an, die den Spielern unterschwellig fehlendes Interesse an einem Einsatz in einem Testspiel vorwerfen.

"Uns fehlen viele wichtige Leute, aber die Startelf wird ohne Angst und mit viel Selbstvertrauen auftreten", meinte der 62-Jährige. "Ich bin zuversichtlich, dass wir ein gutes Spiel zeigen werden."

Statistik:

England ist eine der wenigen Nationen, gegen die die DFB-Auswahl eine negative Bilanz aufweist: In 31 Spielen gab es zehn Siege, sechs Unentschieden und 14 Niederlagen.

Das liegt allerdings auch daran, dass der erste Erfolg gegen das Fußball-Mutterland erst 1968 verbucht wurde. Danach gab es nur noch vier Pleiten, darunter das historische 1:5-Debakel im letzten Heimspiel im September 2001 in München.

In Berlin hat die deutsche Elf bei sieben Duellen noch nie gegen England gewonnen, zuletzt gab es 1972 ein 0:0. Das letzte Aufeinandertreffen endete allerdings im August 2007 in Wembley mit 2:1 für die Löw-Elf.

Besonderes:

Bis zu 10.000 englische Anhänger werden zum Spiel erwartet. Dennoch rechnen die Sicherheitsbehörden nicht mit Ausschreitungen der auf 200 bis 300 Mann großen Gruppe der "Problemfans".

Das sagen die Trainer:

Joachim Löw: "Bei diesem Klassiker will jeder dabei sein. Natürlich ist es schade, dass einige namhafte Spieler fehlen. Aber allein die Atmosphäre und Tradition garantieren ein tolles Spiel."

Fabio Capello: "Deutschland gehört zu den fünf oder sechs besten Teams der Welt. Es geht nicht um das Resultat, sondern vor allem um die Leistung der Spieler."

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Deutschland: Adler - Friedrich, Mertesacker, Westermann , Schäfer - Schweinsteiger, Jones, Rolfes, Trochowski - Klose, Helmes (Gomez)

England: James - G. Johnson, Upson, Terry, Bridge - Barry, Carrick - Wright-Phillips, Downing - Bent, Defoe

Schiedsrichter: Busacca (Schweiz)

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